Sammelt Schätze im Himmel!“ - Gedanken zu den Tagesevangelien für die Woche vom 13. Juni bis 19. Juni 2021

Zwei Personen reichen sich die Hände.

Sonntag - 13. Juni

Wir Menschen sehnen uns nach einer heilvollen Welt, nach der Wirklichkeit des Reiches Gottes, in der das Gute herrscht. Doch dies kommt nicht mit einem großen Knall, sondern wächst so wie ein Saatkorn, das leise und unbemerkt im Acker sich entwickelt. Ich muss nur warten können. Es wird wachsen, wenn auch vielleicht etwas anders als erwartet, aber mit reicher Frucht. (Mk 4,26–34)
 

Montag - 14. Juni

„Wie du mir, so ich dir.“ Das scheint für viele das Gesetz unserer Zeit zu sein. Dabei versuchen manche, dieses noch mit dem biblischen Wort „Auge für Auge“ und „Zahn für Zahn“ zu rechtfertigen. Während dieses Wort blindwütige Rache verhindern sollte, geht Jesus einen Schritt weiter und verlangt einen bewussten Verzicht auf das „gute Recht“, auf den Ausgleich, damit nicht Gewalt mit Gewalt beantwortet wird. Dies in Politik und Alltag umzusetzen, ist sehr schwierig. Doch nur so kann die Welt friedvoller werden. (Mt 5,38–42)
 

Dienstag - 15. Juni

„Ausgerechnet die, die zu mir feindselig sind, soll ich lieben? Das kann ich nicht.“ Nach Jesu Gebot der Feindesliebe zu leben, kann nur gelingen, wenn ich den Feind (Person) und die Feindschaft (Sache und Gefühl) auseinanderhalte. So kann ich die Feindschaft als solche weiterhin als gegeben hinnehmen und zugleich versuchen, den Feind als von Gott geliebtes Geschöpf zu achten. Und ich kann Gott bitten: „Herr, liebe du ihn, ich kann es nicht.“ (Mt 5,43–48)
 

Mittwoch - 16. Juni

Sich vor anderen in einem guten Licht darzustellen, das gehört seit jeher zu unserem Bestreben: zum Beispiel als Geldspender oder frommer Mensch. Jesus will, dass wir unsere Taten nicht um der Pflicht oder Gepflogenheit willen an die große Glocke hängen, sondern versuchen, im Verborgenen überzeugend das zu tun, was ansteht. (Hl. Benno, Bischof von Meißen, Patron der Stadt München – Mt 6,1–6.16–18)
 

Donnerstag - 17. Juni

So wichtig der Atem für das Leben ist, so wichtig ist das Gebet für das geistliche Leben. Wie beim Atmen Sauerstoff und Kohlenstoff ausgetauscht werden, so gehen wir im Beten in einen Austausch mit Gott. Damit uns in diesem Zwiegespräch mit Gott nicht die richtigen Worte fehlen, gibt uns Jesus grundlegende Worte vor, mit denen wir mit seinem himmlischen Vater sprechen dürfen. In diesem Gebet lässt er uns immer wieder neu aufatmen. (Hl. Quirinus, Märtyrer – Mt 6,7–15)
 

Freitag - 18. Juni

„Zeige mir, was du hast, dann weiß ich, wer du bist.“ Solche Sätze zeigen, wie Menschen sich in unserer Gesellschaft oft definieren lassen. Wer Leistung, äußeren Glanz und Macht vorweisen kann, meint, gut dazustehen. Und so hängt er sein Herz immer mehr an sie. „Woran du nun dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, das ist eigentlich dein Gott.“ (Martin Luther) Jesus setzt dagegen: „Sammelt Schätze im Himmel!“ Wir sollten uns deshalb fragen: Wo suche ich meinen Gott? (Mt 6,19–23)
 

Samstag - 19. Juni

Wenn auch die Pandemie das Prinzip „Immer höher, schneller, weiter“ um des Mammons willen infrage stellt, so hält es sich doch hartnäckig in unserer Lebenseinstellung. Jesus stellt die Maßstäbe des Reiches Gottes dagegen: All unser Streben soll sich nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit ausrichten. Nur dort finden wir das Entscheidende für unser Leben. (Mt 6,24–34)

Benedikt Gammel
Text: Benedikt Gammel, Pastoralreferent im Ruhestand, entnommen aus Münchner Kirchenzeitung vom 13. Juni 2021, Nr. 24

 
Einen ausführlichen Impuls zum jeweiligen Tagesevangelium hören Sie im Münchner Kirchenradio (MKR) montags bis freitags gegen 12.50 Uhr in der Sendung „München am Mittag“, samstags und sonntags zwischen 12 und 15 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr in der Sendung „MKR am Wochenende“.

MKR – als Webradio unter www.muenchner-kirchenradio.de und auf DAB+ im Ballungsraum München