Gott will unser Bestes - Gedanken zu den Tagesevangelien für die Woche vom 24. Oktober bis 30. Oktober 2021

Ein Mann reicht einer verzweifelten Frau die Hand zur Hilfe.

Sonntag - 24. Oktober

„Ich werde überhaupt nicht gesehen!“ Eine Klage, die ich immer wieder
gehört habe, wenn Menschen mit mir darüber sprachen, dass sie sich nicht angenommen fühlen, sei es im Job, in der Familie, im Freundeskreis. Jesus sieht uns. Mag sein, dass wir das nicht immer merken. Aber er sieht uns, und zwar positiv. (Mk 10,46–52)
 

Montag - 25. Oktober

Es kann passieren, dass Menschen sich nicht mehr bewegen und sich nicht mehr ändern können. Dass sie feststecken, verkümmern und verkrümmt sind. Es ist schwer, etwas dagegen zu tun. Aber notwendig und zwar so sehr, dass es keinen Aufschub duldet. Besonders Sachen, die schwer sind und dauern werden, sollten wir bald angehen. So hat es Jesus auch gemacht, denn ihm waren diese verkrümmten Menschen nicht egal. (Lk 13,10–17)
 

Dienstag - 26. Oktober

Das Reich Gottes soll wachsen? Wirklich? Sicher, Jesus hat das so angekündigt. Aber sehen wir das? Wir heute, hier in Deutschland? Mit einer immer größer werdenden Kluft zwischen Konservativ und Progressiv und massig Kirchenaustritten? Doch, ich glaube schon, dass Gottes Reich wächst. Vielleicht unmerklich, oder es ist schwer zu verstehen. Aber es wächst, zumindest dann, wenn wir mit unseren Konflikten nicht total dagegen ankämpfen. (Lk 13,18–21)
 

Mittwoch - 27. Oktober

Es gibt Klubs, die leben vor allem davon, dass man schwer hineinkommt. Scheinbar ist man mehr wert, wenn man zu einem exklusiven Kreis gehört. Wir als Christinnen und Christen sind zwar auserwählt, von Gott selber. Aber einbilden sollten wir uns darauf nichts. Denn er will ziemlich viele Leute in seinem Reich haben, die es echt nicht verdient haben, und mit denen man dort gar nicht gerechnet hätte. Sogar uns. (Lk 13,22–30)
 

Donnerstag - 28. Oktober

Momentan wird sehr viel diskutiert, wie kirchliche Ämter besetzt werden sollen. Das ist ein heißes Thema, denn hier liegt der stärkste Hebel zu echten Reformen, die ohne Veränderungen an der kirchlichen Lehre durchzuführen wären. Was immer am Schluss herauskommt, ob Wahlen oder wenigstens transparente Verfahren – ohne das Gebet und ohne die Bitte um den Heiligen Geist kann es nie gehen. (Fest Hll. Apostel Simon und Judas – Lk 6,12–19)
 

Freitag - 29. Oktober

Jesus war irgendwie immer im Dienst. Ob in der Synagoge, ob unterwegs, ob zum Essen eingeladen: Immer stand er unter Beobachtung. Jedes Wort und jede Geste war wichtig. Und er nutzte diese Prominenz, um seine Botschaft immer wieder deutlich zu machen. Was er tat, um ein Zeichen zu setzen, ist ein wichtiger Teil seiner Botschaft: Er heilte Kranke, er richtete niedergedrückte Menschen wieder auf. Das sagt: Gott will unser Bestes. (Lk 14,1–6)
 

Samstag - 30. Oktober

Als Pfarrer ist man manchmal zu festlichen Essen eingeladen. Da ist die Sitzordnung immer ein Thema, man kann da offenbar viel falsch machen. Einem Menschen nicht den Rang zuzugestehen, den er hat oder den er selber zu haben meint, ist eine große Kränkung. Da ist es dann gut, wenn man sein Selbstwertgefühl nicht aus solchen Dingen beziehen muss. Zu wissen, dass wir für Gott wertvoll sind, hilft da ungemein. (Lk 14,1.7–11)

Pater Korbinian Linsenmann OSB
Text: Pater Korbinian Linsenmann OSB, Pfarrer der
Pfarrei St. Bonifaz München,
entnommen aus Münchner Kirchenzeitung vom 24. Oktober 2021, Nr. 43

 
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