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„Weg zur Erneuerung und Freiheit im Gebet gehen“

Kardinal Reinhard Marx feiert zweite Gebetszeit zur Umkehr in der Kirche in München
Gedenken für Opfer des Anschlags auf zwei Moscheen in Neuseeland
München, 15. März 2019. Mit Blick auf sexuellen und geistlichen Missbrauch in der katholischen Kirche hat Kardinal Reinhard Marx dazu aufgerufen, im Gebet den Weg zur Erneuerung und Freiheit zu gehen, und davor gewarnt, das Gebet „durch Vorschriften zu verdunkeln“. Das Gebet sei „ein Weg zur Freiheit. Kein anderer bestimmt mein Beten“, so der Erzbischof von München und Freising am Freitagabend, 15. März, in der Münchner Bürgersaalkirche bei einer Gebetszeit.
 
Marx lud dabei auch zum Gebet für die Opfer des Anschlags auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch ein. Auch dort kämen Menschen zum Gebet zusammen. „Wir dürfen nicht dulden, dass Menschen von Hass auseinandergetrieben werden“, forderte der Kardinal.
 
Die Missbrauchskrise führte in den vergangenen Monaten nach Ansicht von Kardinal Marx zu intensiven Diskussionen und zur Frage: „Was ist der Kern von Kirche, wozu brauchen wir Kirche?“ Ziel des Glaubens sei es, „dass Menschen frei werden.“ Besondere Bedeutung käme auf diesem Weg zur Freiheit dem Gebet zu – nicht umsonst hätten autoritäre Regime die Mystik und das innere Gebet immer wieder bekämpft, erläuterte Marx. Das Gebet sei Ausdruck eines Glaubens, der „nicht klein macht, nicht unterdrückt, sondern frei macht“. Ohne die Freude des Gebets werde eine Erneuerung der Kirche nicht gelingen.
 
Im Gebet gehe es um die „ganze einfache Erfahrung: Jesus spricht zu mir wie ein Freund“, sagte der Erzbischof. Zugleich kreise das Gebet nicht um sich selbst, es sei immer „ausgerichtet auf Gott und den Nächsten“. Es gebe kein Gebet „ohne auch in die Wunden der Welt zu blicken, auf die Armen, Kranken, Schwachen“, betonte Marx.
 
Die Gebetszeit am Freitag war die zweite von drei Gebetszeiten unter dem Leitwort „Gerufen zur Umkehr“, zu denen Kardinal Marx zum Beginn der Fastenzeit aufgerufen hatte. In ihr stand die Frage nach dem Gebet und der Begegnung mit Gott im Mittelpunkt, die dritte Gebetszeit am Freitag, 22. März, um 19.30 Uhr befasst sich damit, wie Menschen in der Kirche miteinander umgehen. (ck)