Die Elternbriefe der katholischen Kirche geben Tipps für den Familienalltag Das aktuelle Thema: Medienkonsum von Kindern

Junge von hinten vor Fernsehbildschirm
In unserer Familie gibt es immer wieder Streit, ob und wie lange unsere Söhne (5 und 7 Jahre) Medien wie Fernseher oder Tablet nutzen dürfen. Was raten Sie?  (Julia, 38)

Fragen rund um das Thema Medienkonsum beschäftigen viele Eltern. Häufig gibt es im Familienalltag heiße Diskussionen darüber, ob und wie lange Kinder Fernsehen gucken oder andere Medien nutzen dürfen. Fachleute geben dazu unterschiedliche Empfehlungen, die in der Mehrheit nicht wesentlich voneinander abweichen. Neben den Fragen nach dem „ob?“ und „wie lange?“ ist dabei auch die Frage „was ist zu beachten?“ von großer Bedeutung.

Wie können Kinder den Umgang mit Medien lernen?

Unsere Kinder wachsen in einer Welt auf, in der Medien zum Alltag gehören. Daher ist es wichtig, dass sie den richtigen Umgang mit Fernsehen, Tablet & Co. lernen. Doch: Jedes Kind ist anders. Der jeweilige Entwicklungsstand des Kindes bestimmt, welche Medieninhalte es verarbeiten kann. Eine Orientierung dazu bieten die Altersempfehlungen. Wichtig ist aber, dass Sie Ihre Kinder aufmerksam beobachten und auf negative Anzeichen – wie beispielsweise Albträume oder Aggressivität –reagieren. Und: Die Nutzung von Medien sollte niemals auf Kosten von Schlaf, Bewegung oder Face-to-face Zeit gehen, sondern Gemeinsamkeit und Entwicklung ermöglichen. 

Tipps für die Mediennutzung von Kindern

Als Mutter und Vater können Sie Ihre Kinder dabei unterstützen, eine gute Medienkompetenz zu entwickeln.
  1. Bleiben Sie mit Ihren Kindern im Gespräch und suchen Sie zusammen Filme und Programme aus.
  2. Begleiten Sie Ihre Kinder, indem Sie Filme gemeinsam anschauen, die Handhabung von Fernseher oder Tablet erläutern, Erklärungen bieten und ein Bewusstsein für mögliche Risiken schaffen.
  3. Sprechen Sie über Gesehenes – und auch darüber, wie Ihr Kind eine Sendung, ein Video oder einen Film erlebt hat.
  4. Stellen Sie klare Regeln auf, wann und wo Ihr Kind Fernsehen gucken und Medien nutzen darf.
  5. Besprechen Sie vorher mit Ihrem Kind, welche Konsequenzen es hat, wenn es sich nicht an die Regeln zur Mediennutzung hält.
  6. Setzen Sie Medien möglichst nicht als Belohnung oder Strafe ein, um ihnen keine übermäßige Bedeutung zukommen zu lassen.
  7. Machen Sie einen Unterschied zwischen Freizeit-, Lern- bzw. Arbeitszeiten vor dem Bildschirm (z.B. informationsbezogene Nutzung positiv bewerten).
  8. Durch die Coronapandemie haben sich Medienzeiten verändert. Die zusätzliche Bildschirmzeit durch Homeschooling oder andere digitale Lernangebote sollten nicht von vereinbarten Mediennutzungszeiten abgezogen werden.
  9. Fördern Sie die Kreativität Ihrer Kinder und schaffen Sie attraktive Alternativen zum Medienkonsum.
  10. Gehen Sie in Sachen Mediennutzung als gutes Vorbild voran: Dazu kann es hilfreich sein, als Mutter oder Vater von Zeit zu Zeit auch den eigenen Medienkonsum kritisch zu hinterfragen.

Welche Medien eignen sich für welches Alter?

Vor allem in den ersten Lebensjahren ist es wichtig, dass Kinder ihre Umwelt mit allen Sinnen wahrnehmen und erfahren. Riechen, schmecken, hören, sehen und fühlen – all das braucht es für die kindliche Entwicklung. Jungen Kindern schaden Medien dabei eher. So können z.B. Fernsehbilder und schnelle Schnitte Kinder unter 3 Jahren stark verunsichern. Eine Orientierung zur Frage, welche Medien Kinder nutzen sollten, bietet die sogenannte 3-6-9-12-Faustregel, die der französische Kinderpsychiater Serge Tisseron 2008 aufgestellt hat. Die inzwischen überarbeitete und den heutigen Gegebenheiten angepasste Version besagt:

  • Unter 3 Jahren: möglichst kein TV, langsam die Bildschirmnutzung einüben und begleiten. Digitale Tools nur in Begleitung nutzen und diese nicht aus der Hand geben
  • 3 – 6 Jahre: beschränkte Bildschirmzeiten, keine eigene Spielkonsole
  • 6 – 9 Jahre: langsame begleitete Heranführung an das Internet, kein eigenes Internet, Handy oder Smartphone (kein eigenes Gerät vor 8 Jahren)
  • 9 – 12 Jahre: zunehmend selbständige Nutzung des Internets, keine unbegleiteten sozialen Netzwerke vor 10 Jahren, ein eigenes Mobiltelefon (wenn sinnvoll)
  • Ab 12 Jahren: begleitete Nutzung sozialer Netzwerke mit zunehmender Selbständigkeit
  • 3 - 5 Jahre: bis eine halbe Stunde Bildschirmzeit am Tag
  • 6 – 9 Jahre: bis zu einer Stunde Bildschirmzeit am Tag
  • Ab 10 Jahren: ein wöchentliches Zeitkontingent vereinbaren, pro Lebensjahr 10 Minuten am Tag oder 1 Stunde pro Lebensjahr in der Woche

Welche zeitliche Begrenzung der Mediennutzung ist sinnvoll?

Eine Faustregel lautet:
  • 3 - 5 Jahre: bis eine halbe Stunde Bildschirmzeit am Tag
  • 6 – 9 Jahre: bis zu einer Stunde Bildschirmzeit am Tag
  • Ab 10 Jahren: ein wöchentliches Zeitkontingent vereinbaren, pro Lebensjahr 10 Minuten am Tag oder 1 Stunde pro Lebensjahr in der Woche

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