Mehr Zeit für die Familie Wie die ganze Familie Auszeiten gemeinsam planen kann

Die Ferien sind vorbei, der turbulente Alltag hat Eltern und Kinder wieder fest im Griff: "Schnell, anziehen! Du musst gleich los zum Fußball!". "Hast du heute schon Gitarre geübt?" "Lass uns jetzt schnell Hausaufgaben machen, dann ist es erledigt." Die Tage sind eng getaktet. Da ist es umso wichtiger, sich als Familie Oasen zu schaffen und bewusst gemeinsam Dinge zu tun, die allen gut tun. Hier ein paar Tipps, um Familienzeiten sinnvoll - und ohne zusätzlichen Druck -  zu planen und dabei alle miteinzubeziehen. 
 
Auf dem Foto ist eine Familie von Hinten in einem Kornfeld zu sehen, die spazieren geht.
Der Alltag macht Pause: Das Wochenende bietet sich an, entspannt Zeit mit der Familie zu verbringen.
Die Advents- und Weihnachtszeit hat uns als Familie sehr gut getan. Wir hätten im neuen Jahr gerne mehr solche Auszeiten. Allerdings sind sowohl mein Mann und ich als auch unsere Kinder (Jona, 5 Jahre und Kira 7 Jahre) in verschiedenen Vereinen sehr aktiv. Wie schaffen wir es, alle Termine unter einen Hut zu bekommen und trotzdem entspannt Zeit als Familie zusammen verbringen zu können? (Kathrin, 37)

Das ist das Schöne an Feiertagen: Der Alltag macht Pause. Das Leben geht langsamer. Und wir merken, was uns wirklich wichtig ist. Es ist oft gar nicht so leicht, solche Auszeiten und Oasen in einem vollen Familienkalender unterzubringen. Doch wenn alle an einem Strang ziehen, klappt es bestimmt. Wir haben eine kleine Checkliste für Sie vorbereitet:  

Familienzeit planen, aber wie?  
Zunächst einmal: Setzen Sie sich möglichst bald zusammen und sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, WAS genau die Advents- und Weihnachtszeit so besonders gemacht hat. Jede und jeder darf erzählen:
  • Was fand ich besonders schön?
  • Was hat mir gut getan?
  • Waren es die spontanen Treffen im Wohnzimmer, bei denen alle anwesend waren, aber einfach machen konnten, was sie wollten?
  • Oder waren es die Einladungen von Freund:innen und Verwandten?
  • Oder der Spaziergang durch den winterlichen Park?
Ideen für Auszeiten als Familie  

Mit dieser „Definition“ einer entspannten Familien-Auszeit „basteln“ Sie als nächstes Ihre ganz persönliche Ideen-Liste. Wenn Sie es kreativ angehen wollen, schreiben oder malen Sie die Vorschläge auf bunte Zettel (z.B. Post-its) und kleben sie auf ein großes Blatt Papier. So geht kein Gedanke verloren. Vielleicht möchten Sie auch eine Wunschkiste aufstellen, in die künftig alle Familienmitglieder Vorschläge für die gemeinsame Zeit werfen können.   

Was uns gut tut  

Ganz wichtig: Es geht gar nicht darum, freie Tage komplett zu verplanen. Schauen Sie bewusst erst einmal auf die vermeintlich kleinen Dinge, die Sie in der Advents- und Weihnachtszeit als wohltuend erlebt haben. Vom Spielnachmittag über das gemütliche Kaffeetrinken bis hin zum Besuch bei Oma und Opa ist alles drin. Überlegen Sie, was für Ihre Familie passt.
 
Auszeiten im Alltag  

Damit sich diese kleinen Oasen in Ihren trubeligen Alltag einbauen lassen, sprechen Sie am besten erst einmal die fest verplanten Zeiten gut miteinander ab. Viele Menschen denken, Termine gehören in die Kita, die Schule und die Arbeit – und entwickeln einen Widerwillen, auch im Privaten Termine abzusprechen. Doch gerade, wenn in der Familie mehrere aktive Menschen zusammenkommen, ist eine gute Planung wichtig.  

Termine in den Familienkalender eintragen  

Alle regelmäßigen Termine, etwa in Ihren Vereinen, notieren Sie am besten in einem Familienkalender, der für alle zugänglich ist. Gemeinsam können Sie jetzt zum Jahresbeginn nach freien Zeitfenstern Ausschau halten – und dort ihre „Familienzeiten“ eintragen: Eine Kerzenstunde. Ein Spielenachmittag am Wochenende. Oder was auch immer ihnen allen Freude bereitet. Steht ein solcher „Termin“ fest im Kalender, bekommt er direkt eine ganz andere Verbindlichkeit und erscheint als genauso wichtig wie andere Verabredungen.    

Das Zusammensein genießen  

Bei alldem: Legen Sie die Latte nicht zu hoch. Es geht gar nicht darum, schon jetzt zum alles bis ins Letzte festzulegen. Vielleicht möchten Sie mit dem Kalendereintrag „Familienzeit“ auch einfach eine oder mehrere Stunden in der Woche (oder im Monat) markieren, in denen Sie einfach das Zusammensein genießen. Und dann spontan überlegen, was gerade stimmig ist für alle. 

Text: Sabine Maria Schäfer, Erziehungsberaterin, systemische Familientherapeutin und "Kess-erziehen" - Kurs-Referentin

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