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Diözesanratsvorsitzender Tremmel begrüßt synodalen Weg

Wer Reformen nicht für nötig halte, „will die Kirche als Museum erhalten"
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Oberschleißheim, 16. März 2019. Der Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese München und Freising, Hans Tremmel, hat den von der Deutschen Bischofskonferenz beschlossenen synodalen Weg begrüßt. „Dass sich die Bischofskonferenz die Geschwindigkeit der längst überfälligen Reformprozesse nicht länger von Rom und von der Weltkirche diktieren lässt, ist offensichtlich das Ergebnis echter, nachhaltiger Einsicht", sagte Tremmel bei der Vollversammlung des Diözesanrats der Katholiken am Samstag, 16. März, in Oberschleißheim: „Wir können hierzulande tatsächlich nicht mehr abwarten, ob der Riese sich überhaupt und in welchem Tempo bewegen will." Sollte am Ende des Prozesses aber lediglich ein „Bittbrieflein nach Rom" stehen, wäre das zu wenig, warnte Tremmel.

Nicht erst seit den Missbrauchs- und den Finanzskandalen liefen der Kirche die Gläubigen davon, stellte Tremmel fest. Wer jetzt die Notwendigkeit von tiefgreifenden Reformen nicht sehe, „der will die Kirche als Museum erhalten. Es brennt bereits und manche geweihten Herren überlegen immer noch, ob die mittelalterlichen Brandschutzmaßnahmen nicht vielleicht doch ausreichend sind." Nötig seien unabhängige Kontroll- und Gerichtsinstanzen, unvoreingenommene Beschwerdestellen und transparente, nachvollziehbare Entscheidungswege, forderte der Vorsitzende. „Wir brauchen eine menschenfreundliche Sexualmoral und eine an den Menschenrechten orientierte Ethik und Theologie, die auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau wirklich ernst nimmt. Wir brauchen echte Kompetenz auf allen Ebenen und Bewegung im Zugang zu den Weiheämtern." Angst müsse man vor dieser Entwicklung nicht haben, so Tremmel: „Angst müsste man ohne sie haben."

Die Entscheidung, im Erzbistum das Amt des Generalvikars zu teilen, bewertete Tremmel als „ebenso richtig wie mutig". Der Diözesanrat werde das Vorhaben nach Kräften unterstützen. „Natürlich können wir es uns als Kirche auf Dauer nicht mehr leisten, Männer und Frauen auszuschließen aus bestimmten Aufgaben, bloß weil ihnen die Weihe fehlt", sagte der Vorsitzende. „Wir sollten vielmehr begreifen, dass es uns als Glaubensgemeinschaft bereichert, wenn alle aus dem Volk Gottes, die etwas gut können, es auch machen dürfen."

An die Bistumsleitung gewandt forderte Tremmel, das Predigtverbot für Laien in der Eucharistiefier aufzuheben. „Ich weiß, es ist inzwischen eigentlich nicht mehr die große Sache, weil sich ohnehin kaum mehr ein selbstbewusster Pfarrer an das Verbot hält. Aber es wäre ein deutliches Zeichen." Den Gemeinden solle nicht der „Schatz des Evangeliums" vorenthalten werden, „der gerade auch durch diesen Personenkreis gehoben werden kann", sagte der Vorsitzende. „Predigen soll, wer es kann, egal ob geweiht oder nicht, ob Mann oder Frau."

Schwerpunkt der Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats unter dem Titel „Quo vadis, Erzdiözese?", zu der rund 170 Teilnehmer aus den Pfarrgemeinderäten und Verbänden in Oberschleißheim zusammenkamen, war die zukünftige Entwicklung der Erzdiözese München und Freising. Neben Tremmel berichtete der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, den Teilnehmern der Vollversammlung über aktuelle Entwicklungen. Zum Abschluss feierte Kardinal Marx in der Pfarrkirche St. Wilhelm einen Gottesdienst mit den Vollversammlungsteilnehmern sowie der Pfarrgemeinde. (gob)