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Nachhaltigkeit an der Schule - "ein wichtiges Thema für unsere Zukunft!“ Die Franziskus-Grundschule in Haidhausen vermittelt ihren Schülern auch den Wert der Schöpfung

In seiner Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“ forderte Papst Franziskus eine Abkehr von der zerstörerischen Lebensweise der Menschen. Die neue Erzbischöfliche Franziskus-Grundschule in München-Haidhausen hat sich nicht nur bei der Namensgebung von ihm inspirieren lassen, sondern auch seine Denkanstöße ernstgenommen. Das zeigt sich am Gebäude, das gerade gebaut wird – und in den pädagogischen Inhalten, die den Schülern mit Nachdruck vermittelt werden.
Nachhaltigkeit an Franziskus-Grundschule
Die Erzbischöfliche Franziskus-Grundschule legt großen Wert auf Nachhaltigkeit. Der Erhalt der Schöpfung spielt im Schulalltag eine wichtige Rolle. Foto: Unsplash (Element5 Digital)
Der Heilige Franz von Assisi ist neben dem Papst der zweite Namensgeber der Schule. In seinem Sonnengesang hatte er Gott und seine Schöpfung gepriesen und darüber zum Nachdenken angeregt, wie wertvoll diese sei. Papst Franziskus übertrug diesen Gedanken in seiner Enzyklika in die heutige Zeit: „In der Tat ist das Eingreifen des Menschen, das für die vernünftige Entwicklung der Schöpfung sorgt, die angemessene Form, sie zu hüten.“ Die Franziskus-Grundschule hat diesen Auftrag angenommen und versucht, ihn an die Schüler/innen weiterzugeben.

Die Nachhaltigkeitsleitlinien der Erzdiözese München und Freising stellen eine wichtige Orientierungshilfe dar. In der Präambel heißt es: „Unsere Lebensweise und unsere Art zu wirtschaften sind weder global übertragbar noch dauerhaft zukunftsfähig. Unsere Gesellschaft muss sich daher von Denk- und Handlungsweisen verabschieden, die auch auf der Ausbeutung von Menschen und natürlichen Ressourcen beruhen. Die Zeit drängt. Noch haben wir die Möglichkeit, die schlimmsten Auswirkungen abzuwenden.“ Und weiter: „Das bedeutet: In unseren Entscheidungen nehmen wir eine Perspektive ein, die soziale Fairness, ökologische Tragfähigkeit und ökonomische Effizienz als sich wechselseitig bedingende Größen versteht.“  

Die Schule sieht ihre Aufgabe darin, diese großen Worte in den Alltag zu übertragen und Mittel und Wege zu finden, die komplexen Gedanken den Grundschülern verständlich zu machen. Tag für Tag versuchen die Lehrkräfte und Erzieher/innen, bei ihren Schülern das Bewusstsein zu schärfen, was es konkret bedeutet, Gottes Schöpfung zu bewahren.

Wie ernst die Franziskus-Grundschule diesen Auftrag nimmt, zeigt sich allein schon am Schulgebäude, das gerade gebaut wird und im Sommer 2021 fertig sein soll. Es wird in ökologischer Holzbauweise errichtet, setzt auf luftige Räume mit viel Licht und bietet reichlich Platz zum Lernen, Entspannen und Entfalten. Bis der Bau für die rund 200 Kinder fertig ist, sind die Schüler/innen in einer modernen Containerlandschaft untergebracht.
Erzbischöfliche Franziskus-Grundschule
Bis zur Fertigstellung des in ökologischer Holzbauweise errichteten Schulgebäudes Mitte 2021 ist die Franziskus-Grundschule in Haidhausen in modernen Schulcontainern untergebracht. Foto: EOM (Robert Kiderle)

„Eine meiner wichtigsten Aufgaben als Pädagogin“, sagt die Lehrerin

Auch im Unterricht ist die Bewahrung der Schöpfung ständig Thema. „Nachhaltigkeit prägt den Charakter der Schule und den Umgang miteinander“, sagt Lisa Mackner, Lehrerin der 1. Klasse und seit dem Start der Schule im September 2019 dabei. „Wir versuchen Themen wie Natur, Umwelt, Mensch und Tier ganzheitlich anzugehen und zu ergründen.“ Das führt dazu, dass sie manche Themen im Unterricht anders behandeln als sonst üblich. Als Beispiel nennt sie das Fach Heimat- und Sachkunde, in dem die Namen und Merkmale von Pflanzen und Tieren nicht nur auswendig gelernt, sondern auch die besonderen Wechselwirkungen mit der Umwelt aufgezeigt werden sollen. Der Anspruch ist, der Natur als Teil der Schöpfung Gottes eine besondere Wertschätzung entgegenzubringen! 

Da trifft es sich gut, dass die junge Lehrerin Nachhaltigkeit in der Schule als persönliches Steckenpferd bezeichnet. Auf Instagram hat sie sogar eine kleine Seite dazu eingerichtet (https://www.instagram.com/nachhaltige_grundschule). „Das Thema ist für unsere Zukunft sehr wichtig. Als Pädagogin sehe ich es als eine meiner wichtigsten Aufgaben an, die Kinder darauf vorzubereiten und ihnen zu zeigen, wie sie künftig im Einklang mit der Natur leben und diese wertschätzen können.“ Es gehe ihr darum, den Grundstock zu legen und Nachhaltigkeit nicht nur als Unterrichtsthema oder gar Problem zu behandeln, „sondern es auch zu leben und als Lebenshaltung anzunehmen“.
Nachhaltigkeit an Franziskus-Grundschule
Beim Essen und Trinken sind die Eltern der Schüler angehalten, auf regionale Zutaten zu achten. Es soll so wenig wie möglich verschwendet werden. Foto: Unsplash (Robin Worall)
Im Unterricht nähert sie sich dem Thema unterschiedlich an. „Wir reden ständig darüber und denken selbst über Kleinigkeiten nach.“
 
  • Lisa Mackner setzt auf Qualität und vermeidet billige Materialien. Beim Anschaffen der Hefte und Umschläge achtet sie auf den Einsatz von zertifiziertem Umweltpapier und recyclingfähigem Material.
  • Sie teilt nur wenige Arbeitsblätter auf Papier aus und versucht, stets auch die Rückseite zu bedrucken. Vieles läuft in der Schule bereits digital ab, auch um möglichst wenig Papier zu verschwenden.
  • Mülltrennung war vom ersten Schultag an ein großes Thema. Die Kinder achten konsequent darauf, welcher Abfall in welchen Behälter kommt, und weisen jemanden darauf hin, wenn er gedankenlos etwas weggeworfen hat.
  • Regionalität und Saisonalität spielen beim Essen eine große Rolle – nicht nur beim Mittagstisch, sondern auch in der Großen Pause am Vormittag. Die Eltern sind längst dafür sensibilisiert, Obst zur passenden Jahreszeit einzupacken und auf Erdbeeren im Winter beispielsweise zu verzichten. Das Frühstück wird in Brotboxen (kein Plastik!) mitgebracht, nicht in Papiertüten.   
  • Essen soll nicht weggeworfen werden. Beim Mittagstisch achten die Kinder darauf, sich nur so viel zu nehmen, wie sie schaffen.   
Nachhaltigkeit an Franziskus-Grundschule
Die Lehrerin achtet auf Qualität und vermeidet billige Materialien, die schnell kaputtgehen. Auch auf Plastik soll möglichst verzichtet werden. Foto: Unsplash (Agence Olloweb)
Hier und da haben Lisa Mackner und ihre Schüler/innen auch spezielle Lösungen entwickelt. Für den Fall beispielsweise, dass die Kinder Geld mit in die Schule bringen müssen, um Hefte oder den nächsten Ausflug zu bezahlen, wurde ein Umschlag ins Aufgabenheft geklebt. „Das mag nur eine Kleinigkeit sein“, sagt sie, „aber so vermeiden wir es, dass alle 18 Kinder jedes Mal einen Umschlag mit dem Geld mitbringen, der anschließend weggeworfen wird.“

Text: Christian Horwedel, freier Mitarbeiter 

"Kein Du oder Ich ...

... wir entscheiden gemeinsam!"

Über die Franziskus-Grundschule in Haidhausen und ihr pädagogisches Konzept lesen Sie hier mehr.

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