“Welt, geh aus, lass Jesum ein!“ - Gedanken zu den Tagesevangelien für die Woche vom 19. September bis 25. September 2021

Marsch für Jesus

Sonntag - 19. September

Jesus, der Menschensohn, geht einen schwierigen Weg. Er will auch uns gewinnen für diesen Weg. Der Weg Jesu hat besondere Maßstäbe: den Maßstab des Dienens und den Maßstab des Kindes. Jesus will, dass auch wir diese Maßstäbe annehmen und andere Maßstäbe der Macht und Größe ablegen. Der Weg Jesu hat ein lohnendes Ziel: die Auferstehung ins ewige Leben. Für dieses Ziel will er auch uns gewinnen. (Mk 9,30–37)
 

Montag - 20. September

„Gebt also acht, dass ihr richtig zuhört!“ Hoffentlich wird in den vielen Achtsamkeits- Seminaren richtiges Zuhören geübt! Hören gilt dem Gegenüber, dem Du, und nicht (nur) dem Aufbau eigener Überzeugungskraft, Taktik, Rhetorik. Hören besteht in offener Zuwendung zum anderen, Verstehen, geduldigem Wahrnehmen des Gegenübers im Mitmenschen, in jedem Lebewesen, im Schrei der geschundenen Schöpfung, und immer in der Gegenwart Gottes. (Lk 8,16–18)
 

Dienstag - 21. September

In der Kirche San Luigi dei Francesi in Rom findet sich die sehr bedeutende Darstellung der Berufung des Matthäus, ins Licht gesetzt durch Caravaggio. In einer finsteren Kneipe wird der Zöllner von einem Lichtstrahl getroffen. Dieses Licht kann jeden von uns treffen, auch Kranke, Sünder, Ungerechte. Gott macht uns frei! (Fest Hl. Matthäus, Apostel, Evangelist – Mt 9,9–13)
 

Mittwoch - 22. September

Heute steht die Kirche an einem Neuanfang ihrer Sendung. Welches Wagniskapital haben wir? Welche Botschaft, welche Vision? Nur die heilende Beziehung zu Jesus Christus trägt uns. Damit machen wir uns auf den Weg. Wo man uns aufnimmt, bleiben wir. Wo nicht, gehen wir weiter. Ohne Verkrampfung und ohne Beharren auf verlorene Bastionen. (Lk 9,1–6)
 

Donnerstag - 23. September

In der Rockoper „Jesus Christ Superstar“ gibt es diesen grandios ironischen „King Herodʼs Song“. Er endet damit, dass Herodes Jesus aus seinem Leben verbannt: „Get out ofmy life!“ Unsere Suche sollte sich an der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach orientieren: „Welt, geh aus, lass Jesum ein!“ (Lk 9,7–9)
 

Freitag - 24. September

Wir sind es gewohnt, nach unserer Meinung über bestimmte Personen befragt zu werden. Gerade vor Wahlen möchten viele wissen, wen hältst du für den besseren Kanzler, die bessere Kanzlerin? Dabei gehen die Meinungen sehr weit auseinander, und viele wissen eigentlich gar nicht, wen sie wählen sollen. Man könnte jetzt noch streiten, ob die Menschen zu viele, zu wenige oder die falschen Informationen haben, um sich eine Meinung zu bilden. Die Kirche steht vor der großen Aufgabe, unter den vielen Meinungen unbeirrt das Messias- und das Osterbekenntnis hochzuhalten! (Lk 9,18–22)
 

Samstag - 25. September

Glaube bedeutet auch Staunen. Die Fähigkeit zum Staunen sollten wir pflegen. Glaube bedeutet aber noch mehr, nämlich Konsequenz. Auch wenn es unbequem ist: Wir müssen den Leidensweg Jesu mitgehen. Glaube bedeutet ein Ziel: die Auferstehung aus dem Tod. Möge die Stimme des Glaubens in unserer lauten und orientierungslosen Welt dennoch Gehör finden! (Lk 9,43b–45)

Monsignore Martin Cambensy
Text: Monsignore Martin Cambensy, Leiter des Pfarrverbands
Moosach-Olympiadorf, München, entnommen aus Münchner Kirchenzeitung vom 19. September 2021, Nr. 38

 
Einen ausführlichen Impuls zum jeweiligen Tagesevangelium hören Sie im Münchner Kirchenradio (MKR) montags bis freitags gegen 12.50 Uhr in der Sendung „München am Mittag“, samstags und sonntags zwischen 12 und 15 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr in der Sendung „MKR am Wochenende“.

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