Im Auftrag des Herrn - Gedanken zu den Tagesevangelien für die Woche vom 09. Mai bis 15. Mai 2021

Jesus Christus fährt in den Himmel auf.

Sonntag - 09. Mai

Liebe ist ein großes Wort. Und ein noch größerer Auftrag. Wie schwer tue ich mich schon oft damit, die alltägliche, kleine Liebe aufzubringen: meinen Nächsten gegenüber, meiner Arbeit, mir selbst. Aber ich finde Trost in dem Gedanken: Nicht ich bin es, der diese Liebe hervorbringen, erzeugen muss. Sie hat eine andere Quelle. Eine, die nie versiegt: Die Liebe, die ich von Gott empfange. (Joh 15,9–17)
 

Montag - 10. Mai

Niemand hat gesagt, es würde leicht werden. Sich zu Jesus Christus zu bekennen, bedeutet, für die Wahrheit einzutreten. Und das erzeugt eine Menge Gegenwind. Selbst körperliche Gefahr ist heute für diejenigen nicht mehr undenkbar, die an der Wahrheit festhalten. Es hilft, sich darin mit den Jüngern der ersten Stunde verbunden zu wissen, und dass der Geist Gottes unser Beistand ist. (Joh 15,26 – 16,4a)
 

Dienstag - 11. Mai

Wie viel leichter wäre alles, wenn Jesus, wenn der Herr noch da wäre, wenn er nie fortgegangen wäre. So richtig verstehe ich auch gar nicht, warum es sein musste. Aber ich verstehe, dass es nicht mein Auftrag ist, darüber nachzugrübeln und zu trauern, sondern die Botschaft zu verstehen, die er hinterlassen hat, und in seinem Sinn zu leben und zu handeln. (Joh 16,5–11)
 

Mittwoch - 12. Mai

„Gottes Wege sind unergründlich“, sagt das Sprichwort, aber wir haben einen Schlüssel zu seinen Gedanken erhalten: den Heiligen Geist. Wir alle haben diesen Geist empfangen, der uns zu offenen Empfängern für die kontinuierlich gesendeten Botschaften Gottes macht. Deshalb sind wir auch alle gemeinsam in der Lage, Gottes Botschaft in der uns eigenen Zeit je neu zu verstehen und die Kirche danach auszurichten. (Joh 16,12–15)
 

Christi Himmelfahrt - 13. Mai

Ich möchte eigentlich kein tödliches Gift trinken, um zu erproben, ob ich auch richtig an Jesus glaube. Ich denke eher, ganz so wörtlich soll ich es auch nicht nehmen. Ich möchte den Text als Zusage verstehen, dass der Herr, wenn ich in seinem Auftrag unterwegs bin, bei mir ist wie ein guter Freund, wie ein geschickter Begleiter, der mich vor vielen Gefahren bewahrt. (Mk 16,15–20)
 

Freitag - 14. Mai

Es ist wie bei jedem Erbe, das man antritt. Zuvor muss mich jemand verlassen haben, der mir wichtig genug war, um in seine Fußstapfen zu treten. Da überwiegen natürlich zunächst die Trauer und das Gefühl des Verlustes. Aber das Erbe, der Auftrag, den ich übernehme, gibt dem Verlust einen Sinn und bewirkt, dass die Trauer mit der Zeit schwindet und der Freude Platz macht, die ich empfinde, wenn ich an die wertvolle Zeit denke, die ich mit der Person verbringen durfte. (Joh 16,20–23a)
 

Samstag - 15. Mai

Der Zuspruch Jesu tut mir gut. Ich möchte seine Nachfolge antreten und in seinem Auftrag handeln, aber die Unsicherheit ist groß. Mit den Jüngern spricht er auch mir eine gewisse Vollmacht zu, begegnet mir auf Augenhöhe. Durch ihn und mit ihm und in ihm darf ich Gottes geliebtes Kind sein und ihn als Vater und Mutter um alles bitten. (Joh 16,23b–28)

Sascha Rothschiller
Text: Sascha Rotschiller,Theologe und stellvertretender Direktor der Katholischen Landvolkshochschule Petersberg, entnommen aus Münchner Kirchenzeitung vom 09. Mai 2021, Nr. 19

 
Einen ausführlichen Impuls zum jeweiligen Tagesevangelium hören Sie im Münchner Kirchenradio (MKR) montags bis freitags gegen 12.50 Uhr in der Sendung „München am Mittag“, samstags und sonntags zwischen 12 und 15 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr in der Sendung „MKR am Wochenende“.

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