Literaturtipps

Firmung Literaturtipp
©DKV
STARK! Mich firmen lassen
von Jürgen Schulze Herding, erschienen im DKV, München 2012


Wer ein klassisches, ideenreiches und auch medial gut aufbereitetes Firmkonzept sucht, kann hier fündig werden. Grundlage sind 10 Gruppenstunden, die bei Bedarf auch zu Blockveranstaltungen kombiniert werden können. Dies ist auch das Konzept, das wir vom Fachbereich Sakramentenpastoral empfehlen, wenn wir nach einem klassischen, vielseitig einsetzbaren Firmkurs für die Pfarreien gefragt werden. Eines muss jedoch bedacht sein: Wie der Autor selbst schreibt, ist der Firmkurs entwickelt und erprobt für Jugendliche von 15/16 Jahren. Da das Firmalter bei uns niedriger liegt, sind manche der von ihm vorgeschlagenen Methoden für unsere Jugendlichen vergleichsweise anspruchsvoll. Durch die Fülle der Vorschläge und Bausteine ist jedoch, eine entsprechende Auswahl vorausgesetzt, eine Anpassung an die Situation unserer Diözese problemlos möglich.

Firmung Literaturtipp
©DKV
Du gefällst mir – Inklusive Firmvorbereitung für Jugendliche mit und ohne Behinderung
von Roland Weiß und Tobias Haas, erschienen im DKV, München 2013

Eine inklusive Firmvorbereitung stellt eine Herausforderung dar, die eine achtsame Beurteilung und ein Eingehen auf die Situation vor Ort notwendig macht. In diesem Sinne will dieses Konzept keinen abgeschlossenen Kurs bieten, sondern eine Reihe von individuell auszuwählenden Bausteinen zu den Themenfeldern: „Ich-Du-Wir“, „Gottes Geist“ und „Die Firmung“ liefern. Bei den eingesetzten Methoden wird vor allem auf Anschaulichkeit geachtet, was nicht nur Jugendlichen mit Behinderung sondern jungen Menschen generell entgegenkommt und ganz im Sinne von Inklusion ist. Dabei ist die Konzeption der Stunden keineswegs anspruchslos, etwa im Sinne eines kleinsten gemeinsamen Nenners. Im Gegenteil, es werden die Firmlinge gefordert, wie auch der Gruppenleiter, der unter einer Vielfalt von Bausteine die für seine Gruppe geeigneten auswählen und sich dabei immer um Anschaulichkeit bemühen muss. Er wird für diese Mühe jedoch belohnt mit einer sehr individuell zu gestaltenden Konzeption, die Menschen in ihrer jeweiligen Persönlichkeit - mit und ohne Behinderung – ernst nimmt und weder den einen unterfordert, noch den anderen überfordert.

Firmung Literaturtipp
©DKV
Firmvorbereitung mit Herz – Sozialpraktika im Rahmen der Firmkatechese
von Christiane Arent-Stein und Thomas Kiefer, erschienen im DKV, München 2006


In vielen Seelsorgeeinheiten sind soziale Praktika bereits fester Bestandteil der Firmvorbereitung. In vielen Fällen beschränkt sich ein solches „Praktikum“ jedoch auf den Besuch eines Altenheimes oder einer caritativen Einrichtung. Will man den diakonischen Aspekt in der Firmvorbereitung deutlicher zum Ausdruck bringen, findet man hier Praxisbeispiele aus dem Pfarrverband Neustadt/Weinstrasse, die sich über einen deutlich längeren Zeitraum erstrecken. Der Zeitumfang umfasst dabei in der Regel mindestens drei soziale Einsätze, dazu ein Vorbereitungs- und ein Nachbereitungstreffen. Beschrieben werden u.a. Einsätze im Altenheim, im Krankenbesuchsdienst, im AK Asyl, in der Tafel und an Kindertageseinrichtungen. Eine Reihe von „Bausteinen“ dient auch der Einbindung der Sozialpraktika in die gemeindliche Firmvorbereitung. Ein sehr empfehlenswertes Büchlein mit vielen Anregungen für alle, denen ein kurzer Besuch im Seniorenheim der Pfarrei im Rahmen der Firmvorbereitung nicht genügt.

Firmung Literaturtipp
©KLJB
Brenne in mir, Heiliger Geist – Infos und Methoden zur Firmvorbereitung
Werkbrief für die Landjugend, hrsg. von der Landesstelle der Kath. Landjugend Bayerns, München 2016

Wer die Reihe: „Werkbriefe für die Landjugend“ kennt, weiß, dass er von den vorliegenden „Infos und Methoden zur Firmvorbereitung“ kein fertig ausgearbeitetes Firmkonzept zu erwarten hat, wohl aber einen ganzen Steinbruch an Ideen und guten Anregungen. Genau dies ist auch hier der Fall. Die Vielfalt der vorgestellten Methoden ist wirklich beeindruckend, wobei positiv herauszustellen ist, dass Methoden nie abstrakt vorgestellt werden, sondern immer im klarem, inhaltlichen Bezug zur Firmvorbereitung stehen. Es gibt neben anderem Hilfen zum gegenseitigen Kennenlernen, Anregungen für Glaubensgespräche, zur Reflexion des eigenen Lebensweges sowie zu Meditation, Gebet und Gottesdienst. Auch eine für ein solches Heft erstaunlich ausführliche Firmtheologie (beigesteuert von Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger), einschließlich rechtlicher Rahmenbedingungen z.B. für das Patenamt, ist Teil dieses empfehlenswerten und anregenden Heftes.

Firmung Literaturtipp
© Don Bosco Verlag
Think about – Das Sakrament der Buße mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen neu entdecken
von Wolfgang Beck und Christian Hennecke, erschienen im Don Bosco Verlag, München 2008

Das Sakrament der Buße (bzw. der Versöhnung) ist auch für die Firmvorbereitung ein wichtiges Thema, mit dem man sich dort oft besonders schwer tut. Ein interessanter Versuch, dies Jugendlichen im Firmalter auf neue Weise nahezubringen, ist das in diesem Buch vorgestellte Modell einer „Think-about-Tour“ für Jugendliche, das auch Bestandteil einer Firmvorbereitung sein könnte. „Tour“ meint einen Weg mit mehreren Stationen, auf dem die Jugendlichen zum Nachdenken („think-about“) über den eigenen Lebensweg und zur Reflexion der getroffenen Entscheidungen kommen sollen. An den Stationen dieses Weges werden die Jugendlichen mit Bibelstellen konfrontiert und knüpfen Symbole wie Zweige oder Nägel in eine Schnur, die auf diese Weise für sie zur persönlichen „Think-about-Kette“ wird. Am Ende der Tour steht das Gespräch mit einem Priester, wobei vom Jugendlichen selbst entschieden werden darf, ob hier Sakrament der Versöhnung gewünscht wird, oder ob es bei einem vier Augen Gespräch bleiben soll. Erfolgversprechend an diesem Modell erscheint, dass es ein sich körperlich „Auf-Den-Weg-Machen“ einschließt und in den individuellen Gestaltungsmöglichkeiten der Kette die ganz persönliche Glaubenssituation ernst nimmt und ins Bewusstsein rückt. Auch der Ansatz eines vier Augen Gespräch ohne „Beichtzwang“ erscheint praxisgerecht. Auf der anderen Seite steht ein nicht ganz unerheblicher Aufwand in Vorbereitung und Durchführung. Ein Versuch könnte sich dennoch lohnen.