Kirchliche Dienste am Flughafen München Katholische Seelsorge und Sozialdienst

Die „Kirchlichen Dienste“ am Münchner Flughafen sind eine ökumenische Einrichtung der Erzdiözese München und Freising und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Durch diese Dienste ist Kirche und Seelsorge im gesamten Bereich des Flughafens präsent und bietet ihre Hilfe an für Menschen
  • wenn sie in eine Notlage oder Krise geraten
  • wenn sie alleine nicht mehr klar kommen
  • wenn sie ein persönliches Gespräch suchen
  • wenn sie den Segen für eine Reise wünschen
  • wenn sie ihr Leben feiern möchten
  • wenn sie Gottesdienst feiern möchten

Portraitfoto Kohlhuber
Franz Kohlhuber
Pastoralrefernt
Fachbereichsleiter Kirchliche Dienste am Flughafen
Ebene 04 - Raum Z 4295
Terminalstraße Mitte 18
85356 München
Tel. 089/975 909 29
Fax. 089/975 909 21

franz.kohlhuber@munich-airport.de
Katholisches Team am Flughafen:
Franz Kohlhuber – Flughafen-Seelsorger
Karin Alt M.A. – Dipl.-Sozialpädagogin (FH)
Gaston Descy – Dipl. Pädagoge Univ.
Viviane Patroni-Egertz - Verwaltungskraft

Tätigkeitsfelder der Kirchlichen Dienste am Flughafen:

Gottesdienste, Segnungen, Einweihungen
  • z.B. Trauergottesdienste für verstorbene Mitarbeiter am Flughafen
  • z.B. Reisegruppen feiern Gottesdienste vor der Abreise / nach der Rückkehr / zwischen zwei Flügen
Passagierdienst / kirchlicher Sozialdienst für Reisende, Besucher und Abholer (katholisch verantwortet)

Mitarbeiterberatung/Sozialdienst für Angestellte der FMG und Beschäftigte am Flughafen (evangelisch verantwortet)

Begleitung und Betreuung im Bereich „Rückführungen“
(katholisch verantwortet)

Zuständigkeit und Unterstützung im Bereich „Asyl“ (evangelisch verantwortet)

Kirchliches Notfallteam (KNT) für Großschadenslagen und Unglücksfälle, die den Flughafen betreffen;

Führung und Begleitung von Besuchergruppen
(u. a. Firmlinge, Pfarrgemeinderäte, Frauengemeinschaften, Seniorengruppen)



Rückblick

Vernissage Johannesprolog am 19.04.2018

Am Donnerstag, den 19. April 2018 wurde im Rahmen einer gelungenen und stimmungsvollen Vernissage die Ausstellung „Johannesprolog“ in der Christophoruskapelle am Münchner Flughafen eröffnet.
Bis zum Pfingstwochenende (21. Mai 2018) sind 7 großflächige, moderne Collagen des Künstlers Cesare Kaiser dort zu sehen. Sie stellen den Versuch dar, den sperrigen, für viele schwer verständlichen Anfang des Johannes-Evangeliums in die heutige Zeit zu übertragen.
 
Geplant war die Ausstellung eigentlich für die Advents- und Weihnachtszeit, da der Johannes-Prolog dort in den Gottesdiensten verortet ist. Wegen terminlicher Schwierigkeiten war es zum geplanten Zeitpunkt aber nicht möglich und so wurde Sie jetzt von Franz Kohlhuber, dem katholischen Flughafenseelsorger für die heurige Osterzeit in die ökumenische Kapelle am Münchner Flughafen geholt.
 
„IM Anfang“ so beginnt die Schöpfungsgeschichte und diese beiden Worte stehen am Anfang der ganzen Bibel und auch am Beginn des Johannesprologs. Kohlhuber verwies bei der Eröffnung der Ausstellung darauf, dass die Kunstwerke in ihrer ganz eigenen Sprache, deutlich machen, „dass Gottes Schöpfung immer wieder neu beginnt und die Menschen durch alle Zeiten hindurch einlädt, an diesem Schöpfungswirken Gottes teilzunehmen.“
 
„Im Anfang war das Wort“ – ein wirkmächtiges Wort, das in der jüdisch-christlichen Tradition Schöpfung in Gang setzt und bewirkt. „Durch Gottes Wort entsteht Realität, wird Chaos überwunden und Struktur geschaffen und Wirklichkeit“, so formulierte es Franz Kohlhuber.
 
„In einer Zeit von Facebook, Twitter, Instagram und WhatsApp sind die Bilder Cesare Kaisers eine wohltuende Reduktion“, so der katholische Flughafenseelsorger.
 
„Bei Millionen Wörtern jeden Tag in den sozialen Medien und einer nicht zu verarbeitenden Bilderflut tut es gut, sich wieder zu besinnen auf das eine Wort, auf das Bild (in wenigen Farben) und den Gedanken, der wirklich trägt und im Inneren berührt.“ Es ist auch spannend an einem Flughafen, wo das Leben pulsiert, manchmal Unruhe, Lärm und Sprachenverwirrung herrschen, alles in bunten Farben schimmert und schillert, eine Flut von Bildern auf Menschen einwirkt, einen Ort zu haben, an dem Ruhe herrscht, Rückzug möglich ist und deshalb passt genau hier diese Ausstellung so wunderbar hinein.
 
Cesare Kaiser, selbst evangelischer Pfarrer, sprach zunächst über das Verhältnis von Kunst und Kirche, dass es durch die Jahrhunderte immer wieder Auseinandersetzung darüber gab, ob man Gott, ob man Religiöses bildhaft darstellen darf und damit die Gefahr besteht, das Göttliche zu begrenzen und auf eine bestimmte Ausdrucksform festzulegen. Letztendlich war seine Kernaussage aber, dass Kunst und Religion zwar unterschiedliche Sprachen sind. Doch wollen beide dasselbe erreichen. „Es braucht das Bildhafte, um den Menschen im Inneren zu treffen!“
Ihn trägt die Überzeugung, dass seine Kunstwerke nicht abschließend zu deuten und fertig zu interpretieren sind. „Denn dann könnte man auch einen Zettel an die Wand hängen, auf dem geschrieben steht, was die Botschaft des Bildes ist.“ Kunst ist Anregung für den Betrachter, den je eigenen Zugang zu finden und darin die Botschaft für das eigene Leben zu entdecken und das kann für jeden Menschen anders aussehen.

In einem zweiten Schritt, gab Cesare Kaiser kurze Impulse zu den 7 Collagen des Zyklus.
 
1.    Am Anfang war das Wort
Tonträger (alte Schallplatten) verdeutlichen die (inflationäre) Mehrung der Worte, die das eine wirkmächtige Wort verdrängen kann und immer wieder hilft die Besinnung auf das Wort, das Neuanfang schafft aus dem Nichts.

2.    Und Gott war das Wort
Das Wort „GOTT“ aus geschnittenen Schallplatten – regt an, selber nachzudenken, wer und wie dieser GOTT für mich ist.

3.    Und die Finsternis hat’s nicht ergriffen
Der Arm des Gekreuzigten (Teil eines Kruzifixes - auf einem Friedhof gefunden) streckt sich den vielen Händen entgegen, die das Licht in der Finsternis des Lebens / der Welt suchen.

4.    Er war in der Welt

Collage erinnert an die Darstellung des Menschen bei Leonardo da Vinci; angedeutet ist der (gekreuzigte) Mensch, der in ein Sandrund eingeschrieben ist, das die Welt verkörpern möchte.

5.    Die Seinen nahmen ihn nicht auf
Der Gekreuzigte ist – wie durch ein Gitter – von der Welt getrennt; stehen der Gekreuzigte und die Welt noch im Kontakt oder sind sie in verschiedenen Realitäten?

6.    Und das Wort ward Fleisch
Was ist mit dem „fleischgewordenen“ Wort im Laufe der Geschichte passiert? Ist es wieder blutleer geworden und in Form des Gekreuzigten zum toten Buchstaben geworden, eingeklemmt zwischen vielen Büchern und Texten?

7.    Und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit
Das Titelbild der Ausstellung – drei Menschen unterwegs (nach Emmaus?) – der eine umarmt den anderen aber alles sehr anonym – an der Hand des Umarmenden der einzige farbige Punkt der ganzen Ausstellung – das Stigma, Wundmal des Gekreuzigten; seine Nähe wird nicht auf Anhieb erkannt. Auch uns begleiten Menschen und wir spüren es nicht und merken schon gar nicht, dass Gott uns in diesen Menschen nahe ist.
 
Musikalisch wurde die Vernissage äußerst abwechslungsreich gestaltet und umrahmt durch die hochkarätigen Musiker Heinz Dauhrer, Trompete und Susi Weiss, Gesang.
Die bunte Zusammensetzung der Gäste führte beim anschließenden Stehempfang zu angeregten Gesprächen über „Gott und die Welt“.
 

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