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„Strategieprozess gemeinsam angehen“

Generalvikar Beer warnt bei Vollversammlung des Diözesanrats vor „Lagerdenken“
Nachfolger Klingan: „Gemeinsam Kirche sein und bleiben“
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München, 12. Oktober 2019. Angesichts der großen Herausforderungen, vor denen die Kirche stehe, hat der Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, Peter Beer, vor einem Lagerdenken gewarnt. „Es geht nur gemeinsam. Deswegen ist es wichtig, dass wir den neuen Strategieprozess gemeinsam angehen“, sagte Beer bei der Vollversammlung des Diözesanrats der Katholiken am Samstag, 12. Oktober, in München.
 
„Wir müssen nicht alle gleich sein, aber wir können im Umgang mit Unterschieden der Welt zeigen, was es heißt, gläubige Menschen zu sein“, betonte Beer. Der scheidende Generalvikar, der zum Jahreswechsel an seinen Nachfolger und derzeitigen Stellvertreter Christoph Klingan übergibt, blickte auf zehn Jahre in seinem Amt zurück, die vor allem auch von dem Missbrauchsskandal und dessen Aufarbeitung geprägt gewesen seien: „Und es gab immer wieder neue Einschläge.“ Auch im Blick nach vorne sei nicht zu erwarten, „dass die Zeiten einfacher werden“. Als Herausforderungen nannte Beer Rückgänge bei den finanziellen Ressourcen oder die Frage nach der Gewinnung neuer Fachkräfte. Die zentrale Frage sei: „Wo wollen wir als Kirche hin? Wo sollen wir investieren, wo uns zurückziehen? Wie soll die Erzdiözese in 20, 30 Jahren aussehen? Es ist gewiss, dass sie nicht mehr so aussehen wird, wie jetzt.“
 
Antworten auf diese Fragen zu finden, werde letztlich auch ein „Lernprozess“ sein, erklärte Beer. Es gehe darum „im Dialog zu wachsen“. Beer dankte den Mitgliedern des Diözesanrats: Auch wenn die vergangenen zehn Jahre schwierig gewesen seien, so habe er doch erfahren dürfen, „dass Sie die Dinge mitgetragen haben und mir Vertrauen geschenkt haben – insofern waren es zehn gute Jahre“.
 
Auch Klingan betonte, dass es in den nun im Erzbistum angestoßenen strategischen Prozessen darum gehe zu definieren, „was ist es, das uns antreibt, was ist uns wichtig, was wollen wir für die Zukunft setzen?“. Dazu müsse das gesamte „Portfolio kirchlichen Handelns“ betrachtet werden, die Pastoral, die Bildung und die Caritas. Und es brauche eine größere Einbeziehung auch der Laien. „Ihr Wunsch nach einer transparenteren und stärkeren Kommunikation war nicht zu überhören“, sagte er mit Blick auf das Hearing zu den aktuellen Strategie-Projekten im Erzbistum, zu dem Kardinal Reinhard Marx haupt- und ehrenamtliche kirchliche Mitarbeiter kürzlich eingeladen hatte. „Es geht darum, dass wir gemeinsam Kirche sind und es auch bleiben, im Sinne einer erneuerten Kirche, die sich immer wieder neu an der Botschaft Christi ausrichtet“, unterstrich Klingan. In diesem Sinne freue er sich auf die Zusammenarbeit mit dem Diözesanrat und dankte den Laienvertretern für ihre bisherige engagierte Mitarbeit.
 
Das neue Leitungsmodell für die Bistumsverwaltung, mit Klingan als Generalvikar und Stephanie Herrmann als Amtschefin, das zum 1. Januar 2020 in Kraft treten wird, bezeichnete Klingan als „echtes Neuland“. Es sei ein Versuch, „aber ich bin zuversichtlich, dass es auch über den Status des Versuchs hinaus tragfähig sein wird“. Dass künftig eine Frau in dieser Position die Bistumsverwaltung leiten und repräsentieren wird, nannte Klingan ein „starkes Zeichen in unserer Zeit“. (ck/kbr)