Sonntag - 18. Januar
Es ist eine Begegnung der besonderen Art: Johannes sieht Jesus auf sich zukommen und es sprudelt aus ihm heraus. Er beschreibt, was er erlebt hat, als er Jesus taufte. Am Ende seiner Aussagen steht das Bekenntnis: Er ist der Sohn Gottes! Genau das ist, was diesen Jesus ausmacht, was er ist. Herr, du bist der Sohn Gottes! (Joh 1, 29–34)
Montag - 19. Januar
Es ist problematisch, wenn ich den anderen etwas vorwerfe, weil sie nicht die Rolle erfüllen, die man ihnen gegeben hat. So geht es auch den Jüngern Jesu. Sie fasten nicht, wie es die Jünger des Johannes und die Pharisäer machen. Das stört manche, denn so etwas passt eben nicht in das gewohnte Bild. Die Antwort Jesu ist eindeutig: Jetzt ist die Zeit, in der der Bräutigam mit den Hochzeitsgästen feiert. Herr, schenk mir die Unterscheidungskraft für das, was wahr ist! (Mk 2, 18-22)
Dienstag - 20. Januar
Einen Standpunkt im Leben einzunehmen, gibt Sicherheit. Und so reagieren die Pharisäer rigoros, als sie die Jünger beobachten, wie diese am Sabbat in den Kornfeldern die Ähren abrupfen. Nach ihren Grundsätzen geht das gar nicht. Jesus greift auf die gemeinsame Tradition zurück und macht ihnen deutlich, worauf es ankommt. Es geht nicht um eine bedingungslose Erfüllung der Gesetze. Ob die Pharisäer dies als befreiend erlebt haben? Herr, schenke mir deinen Geist, damit ich erkenne, wie ich handeln soll! (Mk 2, 23-28)
Mittwoch - 21. Januar
Ein verstocktes Herz oder ein körperliches Handicap: Das ist heute im Evangelium die Frage. Wird Jesus den Sabbat brechen und einen Menschen heilen? Jesus schaut in die Augen der Pharisäer und sieht ihr verstocktes Herz. Das hindert ihn aber nicht daran, einen Mann mit einer verdorrten Hand zu heilen. Und er macht deutlich, was wirklich zählt: Gutes zu tun und ein Leben zu retten! Herr, lass nicht zu, dass angesichts meiner Ängste mein Herz verstockt! (Mk 3, 1-6)
Donnerstag - 22. Januar
Wer steht in einer Notsituation zu mir? Jesus wird umlagert von leidenden Menschen. Sie haben gehört, dass er ihnen Heilung schenken kann. Jesus geht auf sie ein. Nur eines sollen die befolgen, die er von unreinen Geistern heilt: Sie sollen nicht bekannt machen, wer er ist. Dies steht ihnen nicht zu. Erst im Tod und in der Auferstehung Jesu wird sein wahres Ich allen bekannt gemacht werden. Herr, lass mich mehr und mehr erkennen, was du für mich getan hast! (Mk 3, 7-12)
Freitag - 23. Januar
Zu einer Gemeinschaft zu gehören ist für uns Menschen Teil unserer Identität. Dann wird das Leben interessanter, bunter und tiefer! Jesus steigt mit seinen Jüngern auf einen Berg. Er beruft seine Jünger und überträgt ihnen die Aufgaben, zu den Menschen zu gehen und das Reich Gottes zu verkünden. Die Jünger kommen anders zurück vom Berg, als sie hinaufgegangenen sind. Ob sie wissen, was auf sie zukommt? Herr, sende mich und bleibe bei mir! (Mk 3, 13-19)
Samstag - 24. Januar
Was tun, wenn mein Gegenüber überhaupt nicht mehr meinem Wunschbild entspricht? Liege ich dann falsch oder der andere? Jesu Angehörige verstehen sein Verhalten nicht mehr. „Er ist von Sinnen“, glauben sie und wollen eingreifen. Aber muss Jesus den tradierten Regeln entsprechen? Ist nicht gerade seine Predigt und sein Handeln schon jetzt völlig ver-rückt von den bisherigen Normen? Kann ich Jesus überhaupt begreifen und erkennen? Herr, lass mich nie glauben, dich vollständig erkannt zu haben! (Mk 3, 20-21)
Text: P. Alfons Friedrich SDB, Pfarradministrator im Münchner Pfarrverband Haidhausen