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Kardinal Marx weiht zwei junge Männer zu Priestern

Der Erzbischof ruft die Neupriester auf, „Zeuge und Werkzeug des Reiches Gottes“ zu sein
Priesterweihe 2020
Kardinal Marx mit den neu geweihten Priestern Jasper Gülden (l.) und Andreas Kolb (r.).
München, 27. Juni 2020. Kardinal Reinhard Marx hat bei der Priesterweihe im Münchner Liebfrauendom an das Wesen des Priesterseins erinnert: „Entscheidend ist, dass ihr Zeuge und Werkzeug des Reiches Gottes seid.“ Das solle bei allem priesterlichen Handeln die Grundlage bilden, riet der Erzbischof von München und Freising am Samstag, 27. Juni, in seiner Predigt den zwei Weihekandidaten. Bei diesem Reich, das die Kirche zu verkünden habe, handle es sich nicht um „eine zukünftige Welt, die nach dem Tode da ist, sondern um die Erfahrung, dass wir nicht allein sind und die geheimnisvolle Wirklichkeit Gottes einbricht in unsere menschliche Wirklichkeit, unsere Zeit und unser Leben.“
 
Neben der Freude auf den priesterlichen Dienst, so Marx, müssten Weihekandidaten sich während ihrer Ausbildung auch mit inneren und äußeren Zweifeln auseinandersetzen: „Vielleicht haben manche Freunde gefragt: Bist du verrückt? Weißt du, worauf du dich einlässt?“ Gleichzeitig sei in der Vorbereitung aber die „ungebrochene Faszination“ spürbar, „die ausgeht von der Gestalt des Priesters als Mann, der uns von Gott her etwas sagen kann, wonach wir uns sehnen“, betonte Marx.
 
Priester könnten helfen bei Fragen nach der Existenz Gottes. Darin liege aber gleichzeitig die „Gefährdung der priesterlichen Existenz begründet“, warnte Marx vor einer Hinwendung zum Klerikalismus und davor, „sich zum Experten zu machen in einer Weise, als hätten wir die Macht über die Wirklichkeit Gottes. Priester dürften sich nicht verstehen als „jemand anderes, Auserwähltes, der über den anderen steht“. Als zweite Gefahr für Priester nannte Marx es, „einfach nicht mehr den Mut zu haben, von Gott zu sprechen und die Überzeugung zu verlieren, dass ihr den Auftrag habt, in diesem Sinne etwas Besonderes zu sein“.
 
Um ihrer Aufgabe gerecht zu werden, müssten Priester laut dem Kardinal bereit sein zu lebenslangem Lernen, „das nicht zu Ende geht und schon gar nicht mit der Priesterweihe endet“ sondern „bis zum letzten Tag unseres Lebens“ notwendig sei. „Erfahrungen machen, Enttäuschungen verarbeiten, Bücher lesen, Begegnungen machen, umkehren, beichten“, all das müsse in dem Wissen um die eigene Funktion als „Werkzeug und Zeuge des Reiches Gottes“ getan werden.
 
Zu Priestern geweiht wurden Jasper Gülden (29) aus der Pfarrei St. Peter in Ampermoching im Landkreis Dachau und Andreas Kolb (27) aus der Gemeinde St. Nikolaus in der Stadtkirche Mühldorf im gleichnamigen Landkreis. Gülden absolvierte seinen Pastoralkurs im Pfarrverband Röhrmoos-Hebertshausen. Seine erste Kaplanstelle tritt er im Pfarrverband Dachau-St. Jakob an. Seine Primiz feiert Gülden im Pfarrverband Röhrmoos-Hebertshausen. Sein Primizspruch lautet: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe.“ (1Kor 13,13)
 
Kolb war während seiner Ausbildung im Pfarrverband Obing eingesetzt. Er wechselt als Kaplan in den Pfarrverband Partenkirchen-Farchant-Oberau. Seine Primiz feiert Kolb bei einem Berggottesdienst im Pfarrverband Obing. Als Primizspruch hat er eine Stelle aus dem Buch Nehemia im Alten Testament gewählt: „Die Freude am Herrn ist Eure Kraft.“ (Neh 8,10). (hs)

Bilder von der Priesterweihe (Fotos: Robert Kiderle)
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