Sonntag – 11. Januar
„Werde der Mensch, als den Gott dich gedacht hat“. Vielleicht ein etwas banaler Sinnspruch. Aber ich habe das Gefühl, genau das ist mit Jesus am Tag seiner Taufe passiert. Er hat sich als das angenommen, was er ist. Er ist eins geworden mit sich selbst und konnte daraus die Kraft und die Entschlossenheit ziehen für alles, was danach gekommen ist. Jesus hat so viele Menschen zu sich geführt und dadurch gesund gemacht, aber zunächst musste er selbst für sich diesen Weg gehen. (Fest der Taufe des Herrn - Mt 3, 13-17)
Montag – 12. Januar
Diesen Männern, diesem Simon, diesem Andreas, diesem Jakobus und seinem Bruder Johannes, denen hat etwas gefehlt. Sie haben schmerzhaft gespürt, dass ihr Leben nicht heil und vollständig ist. Jesus hat diese Leerstelle gefüllt, er hat sie in diesem Sinne gesund und heil gemacht. Diese Erfahrung hat sie spüren lassen, welche heilende Kraft vom Evangelium ausgeht. Und dank ihnen und ihrer Erfahrung darf auch ich heute darauf hoffen, dass Jesus die Leerstellen in meinem Leben füllt. (Mk 1, 14-20)
Dienstag – 13. Januar
Jesus hilft den Menschen, zu sich selbst zu kommen. Auch dann, wenn sie sich selbst im Weg stehen. Das ist nicht immer ein friedlicher und entspannter Prozess. Heilung darf ich nicht mit Wellness verwechseln. Oft genug geht es mit Schmerz, Verzweiflung und Rückschlägen einher, wenn ich versuche, mich von meinen „Dämonen“ zu befreien. Aber es bleibt die Hoffnung: Mit Jesus bin ich stärker als alle meine „Dämonen“. (Mk 1, 21-28)
Mittwoch – 14. Januar
Heilung führt bei Jesus nicht nur das „Ganz-Sein“ oder „Gesund-Sein“ als Zustand herbei, sondern sie bewirkt auch eine Dynamik, sie befähigt zum Handeln. Wenn es von der Schwiegermutter heißt, sie diente, dann ist gemeint, dass sie eine Art der Nachfolge lebt, dass sie diakonisch wirksam wurde. So sollte es auch bei uns sein: Die Begegnung mit Jesus verwandelt, aber sie befähigt vor allem zum Dienst am Nächsten. (Mk 1, 29-39)
Donnerstag - 15. Januar
Heilung begeistert im wahrsten Sinne des Wortes. Wen Jesus gesund macht, der wird frei und diese Freiheit lässt ihn jubeln. Die innere Freude und Begeisterung drängt nach außen und will geteilt werden. Wenn ich sie spüre, diese Freude, dann möchte ich auch nicht darüber schweigen, sondern dann möchte ich sie weitererzählen: diese befreiende Botschaft von einem heilenden und liebenden Gott. (Mk 1, 40-45)
Freitag – 16. Januar
Heilung ist ein Geschenk, dass ich annehmen wollen muss. Es ist keine Zauberei, aber ich muss daran glauben, denn mein Glaube trägt dazu bei, dass mir geholfen werden kann. Jesus räumt mir die Hindernisse aus dem Weg. Er zeigt mir, wie es gehen kann. Er steht mir bei. Aber den Glauben an mich und an ihn, den muss ich mitbringen. (Mk 2, 1-12)
Samstag – 17. Januar
Von uns ist keiner gerecht. Keiner ist gesund im Sinne des Evangeliums. Wir alle sind Kranke. Wegen uns allen, wegen jedem und jeder Einzelnen, ist Jesus in diese Welt gekommen. Um uns zu suchen und zu finden. Um uns gesund zu machen und uns zuzurufen: Kommt nach Hause, ihr seid willkommen! Und dafür bin ich unendlich dankbar. (Mk 2, 13-17)
Text: Sascha Rotschiller, stellvertretender Direktor der Katholischen Landvolkshochschule Petersberg