Gedanken zu den Tagesevangelien für die Woche vom 01. bis 07. März 2026

Erste Schneeglöckchen im Schnee
Erste Frühlingsvorboten
Zweiter Fastensonntag – 01. März
Vielleicht brauchen wir keine Fernbedienung. Es reicht, ab und zu innezuhalten, aufmerksam zu sein, wirklich da zu sein. So wie Petrus aus diesem Bergmoment Kraft geschöpft hat, können auch wir Lichtmomente erleben – kleine Augenblicke, die uns stärken und begleiten auf unserem Weg. (Mt 17, 1-9)

Montag – 02. März
„Denn nach dem Maß, mit dem ihr messt, wird auch euch zugemessen werden.“ Dieser Schlusssatz im Evangelium ist keine Drohung, sondern eine Einladung. Wer großzügig lebt, schafft Raum für Großzügigkeit. Wer barmherzig handelt, öffnet sein eigenes Herz für Gottes Barmherzigkeit. Die Frage ist nicht, ob wir vollkommen sind. Die Frage ist, welches Maß wir anlegen – im Kleinen wie im Großen. Vielleicht beginnt Barmherzigkeit genau dort: im nächsten Gespräch, in der nächsten Entscheidung, im nächsten Verzicht, der einem anderen zugutekommt. (Lk 6, 36-38)

Dienstag – 03. März
Jesus lädt ein zu einem Glauben, der aufrichtet statt niederdrückt. Ein Glaube, der nicht beschwert, sondern befreit. Und vielleicht spüren wir dann selbst ein wenig von dieser Freude, die trägt – wie ein Luftballon, der uns daran erinnert: Gott zieht uns nach oben. (Mt 23, 1-12)

Mittwoch – 04. März
Jesus verändert das Bild vom Reich Gottes grundlegend. Es ist kein Reich der Macht, sondern ein Reich der Liebe. Kein Reich, in dem man sich nach oben kämpft, sondern eines, in dem man sich füreinander einsetzt. Jesus selbst geht diesen Weg. Vielleicht müssen auch wir unsere Träume vom Reich Gottes prüfen. Träumen wir nur von einer besseren Zukunft? Von einer Welt, die irgendwann einmal kommt? Oder erkennen wir, dass dieses Reich schon jetzt beginnt – mitten unter uns? Das Reich Gottes ist kein ferner Traum, der erst am Ende der Zeiten Wirklichkeit wird. Es wächst hier und jetzt. (Mt 20, 17–28)

Donnerstag – 05. März
Das Gleichnis vom reichen Mann und vom armen Lazarus im Lukasevangelium gehört zu den eindrücklichsten Bildern Jesu. Der reiche Mann hatte seinen Reichtum – er war alles für ihn. Lazarus hatte nichts – außer seinem Namen, der bedeutet: „Gott hilft.“ Die Frage lautet also nicht: Wie viel besitze ich? Sondern: Woran hängt mein Herz? Woran erkennt man mich? Vielleicht an einem offenen Ohr, an Aufmerksamkeit für andere, an der Bereitschaft, Hilfe zu geben. Das Gleichnis will nicht entmutigen, sondern aufrütteln: Noch ist Zeit. Noch können Herz und Ohr geöffnet werden. Und selbst wenn es uns schwerfällt: Für Gott ist nichts unmöglich. (Lk 16, 19-31)
 
Freitag – 06. März
Jesus erzählt ein Gleichnis vom Weinberg, den ein Besitzer an Winzer verpachtet:  Immer wieder schickt er Knechte, um die Ernte einzusammeln – immer wieder werden sie zurückgewiesen oder verletzt. Schließlich schickt der Besitzer seinen Sohn – und auch er wird getötet. Jesus sagt uns damit: Wer sein Herz, seine Zeit, seine Energie einsetzt, bewahrt das, was wertvoll ist. Wer gleichgültig bleibt, riskiert, dass alles verloren geht. Die Fastenzeit kann eine Gelegenheit sein, unser inneres Feuer wieder anzufachen – bewusst zu handeln, aufmerksam zu sein, das Leben um uns herum zu gestalten. Energie für das, was wirklich zählt, ist es, was Glauben lebendig macht. (Mt 21, 33–43.45–46)

Samstag – 07. März
Das heutige Gleichnis vom verlorenen Sohn erinnert uns: Auch wenn wir am Boden sind, kann etwas Neues entstehen. Gottes Liebe kann uns aufrichten. Aus Scheitern kann Licht wachsen – oft in kleinen, vorsichtigen Schritten, wie bei einer Wunderkerze, die langsam leuchtet. (Lk 15, 1–3.11–32)

Michael Wagner
Text: Diakon Michael Wagner, Diözesanpräses der Katholischen Arbeitnehmerbewegung München und Freising
 

 


 
Einen ausführlichen Impuls zum jeweiligen Tagesevangelium hören Sie im Münchner Kirchenradio (MKR) montags bis freitags gegen 07:45 Uhr bzw. 21:45 Uhr sowie samstags und sonntags gegen 09:45 Uhr bzw. 23:45 in der Sendung „Innehalten“.

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