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Alle Veränderungen, alle Traditionen am Evangelium messen

Festgottesdienst zu Mariä Himmelfahrt mit Kardinal Marx im Münchner Liebfrauendom
München, 15. August 2019. In seiner Predigt zu Mariä Himmelfahrt hat Kardinal Reinhard Marx dazu aufgerufen, sich bei der Gestaltung der Zukunft der Kirche stärker am Evangelium zu orientieren. „Alle Veränderungen, alle Reformen, alles Beharren, alle Traditionen müssen sich messen lassen an dem, was dieser Botschaft dient“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Donnerstag, 15. August, im Münchner Liebfrauendom. „Die einen fordern vielstimmig Veränderung, und die anderen haben Angst davor – ein Stimmengewirr, das kennzeichnend dafür ist, dass man ein wenig orientierungslos geworden ist und vielleicht auch Angst vor der Zukunft hat“, so Kardinal Marx: „Aber Angst ist keine Haltung, die wir Christen haben dürfen, wenn wir daran glauben, dass Christus mit uns geht, dass er uns hilft, in diesen schwierigen Zeiten den Weg zu finden.“
 
Die kirchlichen Feste könnten dabei helfen, Orientierung zu finden und zu erkennen, was das Zentrum des Glaubens sei. An Mariä Himmelfahrt werde deutlich, „wie eng die Geschichte Gottes mit der Geschichte der Menschen verbunden ist“, betonte der Erzbischof: „Maria ist für uns ein Zeichen für die Nähe Gottes, für den Zugang, den wir in dieses unaussprechliche Geheimnis hinein haben.“ Die Aufnahme Mariens in den Himmel zeige: „Es gibt nicht nur das Sichtbare, das Berechenbare. Es gibt nicht nur dieses Leben, sondern es gibt eine unzerstörbare Welt, die stärker ist als der Tod.“ In ihrem Lobgesang, dem Magnificat, sage Maria der Kirche, „wo sie hingehört: an die Seite der Armen, der Schwachen, der Kranken, der Sünder, der Sterbenden, der Ertrinkenden im Mittelmeer, der Ungeborenen. Wir als Christen sollen denen Hoffnung geben, die scheinbar keine Hoffnung haben können“, sagte Kardinal Marx.
 
 Traditionell werden am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel, das als wichtigstes unter den Marienfesten gilt, zu Sträußen gebundene Kräuter gesegnet, die Gläubige zu den Gottesdiensten mitbringen. Der Brauch der Kräuterweihe geht auf eine Erzählung des Johannes von Damaskus zurück, der als Mönch um 700 im Kloster Mar Saba bei Jerusalem lebte. Laut dieser Erzählung erfüllte „wundersamer Kräuterduft“ das Grab Marias. Auch aus dem 14. Jahrhundert ist eine Legende überliefert, wonach die Grabtücher, in die der Leichnam Marias gewickelt wurde, „gleich Balsam und der Blume der Lilien“ dufteten. Traditionell werden lebensnotwendige und heilkräftige Pflanzen wie Brotgetreide und Gewürzpflanzen eingebunden. Oft wird der Kräuterbuschen auch mit Blumen aus dem sommerlichen Garten und einer Rose, dem Symbol für Maria, geschmückt.
 
In den Münchner Wallfahrtsorten Maria Ramersdorf und Maria Thalkirchen beginnt an Mariä Himmelfahrt der traditionelle Frauendreißiger, bei dem bis zum Fest Kreuzerhöhung am Samstag, 14. September, täglich Wallfahrtsandachten und Pilgergottesdienste stattfinden. Am Fest Maria Königin am Donnerstag, 22. August, um 18 Uhr feiert Kardinal Marx den Festgottesdienst in Maria Ramersdorf. (gob)