Worauf es ankommt - Gedanken zu den Tagesevangelien für die Woche vom 23. Januar bis 29. Januar 2022

Hand mit Getreidekörnern
AdobeStock/Cora-Müller

Sonntag - 23. Januar

„Heute hat sich das Schriftwort, dass ihr eben gehört habt, erfüllt.“ Mich bewegt, wie  Jesus hier alle Anwesenden aufrüttelt, indem er deutlich macht: Die Thora und die Pro-pheten, das sind nicht nur heilige Texte, denen man im Gottesdienst lauscht, sondern sie haben eine existenzielle Bedeutung für mich und für mein Leben. Heute, hier und jetzt, erfüllt sich die Schrift und bricht in meinen Alltag ein. Das ist der wahre Schatz der bib-lischen Tradition und es kommt darauf an, dass ich diesen Schatz täglich und lebendig für mich neu entdecken kann. (Lk 1,1–4; 4,14–21)
 

Montag - 24. Januar

Es kommt auf die Unterscheidung der Geister an. Für das Ergebnis ist es eben nicht egal, welcher Mittel ich mich bediene, aus welcher Motivation heraus ich handele und  mit wem ich mich verbünde. Es ist wichtig, dass ich mich selbst darauf hin prüfe  und ebenso bei anderen eine Achtsamkeit dafür entwickle. (Mk 3,22–30)
 

Dienstag - 25. Januar

Wer glaubt, kann auch etwas wagen. Es kommt darauf an, der Zusage Jesu zu trauen und mutig neue Wege zu gehen und neue Sprachen zu sprechen. Paulus hat es vorgemacht: Nur wenn man aus einem alten System radikal ausbricht und sich mit Lust am Risiko  auf Gefährliches und Ungewohntes einlässt, kann man auch Neuland erschließen.  (Bekehrung des Hl. Apostels Paulus – Mk 16,15–18)
 

Mittwoch - 26. Januar

Worauf es ankommt, liegt im Gleichnis vom Sämann verborgen. Mit den Jüngern habe  ich das Privileg, dass Jesus es mir noch einmal im Klartext erläutert: Es gilt, das Wort,  die Botschaft vom Reich Gottes zu hören und aufzunehmen, also auch gegen Widrig- keiten danach zu leben und es weiterzutragen. Wenn mir das gelingt, trage ich zu seiner Verbreitung bei und bringe reiche Frucht. (Mk 4,1–20)
 

Donnerstag - 27. Januar

Es kommt auch auf mich an! Ich kann mit meiner Offenheit oder eben auch meiner  Abgewandtheit selbst steuern, ob ich an der Botschaft Gottes wachsen möchte oder weit hinter meinen Möglichkeiten zurückbleibe. Ich möchte gerne mein Licht unter dem Scheffel hervorholen und meine Ohren weit öffnen und hoffe, dass es mir gelingt. (Mk 4,21–25)
 

Freitag - 28. Januar

Auf Zutrauen und Geduld kommt es an. Natürlich muss ich meinen Beitrag leisten,  meine Fähigkeiten einbringen und Einsatz zeigen. Aber ich muss auch wissen, wann ich etwas lassen muss, dessen Fortgang ich nicht mehr beziehungsweise nicht mehr positiv beeinflussen kann. Ich darf das Zutrauen haben, dass Dinge wachsen, und ich darf  die Hoffnung haben, dass mein Beitrag, so klein er auch sein mag, einen Unterschied und vielleicht auch einen Anfang macht. (Mk 4,26–34)
 

Samstag - 29. Januar

Auf meinen Weg mit Gott kommt es an. Die Jünger und ihre Erlebnisse mit Jesus sind  für mich eine Art Blaupause für meinen eigenen Glaubensweg. Jesus fasziniert mich, er gibt mir Hoffnung und Zuversicht, aber er irritiert mich auch, manchmal erschrecke ich, manchmal verstehe ich nicht, und manchmal verzweifle ich direkt. Nicht immer kann ich bedingungslos zu ihm stehen. Aber er geht meinen Weg immer mit mir und ist immer da, wenn ich bereit bin, wieder weiterzugehen. (Mk 4,35–41)
 

Sascha Rothschiller
Text: Sascha Rotschiller, Theologe und stellvertretender Direktor der Katholischen Landvolkshochschule Petersberg, entnommen aus der Münchner Kirchenzeitung vom 23. Januar 2022, Nr. 4

 
Einen ausführlichen Impuls zum jeweiligen Tagesevangelium hören Sie im Münchner Kirchenradio (MKR) montags bis freitags gegen 12.50 Uhr in der Sendung „München am Mittag“, samstags und sonntags zwischen 12 und 15 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr in der Sendung „MKR am Wochenende“.

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