Was heute gilt


Die Ehe muß nach deutschem staatlichen Recht immer vor dem Standesamt geschlossen werden. Eine Bescheinigung über die standesamtliche Eheschließung ist vor der kirchlichen Trauung vorzulegen. Nur dann darf ein Paar in Deutschland kirchlich getraut werden.

Nach evangelischer Auffassung wird die Ehe auf dem Standesamt geschlossen.
Nach katholischem Verständnis genügt dies nicht zur Gültigkeit, es sei denn, die Befreiung von der "Formpflicht" ist eingeholt worden.

Beiden Kirchen ist es sehr wichtig, daß am Anfang einer christlichen Ehe eine kirchliche Trauung steht.

Die Trauung erfolgt in der Regel nach der Ordnung der Kirche, in der nach der Entscheidung des Paares die kirchliche Trauung stattfindet.

Wenn Sie sich aus ernsthaften Gründen nicht für eine Trauung nach katholischem Ritus entscheiden können, ist für Sie als katholischer Partner die Befreiung ("Dispens") von der katholischen Eheschließungsform ("Formpflicht") möglich. Nach erteilter Dispens kann die Ehe auch in der evangelischen Kirche (mit oder ohne Beteiligung eines katholischen Geistlichen) geschlossen werden.

Demnach sind folgende Formen einer katholischen Trauung möglich:


  1. katholische Trauung
  2. Trauung nach katholischem Ritus unter Beteiligung einer evangelischen Pfarrerin / eines evangelischen Pfarrers
  3. evangelische Trauung
Nach Befreiung von der "Formpflicht":
  1. Trauung nach evangelischem Ritus unter Beteiligung eines katholischen Geistlichen
  2. nur standesamtliche Trauung

Im Traugespräch legt der katholische Geistliche der katholischen Partnerin / dem katholischen Partner die Frage vor:

»Wollen Sie in Ihrer Ehe als katholischer Christ leben und den Glauben bezeugen?«

Die evangelische Kirche erwartet ebenso, daß die evangelische Partnerin / der evangelische Partner in der Ehe den evangelischen Glauben bezeugt und lebt. Deshalb soll in der konfessionsverschiedenen Ehe unbedingt für den Glauben beider Partner Raum sein.

Der katholische Geistliche fragt zudem die katholische Partnerin / den katholischen Partner:

»Als katholischer Christ haben Sie die Pflicht
ihre Kinder in der katholischen Kirche taufen
zu lassen und im katholischen Glauben zu
erziehen.

Versprechen Sie, sich nach Kräften darum zu
bemühen, dieses sittliche Gebot zu erfüllen,
soweit das in Ihrer Ehe möglich ist?«

Als katholischer Partner sind Sie verpflichtet, alles Ihnen Mögliche zu tun, Ihren als wahr erkannten Glauben und die Zugehörigkeit zu Ihrer Kirche auch denen zu vermitteln, für die Sie verantwortlich sind, nämlich Ihren Kindern. Die evangelische Kirche erwartet dies auch vom evangelischen Partner. Da aber die Erziehung der Kinder immer Sache beider Elternteile ist und keiner der Partner zu einem Handeln gegen sein Gewissen veranlaßt werden darf, besteht diese Verpflichtung für den katholischen Partner darin, das in der konkreten Situation nach bestem Wissen und Gewissen Mögliche zu tun.

Fragen, die sich in diesem Zusammenhang ergeben, sollten beim Traugespräch mit den jeweiligen Seelsorgern besprochen werden. Wichtig ist, daß Sie beide auch nach der Trauung mit Ihren Seelsorgern in Kontakt bleiben und somit weiter Beheimatung in Ihrer Kirche finden.