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Bayern sozial und ökologisch noch besser aufstellen

Landeskomitee der Katholiken reicht Petition an den Bayerischen Landtag in ungewöhnlicher Allianz ein
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München, 25. Juni 2020. Mit einer gemeinsamen Petition an den Bayerischen Landtag will das Landeskomitee der Katholiken in Bayern in Kooperation mit zahlreichen weiteren gesellschaftlichen Akteuren erreichen, dass sich das öffentliche Leben noch stärker an sozialen und ökologischen Kriterien ausrichtet als das bislang der Fall ist. Der Landtag als die parlamentarische Vertretung der Bevölkerung und als Gesetzgeber soll die Bayerische Staatsregierung dazu animieren, dass „ein entsprechendes Konzept auf der Basis eines breit angelegten Dialogprozesses und einer parlamentarischen Anhörung entwickelt und mit den zuständigen Gremien auf Bundes- und Europaebene abgestimmt“ wird, heißt es in der Petition.
 
In einer ungewöhnlichen Allianz bestehend aus Bund Naturschutz (BUND), Landesverband Bayern, der Bewegung Fridays For Future und der Jesuitenmission in Nürnberg hat der Vorsitzende des Landeskomitees, Joachim Unterländer, die Petition heute an die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, übergeben. Zahlreiche weitere Organisationen und Personen aus dem umweltpolitischen, kirchlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Raum haben sich im Vorfeld bereit erklärt, diese Petition und das dahinter stehende Anliegen ebenfalls zu unterstützen und sich als Erstunterzeichner eintragen zu lassen.
 
Die Initiatoren beobachten weltweit eine Übernutzung der natürlichen Ressourcen, die Lebensräume verkleinert und damit Lebensqualität verringert. Die Coronakrise sei ein Weckruf an die Menschheit, mit Natur und Umwelt anders umzugehen, und man dürfe nicht einfach zur Normalität der Globalisierung und ihrer Auswirkungen zurückkehren, wird in der Begründung zur Petition hervorgehoben. Gerade weil Maßnahmen gegen Artensterben und Klimawandel lange Zeit brauchten, um Wirkung zu entfalten, müsse man jetzt auf allen Ebenen des Regierungshandelns mit dem Umsteuern beginnen.
 
Es gelte, Wirksamkeit und Widerstandsfähigkeit miteinander zu versöhnen, die globalen Wertschöpfungsketten, also Produktions- und Vertriebswege, zu reduzieren, fairer zu gestalten und zu regionalisieren. Systemische Bedingungen beeinflussten regionale Aktivitäten in gleicher Weise, wie dies auch umgekehrt der Fall sei. Deshalb appellieren Initiatoren und Unterzeichner an die Innovations- und Gestaltungskraft Bayerns.
 
Das ungewöhnliche Bündnis will Mut machen, über den gegenwärtigen Zustand hinauszudenken, der eine wachsende Zahl von Krisen beschere. Bayern habe noch nie einen Sonderweg in Deutschland oder Europa gescheut, wenn er seinen Bürgerinnen und Bürgern zugute komme. Das positive Beispiel Bayerns, wenn es in seinem Bereich den „Mythos von Laptop und Lederhose“ wieder neu belebe, könne Einfluss ausüben auf Berlin und Brüssel. Dabei sollten die Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung erkannt, ihre Folgen bedacht und ihre Chancen genutzt werden.
 
Die soziale und ökologische Transformation könne nur gelingen, wenn alle gesellschaftlichen Akteure dafür Verantwortung übernehmen. Die nun eingereichte Petition stehe ganz im Geist der öko-sozialen Enzyklika von Papst Franziskus, „Laudato Sì“, die fast auf den Tag genau vor inzwischen fünf Jahren erschienen ist. Bereits darin habe Papst Franziskus darauf aufmerksam gemacht, dass die Sorge um die Natur, die Gerechtigkeit gegenüber den Armen, das Engagement für die Gesellschaft und der innere Friede untrennbar miteinander verbunden seien, ja dass letztlich alles mit allem verbunden sei, betonte Joachim Unterländer bei der Übergabe der Petition. Das Landeskomitee sehe in der aktuellen Krise auch eine Chance, die es nachhaltig zu nutzen gelte. Man könne in Bayern nun Vorreiter sein, um den Weg zu ebnen für eine globale sozial-ökologische Transformation. (ke/alx)