Sonntag - 01. Februar
Bei meinen beiden Israelbesuchen hat mich die Kirche auf dem Berg der Seligpreisungen tief beeindruckt. Die einzelnen Seligpreisungen sind in dieser lichtdurchfluteten Kirche einzeln an den Wänden gleichsam als Fenster dargestellt. Durch die einzelnen Seligpreisungen sollen Licht und Freude auf den Weg von uns Menschen fallen. Es ist wirklich eine beglückende Erfahrung, wenn Jesus uns in der Bergpredigt „glücklich“ nennt, weil wir seine Freunde sind. (Mt 5, 1-12a)
Montag – 02. Februar
„Jedes menschliche Leben ist Begegnung“, meinte Martin Buber. Jedes Leben lebt von Begegnung. So war es auch bei der Begegnung der Familie Jesu mit Simeon und Hanna im Tempel. Es war für die alten Menschen eine große Freude, im Kind Jesus auf den zu treffen, auf den sie zeitlebens gehofft haben. Er kommt ihnen im Kleinen und Unscheinbaren entgegen. Auch wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott in jedem Kind die Augen aufschlägt und uns begegnen will. (Fest der Darstellung des Herrn - Lk 2, 22-40)
Dienstag – 03. Februar
Nach Auferstehung und Himmelfahrt Jesu beginnt die Zeit der Kirche. Es beginnt der synodale Weg der Kirche. Der Horizont weitet sich auf die ganze Welt. Die Apostel sollen die Hoffnungsbotschaft in die Welt tragen. Der derzeitige synodale Prozess soll auch Hoffnung auf Zukunft der Kirche zu den Menschen bringen. Wir dürfen uns alle als Getaufte und Gefirmte, also als firme Menschen, an diesem Weg beteiligen, mit weitem Herzen. (Hl. Blasius, Bischof, Märtyrer - Mk 16, 15-20)
Mittwoch – 04. Februar
In einer Geschichte von Herrn Keuner heißt es: Einer traf Herrn K nach langer Zeit wieder und er sagte zu ihm: Sie haben sich aber gar nicht verändert. Herr K erbleichte. Die kleine Episode ist eine Anfrage an uns: Trauen wir einander Veränderung, Weiterentwicklung im Leben und im Glauben zu? Trauen wir dies vor allem auch jungen Leuten zu, die wir meinen, bestens zu kennen? Geben wir einander die Chance zur Veränderung? (Mk 6, 1b-6)
Donnerstag – 05. Februar
Als „Missionar auf Zeit“ war mein Bruder für eineinhalb Jahre in Chile. Er hat in einer Pfarrei mitgearbeitet in der Seelsorge. Er war in einem tollen Team, wo einer vom anderen profitiert und gelernt hat. Jesus sandte seine Jünger zu zweit aus. Darauf kommt es auch heute in der Kirche sehr an. Ein gutes Miteinander in den Berufsgruppen und in Verbindung mit den anderen Haupt- und Ehrenamtlichen ist ein Geschenk und Segen für die Gemeinde und die Kirche als Ganzes. (Mk 6, 7-13)
Freitag – 06. Februar
„Ich bin heute inkognito hier“. Diese Antwort gab mir ein Mitbruder, als ich ihn im Konzert traf. Im Evangelium hören wir heute vom Tod des Täufers Johannes. Herodes der Große meinte, Johannes lebe gleichsam inkognito in Jesus weiter. Denn Jesus geht den gleichen Weg wie Johannes. Es ist schön, heute Menschen zu begegnen, die durch unscheinbares Eintauchen unter die Menschen sich dem „Inkognito“ Jesu in unserer Zeit zur Verfügung stellen. (Mk 6, 14-29)
Samstag – 07. Februar
Burnout – davor warnen die Medizinier. Es ist eine Volkskrankheit, in die man schleichend hineingerät. Jesus scheint darum zu wissen als umsichtiger Zeitgenosse. „Ruht ein wenig aus“, sagt er zu seinen Jüngern. Nehmt euch nicht zu viel vor im Haupt- und Ehrenamt. Nicht zu viele Termine, damit ihr nicht ausbrennt, höre ich ihn sagen. In Zeiten, in denen auch die Ressourcen in den Seelsorgeteams knapp werden. Passt auf euch auf, sorgt füreinander. (Mk 6, 30-34)
Text: Pfarrvikar Andreas Krehbiel, Pfarrverband Moosach-Olympiadorf