In Hier und Jetzt - Gedanken zu den Tagesevangelien für die Woche vom 26. Juni bis 02. Juli 2022

Segelboot auf stillem See vor einer Bergkette
AdobeStock Ilja

Sonntag - 26. Juni

Das heutige Evangelium ist ein starkes Zeugnis dafür, dass Jesus keinen blinden Gehorsam, keine sklavische Unterwerfung will. Und auch keine fanatischen, gewaltbereiten Anhänger. Feuer und Schwert hat Jesus immer abgelehnt. Es bleiben die Fragen, die an uns alle gerichtet sind: Bin ich bereit, mich auf seinen Weg einzulassen, aus freiem Entschluss, mit ganzem Herzen? Wie ernst habe ich bisher meinen Glauben genommen? Wie echt ist mein Christsein? (Lk 9,51–62)
 

Montag - 27. Juni

„Folge mir nach; lass die Toten ihre Toten begraben“, sagt Jesus im Evangelium. Ich würde es für mich so übersetzen: Das, was war, kann ich nicht mehr ändern. Lebe und gestalte dein Leben im Hier und Jetzt. Nicht rückwärtsgerichtet leben, sondern ausgerich-tet auf das Leben schlechthin: auf Gott. Das ist radikal und faszinierend zugleich.  (Mt 8, 18–22)
 

Dienstag - 28. Juni

Heute geht es Jesus im Evangelium nicht darum, dass wir keine Angst mehr haben. Es geht ihm darum, dass wir in diesen Stürmen Vertrauen haben. Auch wenn die Erfahrung sagt, es wird nicht gut ausgehen. Er, Jesus, geht diesen Weg mit. Er ist mit im Boot. Und es kehrt eine Ruhe ein, ähnlich der Ruhe und Stille, die die Jünger im Boot erfahren ha-ben. Er wird keinen untergehen lassen, der sich ihm anvertraut. (Mt 8,23–27)
 

Mittwoch - 29. Juni

Die Zusage Jesu: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“, ist menschlich gesehen eine völlige Überforderung. Ein Scheitern muss Petrus erleben, als er Jesus verleugnet. Und doch gilt: „Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen.“ Nicht Petrus ist der Baumeister, sondern Jesus. Dieser Abschnitt des Evangeliums lädt dazu ein, darüber nachzudenken: Wo sieht Jesus mich? Die Antwort kann eine überraschende Wende im Leben bedeuten, aber sie wird niemals überfordern.  (Hochfest Hl. Petrus und hl. Paulus, Apostel – Mt 16,13–19)
 

Donnerstag - 30. Juni

Noch nie war die Lebenserwartung in unserer Gesellschaft so hoch wie heute. Doch sind wir auch glücklicher? Vernachlässigen wir nicht die Gesundheit der Seele, wenn wir nicht mit unseren Fehlern ins Reine kommen? Jesus macht ein Angebot: Er lädt uns ein, sich in jeder Lebenslage seiner Liebe und Güte anzuvertrauen, eine Wirklichkeit, in der wir gut aufgehoben sind. Dazu braucht es das Vertrauen und den Glauben des Gelähmten im Evangelium, der sich von Jesus hat heilen lassen. (Mt 9,1–8)
 

Freitag - 01. Juli

Es ist gar nicht so leicht zu sagen, wer gerecht ist, wer Sünder, wer krank ist und wer gesund. Ich selbst bedarf immer wieder der Barmherzigkeit Gottes und des Arztes Jesus, der heilend in mein Leben eingreift. Eines ist gewiss: Jesus ist gekommen, um in seine Nachfolge zu rufen. Matthäus damals am Zoll, die Sünder, die mit ihm zusammen aßen, aber auch die Pharisäer, die lernen mussten: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“. (Mt 9, 9-13)
 

Samstag - 02. Juli

Das heutige Evangelium fordert uns auf, wie Maria mit dem Wirken Gottes zu rechnen. Dann verändert sich auch mein Blickwinkel. Da höre ich von dem ukrainischen Bauern, der unter Le-bensgefahr versucht, Getreide zu ernten, um Hunger zu stillen. Da öffnen Menschen ihre Häuser, um Geflüchteten zu helfen. Gott wirkt also auch in unserer Zeit. Es lohnt sich, sich auf Spurensuche zu begeben. Lassen Sie sich überraschen. (Fest Mariä Heimsuchung – Lk 1,39–56)
 

Josef Jackl
Text: Josef Jackl, Hauptberuflicher Diakon Pfarrverband Raubling, entnommen aus Münchner Kirchenzeitung vom
26. Juni 2022, Nr. 26


 
Einen ausführlichen Impuls zum jeweiligen Tagesevangelium hören Sie im Münchner Kirchenradio (MKR) montags bis freitags gegen 12.50 Uhr in der Sendung „München am Mittag“, samstags und sonntags zwischen 12 und 15 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr in der Sendung „MKR am Wochenende“.

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