Gedanken zu den Tagesevangelien für die Woche vom 25. Januar - 31. Januar 2026

Verschneite Holztreppe im Wald
Winterliche Natur
Sonntag - 25. Januar
Manchmal kann ich mich nicht zu einer klaren Meinung durchringen. Am schwierigsten finde ich es gegenüber dem Krieg in der Ukraine: Ist es wirklich die einzige Lösung, immer mehr Waffen dort hinzuliefern? Neulich habe ich die Geschichte von einem kleinen ukrainischen Mädchen gesehen, das mit einem Lied den Menschen wieder Mut gemacht hat. Ihr Lied bewirkt im Endeffekt mehr als alle Waffen: Es berührt die Herzen. (Mt 4, 12–23)

Montag – 26. Januar
Nach dem Tod von Papst Benedikt am Silvestertag 2022 habe ich über ihn viel gelesen und gehört. Dabei ist mir aufgefallen, wie sehr manche dabei ins Beurteilen gekommen sind, positiv oder negativ. Ich kann mich dabei nicht ausnehmen. Dabei bin ich doch oft positiv überrascht worden. Bei all den Diskussionen in Kirche und Gesellschaft sollte in erster Linie wieder der Mensch gesehen werden und sein guter Wille, was ihn antreibt, bewegt und trägt, dann kann ich ihn wieder annehmen, wie er ist. (Mk 3, 22-30)

Dienstag – 27. Januar
Familie heißt nicht automatisch, dass man sich verstehen muss. Familie ist so vielschichtig und bunt, wie die Menschen, die dort zusammenleben. Familie lebt mit Brüchen, Ängsten und Verlust. Vielen Menschen bietet sie trotzdem den Halt, der sie im Leben trägt. Und es ist trotz aller Schwierigkeiten die Gemeinschaft, für die man noch am meisten investieren würde, um sie zu erhalten. (Mk 3, 31-35)

Mittwoch – 28. Januar
Manchmal stellt sich der Erfolg einfach nicht ein. Da strenge ich mich noch so sehr an, und doch gelingt es nicht. Soll ich aufhören? Jesus ruft im Gleichnis des Sämanns dazu auf, mit der frohen Botschaft geradezu verschwenderisch umzugehen. Nicht der schnelle Erfolg zählt, sondern die stete und großzügige Verkündigung. Die wird dann nicht eng, sondern weit, nicht ängstlich, sondern freigiebig. Und wird Frucht tragen: „dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach“. (Mk 4, 1-20)

Donnerstag – 29. Januar
Viele Menschen, die ich begleitet habe, hatten in erster Linie das Bedürfnis, dass ihnen jemand zuhört. Dabei braucht mein Gegenüber meine ganze Aufmerksamkeit. Sobald er merkt, dass ich mit den Gedanken ganz woanders bin, wird sein Vertrauen verletzt. Wenn ich es schaffe, mich ganz auf einen Menschen einzulassen, dann braucht es oft gar nicht mehr viele Worte, um ihm weiterzuhelfen. (Mk 4, 21-25)

Freitag – 30. Januar
Wenn ich Jesu Botschaft vom wachsenden Reich Gottes ernst nehme, muss ich die Erwartung dessen, was da wachsen soll, bedenken. Es ist gerade nicht als politische Größe gedacht, die für Frieden in der Welt sorgt. Es ist für mich vielmehr ein „trotz allem“ und „entgegen dem Scheinbaren“ existierendes Reich. Der Same ist ja in die Herzen der Menschen, die Jesu Botschaft hören, gesät. Wenn diese darauf antworten, zeigt sich das Reich Gottes im Einander-Helfen und Füreinander-Einstehen. (Mk 4, 26-34)

Samstag – 31. Januar
Es gibt viele Anlässe, sich über etwas aufzuregen. Ich versuche dann, mich schnell wieder zu beruhigen. Die Dinge gelassen zu sehen, dabei hilft mir der Humor. So hat mich ein Spruch von Karl Valentin durch schwierige Lebenssituationen begleitet: „I gfrei mi, wenn‘s regnet, weil wenn i mi net gfrei, regnet‘s aa.“ Ich glaube, Jesus hatte einen ähnlichen Humor wie Karl Valentin, sonst wäre er manchmal mit seinen Jüngern verzweifelt. (Mk 4, 35-41)

Michael_Kafka
Text: Gemeindereferent Michael Kafka, Pfarrverband Mariahilf – St. Franziskus in München.
 

 


 
Einen ausführlichen Impuls zum jeweiligen Tagesevangelium hören Sie im Münchner Kirchenradio (MKR) montags bis freitags gegen 07:45 Uhr bzw. 21:45 Uhr sowie samstags und sonntags gegen 09:45 Uhr bzw. 23:45 in der Sendung „Innehalten“.

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