Die Elternbriefe der katholischen Kirche geben Tipps für den Familienalltag Das aktuelle Thema: Mit Kindern über Trennung sprechen

Kind schaut traurig auf Papierbild von Vater, Mutter und Kind
Wenn Mutter und Vater sich trennen, ist das ein tiefer Einschnitt und eine große Veränderung für alle Familienmitglieder. Wichtig ist, dass die Eltern die Bedürfnisse ihrer Kinder aufmerksam wahrnehmen und im Blick behalten.
"Mein Mann und ich haben beschlossen, uns zu trennen. Bisher konnten wir schlimmere Streitereien vor unseren Kindern Maja (5 Jahre alt) und Simon (9 Jahre alt) vermeiden. Trotzdem haben die beiden vermutlich bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Nun will mein Mann allerdings ausziehen. Wie können wir das unseren Kindern sagen, ohne ihnen weh zu tun?" (Katja, 39 Jahre)

Trennt sich ein Elternpaar, ist das ein tiefer Einschnitt und eine große Veränderung für alle Familienmitglieder. Möglicherweise fühlen die Kinder sich insbesondere im Hinblick auf ihr soziales Grundbedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit verunsichert. Das kommt aber auch in anderen Situationen vor: Etwa beim Kita- und Schulwechsel oder beim Tod eines nahen Angehörigen. Ob - und wie sehr - Kinder unter der Trennung leiden, hängt in erster Linie von den Eltern ab. Wichtig ist, dass Sie die Bedürfnisse Ihrer Kinder aufmerksam wahrnehmen und im Blick behalten.

Das Gespräch vorbereiten

Ist die Entscheidung sich zu trennen einmal gefallen, planen Sie das Gespräch mit Ihren Kindern. Hilfreich kann es sein, die Situation vorher gedanklich durchzuspielen:
  • Was könnte passieren, wenn wir den Kindern sagen, dass wir uns trennen wollen?
  • Wie verhalten wir uns, wenn eines der Kinder anfängt, zu weinen?
  • Welche Fragen könnten uns die Kinder rund um die Trennung stellen?
  • Was antworten wir – als Mutter, als Vater?
  • Was tun wir, wenn eine*r von uns die Beherrschung verliert?

Authentisch bleiben


Ihre Kinder brauchen die Sicherheit, Ihnen und Ihren Worten vertrauen zu können. Seien Sie daher im Gespräch ehrlich und aufrichtig! So verstehen Ihre Kinder am ehesten die Endgültigkeit Ihrer Entscheidung. Sie müssen nicht alles erzählen (das tun Sie auch besser nicht). Aber was Sie erzählen, sollte wahr sein. Machen Sie klar, dass Sie beide Ihren Kindern auch künftig als Mutter und Vater zur Seite stehen werden.

Kinder entlasten

Besonders wichtig ist es, Ihren Kindern zu vermitteln, dass sie für die Trennung keine Verantwortung tragen. Kinder sind, entwicklungspsychologisch bedingt, insbesondere im Vorschulalter ichbezogen eingestellt. Das heißt: Sie neigen dazu, sich selbst für das, was in ihrer Umwelt geschieht, zu beschuldigen. Je deutlicher Sie als Eltern den Vorgang der Trennung erläutern, desto eher verhindern Sie, dass Ihre Kinder sich eine Geschichte ausdenken (müssen), in der sie selbst die Rolle des*der Verantwortlichen spielen.

Gefühle zulassen

Geben Sie Ihren Kindern während des Gesprächs ausreichend Raum, ihre eigene Meinung und ihre Gefühle zu äußern. Tränen sind erlaubt! Und auch, mit anderen vertrauten Personen über die Situation sprechen zu dürfen. Vergewissern Sie sich, ob Ihre Kinder alles verstanden haben und bleiben Sie jederzeit für Fragen ansprechbar.

Eltern bleiben trotz Trennung

Ist eine*r von Ihnen beiden von vornherein nicht gut drauf oder fängt an, wütend zu werden, vertagen Sie das Gespräch bzw. unterbrechen Sie es! Mit authentischen Ich-Botschaften können Sie erklären, wie es Ihnen geht, warum Sie lieber unterbrechen oder zu einem anderen Zeitpunkt einen neuen Versuch starten möchten:
  • „Ich merke, dass es mir gerade sehr schwerfällt, mit euch zu reden. Ich brauche eine kurze Pause.“
  • Sammeln Sie sich, holen Sie tief Luft; tun Sie etwas, um den emotionalen Stress abzubauen. 
  • Starten Sie einen neuen Versuch – oder verständigen Sie sich auf einen anderen Tag, an dem Sie das Gespräch führen.
  • Vermeiden Sie gegenseitige Vorwürfe, auch indirekte. Sätze wie: „Mama will, dass ich ausziehe“ oder: „Papa hat mich betrogen“ sind ein No-Go!

Text: Jana Strahl, Pädagogische Referentin in der Erwachsenen- und Familienbildung, Kess-erziehen- Referentin


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