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Oberammergau: Ausstellung der Pestmatrikel

Gründungsurkunde des Passionsspiels in St. Peter und Paul zu sehen
Oberammergau, 22. Oktobert 2018. Mit Blick auf die Oberammergauer Passionsspiele im Jahr 2020 ist ab dem Erntedanksonntag, 7. Oktober, in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberammergau das örtliche Sterbebuch aus dem Jahr 1633 zu sehen, die sogenannte Pestmatrikel, die als Gründungsurkunde des Passionsspiels gilt. 84 Menschen aus dem kleinen Ort starben in dieser Zeit, während des Dreißigjährigen Krieges, an der Pest, woraufhin die Oberammergauer gelobten, alle zehn Jahre die „Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu“ aufzuführen, damit Gott der Krankheit ein Ende bereite. Der Überlieferung nach ist nach diesem Gelübde niemand mehr an der Pest gestorben.
 
Die Pestmatrikel ist bis zum Allerheiligentag, Donnerstag, 1. November, in der Pfarrkirche zu sehen. Jeweils sonntags um 11.15 Uhr und dienstags um 16 Uhr finden Führungen statt, die auch einen zeitgemäßen Zugang zum Thema Gelübde ermöglichen. Bereits am Mittwoch, 3. Oktober, hat ein Pilgertag zur Wieskirche in Steingaden stattgefunden, der das Passionsspielgelübde thematisierte. Begleitet von geistlichen Impulsen pilgerten die Teilnehmer rund 20 Kilometer zur Wieskirche, wo sie nach einer kurzen Kirchenführung einen gemeinsamen Gottesdienst feierten. In einem ökumenischen Gottesdienst mit Weihbischof Wolfgang Bischof und der evangelischen Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler am Samstag, 20. Oktober, um 11 Uhr erneuerten die Oberammergauer das Gelübde und versprechen feierlich, im Jahr 2020 das Passionsspiel aufzuführen.
 
Die Ausstellung sowie der Pilgertag sind Teil eines umfangreichen ökumenischen Begleitprogramms für die Passionsspiele 2020. Erstmals gibt es dafür eine durch das Erzbistum München und Freising eigens beauftragte Mitarbeiterin. Die Pastoralreferentin und promovierte Theologin Angelika Winterer steht für die Oberammergauer, die sich an den Passionsspielen beteiligen, als geistliche Begleiterin und Ansprechpartnerin zur Verfügung. Sie organisiert auch zahlreiche offene Angebote wie spirituelle Wanderungen, Predigt- und Vortragsreihen sowie einen Literaturkreis und bereitet das geistliche Begleitprogramm für die Besucher vor, die im Jahr 2020 zu den Passionsspielen nach Oberammergau kommen. Ziel ihrer Arbeit ist es, die großen Themen der Passionsgeschichte wie Trauer und Hoffnung, Verrat und Freundschaft aufzugreifen und ihre Relevanz für das Leben der Menschen sichtbar zu machen. (gob)