Leben (dr)innen neu entdecken Impuls für Montag, 6. April 2020 von Hannelore Maurer

Lesung 42, 5a.1-7
 
„Übrigens! Wir sind seit Freitag Großeltern einer kleinen Veronika! Die Geburt verlief schnell und unkompliziert, die kleine Familie ist daheim und wir sind sehr glücklich und dankbar!“

Als ich am letzten Sonntag diese Nachricht bekomme, halte ich inne. Zwar werden immer wieder Kinder geboren und immer wieder erzählen Menschen bei Begegnungen in der Pfarrei oder auf der Straße freudestrahlend von der Geburt eines Enkelkindes. Aber dieses Mal ist es anders! Dieses Mal rührt mich etwas ganz tief an, nicht nur weil ich die Familie mit dem neugeborenen Enkelkind sehr schätze. Ich spüre echte innere Freude. Wir haben jetzt Tage, in denen wir von schlechten Nachrichten geradezu überflutet werden. Viele Informationen, die uns erreichen, beunruhigen und machen Angst. „Jedes neugeborene Kind bringt die Botschaft, dass Gott sein Vertrauen in die Menschheit noch nicht verloren hat.“ Diese Sprichwort kommt mir in den Sinn, als ich an diesem Sonntag von der glücklichen Geburt der kleinen Veronika erfahre. Ein neugeborenes Kind bedeutet Hoffnung und Zukunft!
Babyfüße von Händen der Eltern gehalten
Foto: Andreas Wohlfahrt / pixabay
Ähnliches vermitteln mir die Worte aus der heutigen Lesung, die dem ersten Lied vom Gottesknecht aus dem Buch Jesaja entnommen sind: „Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus.“ Wie ein geknicktes Rohr kommt mir unsere Gesellschaft tatsächlich gerade vor. So vieles bricht gerade weg. Nicht nur die gemeinsame Feier unserer Gottesdienste an den bevorstehenden Kar- und Ostertagen, sondern auch das Vertrauen, dass wir unser Gesundheitssystem, ja unser Leben im Griff haben. Ich hoffe und bete, dass wir nach der Trauer um die Toten und bei aller wirtschaftlichen Belastung verändert aus dieser Krise hervorgehen im Vertrauen auf einen Gott, der mit uns durch diese Zeit hindurchgeht: Hoffnung und Zukunft für die kleine Veronika und für alle von uns.

Herr, Du bist ein Liebhaber des Lebens! Sei uns nah in schweren Zeiten, wenn uns die Zuversicht verlässt. Sei uns nah, wenn wir Hoffnung schöpfen, in den kleinen Zeichen des Lebens, die Du uns immer wieder schenkst. Sei uns nah, wenn wir unsere Hoffnung dann miteinander teilen.

Dazu segne uns Gott, der Vater und der Sohn und der lebenspendende Geist. Amen.
 
Text: Hannelore Maurer

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