Nachhaltig und schöpfungsbewusst Konkrete Beispiele für nachhaltiges Denken und Handeln vor Ort

In seiner Enzyklika "Laudato si`" nimmt Papst Franziskus Bezug auf die Verantwortung eines jeden Christen im Umgang mit der Schöpfung. Er spricht von einem "gemeinsamen Haus", das wir mit unseren Mitmenschen der gegenwärtigen aber auch der kommenden Generationen teilen. Niemals dürften wir die Schöpfung als unser Eigentum betrachten. In den vergangenen Jahren haben sich viele Pfarreien auf den Weg gemacht, um vor Ort Schöpfungsverantwortung zu übernehmen und achtsam mit den Ressourcen umzugehen. Hier stellen wir exemplarisch einige Projekte und Aktionen vor.
 
Auf dem Foto ist ein Schnetterling auf einer Blume zu sehen
In der Kirchenverwaltung und in den Pfarrgemeinderäten wird viel Energie in die Bewahrung der Schöpfung gesteckt.
 

Beispiele konkreter Maßnahmen und Projekte im Erzbistum

Auf dem Foto ist eine Gruppe Jugendlicher auf einem Berg zu sehen. Die Sonne geht gerade unter.

Die Erde schöpferisch mitgestalten

Erstmals können sich Lehrkräfte an Erzbischöflichen Schulen in der pädagogischen Fachrichtung „Schöpfungspädagogik“ weiterbilden. Die drei-jährige Weiterbildung will die teilnehmenden Lehrkräfte dazu qualifizieren und darin bestärken, mit den ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schülern schöpfungspädagogisch zu arbeiten.
Zum Beitrag "Die Erde schöpferisch mitgestalten"
Auf dem Foto sind Hände zu sehen, die eine Blüte schützend halten.

Lokales Engagement für mehr Nachhaltigkeit

Warum die Berufung von Umweltbeauftragten in Pfarrgemeinderäten und der Kirchenverwaltung im Erzbistum in den letzten Jahren an Bedeutung gewann und wie sich Schöpfungsverantwortung auf unterschiedliche Weise vor Ort praktizieren lässt
Zum Beitrag "Lokales Engagement für mehr Nachhaltigkeit"
Insektengarten auf dem Gelände des Campus St. Michael in Traunstein
Der Campus Traunstein erfindet sich neu als Ort der Nachhaltigkeit
Der Campus St. Michael in Traunstein will ein Ort sein, an dem Menschen zusammen Modelle zukunftsfähigen Lebens entwickeln. Zahlreiche Partner realisieren zusammen mit dem Stiftungsmanagement Veranstaltungen und Angebote in den Bereichen Nachhaltigkeit, Persönlichkeitsbildung und Schöpfungsspiritualität.
Zum Beitrag "Der Campus Traunstein erfindet sich neu"
 
mehrere Bienen am Eingang zu Bienenstock

Komforthotels für geflügelte Königinnen

Die Abteilung Umwelt hat zusammen mit engagierten Kindern Insektenhotels gebaut. Die nützlichen Wildbienen und Schmetterlinge helfen nicht nur in der freien Natur, sondern auch in Gärten, das ökologische Gleichgewicht zu bewahren. Zum Glück ist das Bewusstsein, wie wichtig Insekten sind, heute sehr verbreitet.
Zum Beitrag "Insektenhotels" 
St. Bonifatius

Schöpfung bewahren mit Sonnenenergie

Die Gemeinde St. Bonifatius in Haar hat gute Erfahrungen mit ihrer Photovoltaikanlage gemacht. Pro Jahr werden dort circa 80 Prozent des Strombedarfs selbst gedeckt und der Umwelt einen Kohlendioxidausstoß von rund 20 Tonnen pro Jahr erspart. An sonnigen Tagen erzeugt die Solaranlage mehr Elektrizität, als die Pfarrei verbrauchen kann. 
Zum Beitrag "Sonnenenergie in St. Bonifatius, Haar" 
sonnenblumen

Gärten der Vielfalt

Die beiden Beispiele für Schöpfungsgärten aus Traunstein - in Heilig Kreuz und auf dem Gelände des Campus St. Michel -  zeigen, wie sich Christinnen und Christen für die Artenvielfalt einsetzen. Sie belegen, wie die Liebe zur Schöpfung weitergegeben werden kann und wie beliebte Wohlfühlorte entstehen können.
Zum Beitrag "Schöpfungsgärten"
Malawi

Pfarrverband Seeon finanziert Schulen in Malawi

An der Kanyanyata Primary School in Malawi werden rund 700 Kinder unterrichtet. Die Einrichtung liegt in einer sehr ländlichen Region Malawis im Dorf Mkhukhi, wo es erst seit 2012 überhaupt eine Schule gibt. Das nötige Geld für den Bau sammelten engagierte Frauen und Männer aus dem Pfarrverband Seeon. 
Zum Beitrag "PV Seeon engagiert sich in Malawi" 
LED-Lichtkränze in Kirche Leiden Christi

Strom und Geld sparen

Moderne LEDs tauchen die Kirche Leiden Christi in Untermenzing in warmes und helles Licht. Die aufwändige technische Umrüstung wurde im Jahr 2016 umgesetzt, nach intensiver Beratung durch das Projekt Schöpfungsverantwortung. Dadurch können allein im Chorraum rund 250 Euro pro Jahr eingespart werden - bei gleicher Einschaltdauer!  
Zum Beitrag "Strom und Geld sparen"  
Fahrradreparatur

Für eine enkeltaugliche Welt

Die Pfarrei St. Emmeram engagiert sich mit einem Umsonstmarkt und einem Repaircafé für den schonenden Umgang mit den Ressourcen der Erde. Sie will mit diesen Aktionen ein Zeichen gegen den übertriebenen Konsum in der Gesellschaft mit seinen vielen negativen Auswirkungen setzen. Die Erlöse gingen bisher dreimal an die Organisation Plant for the Planet.
Zum Beitrag "Für eine enkeltaugliche Welt" 
 
 
xxx

Pfarrflächen blühen auf

Im Kreis Fürstenfeldbruck haben sich die Solidargemeinschaft Brucker Land und das Brucker Forum als Kooperationspartner vereint, um etwas gegen das Insektensterben zu tun. Lange bevor allerorten das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ gestartet war, hatte sie schon ihr Projekt "Brucker Land blüht auf" in die Tat umgesetzt. Mit (farben-)prächtigen Ergebnissen. 
Zum Beitrag "Pfarrflächen blühen auf" 
xxx

Hilfe von Experten im Reparatur-Café

Das Motto "Nachhaltigkeit statt Verschwendung" findet auch in der Region Traunstein immer mehr Anhänger. Seit drei Jahren gibt es dort das Reparatur-Café Chiemgau. Es entstand als Nachhaltigkeitsprojekt auf private Initiative hin mit Unterstützung des Katholischen Kreisbildungswerks (KBW) Traunstein und des Campus St. Michael. 
Zum Beitrag "Hilfe von Experten im Reparatur-Café"
grabkreuz auf friedhof

Nachhaltig über den Tod hinaus

Christliche Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeit können auch in die Grabgestaltung einfließen. Eine Broschüre des Landeskomitees der Katholiken in Bayern über nachhaltige Grabgestaltung enthält nützliche Informationen darüber, unter anderem zur naturnahen Bepflanzung von Gräbern. 
Zum Beitrag "Nachhaltig über den Tod hinaus" 
Waldwandler  Förster

Der Wald-Wandler

Der Förster Torsten Ehnle leitet das Forstrevier 3 des Erzbistums München und Freising. Der Wald leidet, sagt er - schuld daran sei der seit Jahren viel zu geringe Niederschlag, vor allem in den Gebieten nördlich des Inns. Dieses Phänomen des Klimawandels verfolgt er bereits seit 2003, als er die Stelle mit Dienstsitz in Neumarkt St. Veit angetreten hat. 
Zum Beitrag "Der Wald-Wandler" 
 

 

Glaubwürdig - nachhaltig

Die Abteilung Umwelt des Erzbistums begleitet und steuert die Umsetzung der diözesanen Nachhaltigkeitsleitlinien im Erzbischöflichen Ordinariat und den diözesanen Einrichtungen. In den Leitlinien zur Nachhaltigkeit bekennt sich die katholische Kirche von München und Freising ihrer Verantwortung für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Im Folgenden finden Sie einen Auszug aus den Nachhaltigkeitsleitlinien der Erzdiözese München und Freising:

Als Ebenbild Gottes hat jeder Mensch eine unantastbare Würde. Alles von Gott Geschaffene besitzt einen Eigenwert. Die biblische Verheißung von gleichen Lebenschancen gilt allen Menschen, heute und morgen. Daraus folgt für uns: 

Gerechtigkeit gegenüber allen Mitbewohnern der Erde
Wir entscheiden und handeln in Solidarität mit den Menschen anderer Regionen. Wir sorgen dafür, dass unser Lebensstil die globalen Lebensgrundlagen nicht gefährdet oder zerstört. 

Gerechtigkeit gegenüber den uns folgenden Generationen
Wir richten unser Handeln nicht nur an uns heute Lebenden aus, sondern auch an den Bedürfnissen und Rechten unserer Kinder, Enkelinnen und Enkel, und weiterer Generationen. Wir verringern deshalb den Verbrauch von natürlichen Ressourcen und die Belastung der globalen Ökosysteme durch Abfall und Emissionen. 

Nachhaltigkeit als leitende Perspektive
Die Nachhaltigkeitsleitlinien finden ihre Bewährung in der eigenen Praxis. Unser konkretes Tun als Erzdiözese erfolgt deshalb aus einer Perspektive der Nachhaltigkeit.
Das bedeutet: In unseren Entscheidungen nehmen wir eine Perspektive ein, die soziale Fairness, ökologische Tragfähigkeit und ökonomische Effizienz als sich wechselseitig bedingende Größen versteht. 

Aktiv werden in die Kirche und in die Gesellschaft
Es ist uns wichtig, dass unser Handeln als Erzdiözese sowohl in die Kirche hineinwirkt als auch von der Gesellschaft wahrgenommen wird. Die eigene Praxis verstehen wir als Teil der kirchlichen Verkündigung und kommunizieren sie daher offensiv.
 
Felder nachhaltigen kirchlichen Handelns:
Für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsleitlinien empfehlen wir, dass sich alle Ebenen und Einrichtungen der Erzdiözese verbindliche und nachprüfbare Ziele innerhalb festgelegter Handlungsfelder setzen. Diese Handlungsfelder sind vor allem:
  • Liturgie, Verkündigung und geistliches Leben
  • Bildung
  • Diakonisches Handeln
  • Umgang mit kirchlichem Grundeigentum
  • Bauen
  • Nutzung von Rohstoffen und Energie
  • Einkaufen und Beschaffen
  • Abfall, Emissionen, Abwasser
  • Mobilität
  • Umgang mit Geldanlagen
  • Mitarbeitende
  • Schöpfungsverantwortung in Politik und Gesellschaft 
Das Maß, in dem bereits heute die Nachhaltigkeitsleitlinien in den benannten Handlungsfeldern umgesetzt werden, ist unterschiedlich, ebenso wie die zukünftige Umsetzung nur in unterschiedlichen Geschwindigkeiten geleistet werden kann. Ihre möglichst umfassende Benennung ist dennoch wichtig, um zu einem in sich stimmigen systematischen Gesamtvorgehen zu kommen.
 

Videos

Kräutergarten Beuerberg
 
 
Schlossbienen in Fürstenried
 

Umwelt
Kapellenstr. 4
80333 München
Telefon: 089 2137-1251, 089 2137-1602
nachhaltig(at)eomuc.de
http://www.erzbistum-muenchen.de/umwelt
Abteilungsleiter und Diözesaner Umweltbeauftragter:
Mattias Kiefer
umweltbeauftragter(at)eomuc.de
Telefon: 089 2137-1514

Umweltmanagementbeauftragter des
Erzbischöflichen Ordinariats München:
Hermann Hofstetter
HHofstetter(at)eomuc.de
Telefon: 089 2137-1601