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Freisinger Lukasbild bei Ausstellung in Venedig

Diözesanmuseum zeigt Handschriften, Ikonen und Reliquien / Eröffnungsgottesdienst mit Kardinal Marx
Freisinger Lukasbild
Freisinger Lukasikone, © Diözesanmuseum Freising, Walter Bayer
München/Freising/Venedig, 26. November 2018. Das sogenannte Freisinger Lukasbild ist ab Montag, 26. November, in einer Ausstellung in der Biblioteca Nazionale Marciana am Markusplatz in Venedig zu sehen. Die Schau des Diözesanmuseums Freising in Kooperation mit der italienischen Nationalbibliothek zeigt darüber hinaus Objekte, die mit der Geschichte der byzantinischen Marienikone in Verbindung stehen. Zur Eröffnung feierte Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, am Sonntag, 25. November, um 10.30 Uhr einen Gottesdienst in der Basilica di San Marco.
 
Das Lukasbild, eine Darstellung der fürbittenden Muttergottes, verweist auf die schwierige Situation des Byzantinischen Reiches im Kampf gegen die osmanische Expansion um 1400. In diesem Jahr überreichte der byzantinische Kaiser Manuel II. die Ikone, der er den Titel „Hoffnung der Hoffnungslosen“ gegeben hatte, als Geschenk an den damaligen Mailänder Herzog, von dem er im Gegenzug Unterstützung im Kampf gegen die Osmanen erbat. Über England gelangte die Ikone in den Besitz der nach Bayern ausgewanderten Veroneser Familie della Scala. 1440 schenkte Nicodemo della Scala, damals Bischof von Freising, das Bild dem Freisinger Mariendom, wo es sich Jahrhunderte lang in der Schatzkammer befand und an hohen Festtagen bei Prozessionen mitgeführt wurde. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde das Marienbild in einem mit Emailarbeiten verzierten Silberbeschlag gerahmt und im Elisabethaltar des Doms neu inszeniert. Seit 1974 wird es im Diözesanmuseum aufbewahrt. Der Legende nach soll der Evangelist Lukas die Ikone gemalt haben.
 
Die Ausstellung „Die letzten Tage von Byzanz. Das Freisinger Lukasbild in Venedig“ widmet sich den Jahrzehnten vor der endgültigen Eroberung von Byzanz im Jahr 1453, der Reise Kaiser Manuels in den Westen und den von ihm mitgeführten Geschenken. Weitere Schwerpunkte sind die Bedeutung von Ikonen für die orthodoxen Christen, der Kulturtransfer zwischen Byzanz und Venedig sowie byzantinische Reliquiare. Unter den ausgestellten Handschriften, Gemälden, Ikonen und Reliquiaren sind auch Objekte aus dem Pariser Louvre und den Uffizien in Florenz. Erstmals werden zudem die Ergebnisse der aufwendigen kunsttechnologischen Untersuchungen, die 2016 und 2017 am Lukasbild durchgeführt wurden, der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ausstellung endet am 5. März 2019.
 
Kardinal Marx schreibt im Katalog zur Ausstellung, die Präsentation des Lukasbildes in Venedig, das wie keine andere Stadt für die „wechselhafte und keinesfalls konfliktfreie Geschichte zwischen Orient und Okzident“ stehe, ermögliche einen neuen Blick auf das Bild: „Aufgrund des Konflikts dreier Kulturen, des östlichen und westlichen Christentums sowie des Islam auf Reisen geschickt, in politischer Intention verschenkt, Jahrhunderte den Menschen Trost und Heil verheißend, kann es heute für den Glauben an die Macht der Hoffnung stehen. Eine Hoffnung, die alle Religionen und Kulturen gleichermaßen bewegt und vereint, eine Hoffnung, die den Menschen Heil und Segen in einer oft verloren scheinenden Welt verheißt.“ Die Geschichte des Bildes zeige, „dass diese Hoffnung jedoch nicht einfach nur geschenkt wird, sondern auch vertrauensvoll erkannt, vermittelt und in eine gemeinsame Vision des Friedens eingelöst werden muss“.
 
Anlässlich der Ausstellungseröffnung reisen fast 200 Freunde des Diözesanmuseums gemeinsam von München nach Venedig. Von 24. bis 28. November beschäftigt sich die Reisegruppe bei Führungen, Ausflügen und einem Konzert mit Themen um Byzanz und Venedig. (ct)
 
Hinweis:
Fotos zur Ausstellung zum Download

Fotos vom Aufbau der Ausstellung zum Download