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Erzbistum initiiert Kunstprojekt gegen Kindesmissbrauch

Künstler und Betroffene setzen mit Videoinstallation „Shadowlight“ ein Zeichen
München, 26. Juni 2020. Einen künstlerischen Appell für entschiedenes Vorgehen gegen Missbrauch an Kindern setzt das Kulturmanagement des Erzbistums München und Freising. Das Projekt „Shadowlight“ bildet mit Lichtkunst, Tanz und Lesungen das Thema Missbrauch ab – auch aus der Perspektive einer Frau, die selbst davon betroffen war. Das rund 20-minütige Stück wird in der letzten Juniwoche in der Heilig-Geist-Kirche in München als Video aufgezeichnet und steht nach seiner Fertigstellung für Tagungen, Seminare und Vorträge im Kontext von Aufklärung und Prävention zur Verfügung. Eine öffentliche Aufführung von Teilen des Stücks ist, abhängig von der Entwicklung der offiziellen Auflagen zur Kontrolle des Infektionsgeschehens, bei der „Langen Nacht der Musik“ am 17. Oktober in München geplant. Das Projekt wird Medienvertretern live vorgeführt bei einem
 
Pressegespräch am Dienstag, 30. Juni,
um 22 Uhr (Einlass ab 21.30 Uhr, Zeitpunkt bedingt durch die Lichtinstallation)
in der Heilig-Geist-Kirche, Prälat-Miller-Weg 1.
 
Zur Einordnung des Stücks informieren Christoph Klingan, Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, Andrea-Elisabeth Lutz, Leiterin des Kulturmanagements der Erzdiözese und Initiatorin von „Shadowlight“, und Lichtkünstler Philipp Geist. Vor Ort sind auch zwei Protagonisten des Projekts: Pater Hans Zollner SJ, Leiter des „Centre for Child Protection“ (CCP) der Päpstlichen Universität Gregoriana, und die Sozialpädagogin, Sucht- und Traumatherapeutin Agnes Wich, die in ihrer Kindheit von einem Kleriker sexuell missbraucht worden ist. Da Wich zur Corona-Risikogruppe zählt, muss ein Abstand von vier Metern gewahrt bleiben. Gern kann ein Telefoninterview mit ihr vermittelt werden. Als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner stehen außerdem zu Verfügung: die Leiterinnen der Stabsstelle Prävention der Erzdiözese, Lisa Dolatschko-Ajjur und Christine Stermoljan, sowie verschiedene weitere an dem Projekt beteiligte Künstler.
 
Generalvikar Klingan bezeichnet das Projekt im Vorfeld als Beitrag, „um zusätzlich zur juristischen, therapeutischen und wissenschaftlichen Aufarbeitung des Missbrauchs einen künstlerischen Weg zur Auseinandersetzung mit geschehenem Leid zu suchen und so auch einen besonderen Akzent der Prävention zu setzen“. Für die Erzdiözese München und Freising sei wichtig, „Verantwortung zu übernehmen, auch indem wir Projekte wie dieses unterstützen“.
 
Für „Shadowlight“ brachte Andrea-Elisabeth Lutz den Videokünstler Geist mit Choreographen, Tänzern und Agnes Wich, der Autorin der Textbeiträge, zusammen. Aus der Zusammenarbeit entstand laut Lutz ein Stück, „das sich stellvertretend für viele Betroffene von sexuellem Missbrauch, aber auch mit dem Leben nach einem solchen Verbrechen auseinandersetzt“ und einen „künstlerischen Beitrag zur Prävention leisten“ soll. Dabei wird auch der Umgang der Katholischen Kirche mit dem Thema Missbrauch kritisch hinterfragt. Das Stück mündet in einem Dialog zwischen Wich und Pater Zollner mit dem eindringlichen Aufruf Zollners: „Wenn Sie auch nur den geringsten Verdacht haben, dass sexueller Missbrauch geschehen sein könnte: Bitte, gehen Sie diesem nach! Jedes Wegsehen, Verschweigen, Vertuschen verlängert Leid und zerstört Leben. Täter dürfen nicht unerkannt bleiben. Täter dürfen nicht mehr geschützt werden. Wer vertuscht und wegsieht, macht sich mit schuldig.“ (hs)
 
Hinweis:
Journalisten werden um eine Anmeldung für das Pressegespräch gebeten per E-Mail an pressestelle@erzbistum-muenchen.de. Bitte beachten Sie, dass Sie vor Ort einen Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstand zu Umstehenden halten müssen.