7 x Zuversicht Hoffnungsvolle Impulse zur Fastenzeit

In seiner Osterbotschaft 2020, mitten im ersten Lockdown, als scheinbar alles still stand, lenkte Kardinal Reinhard Marx unsere Aufmerksamkeit auf den Kern der Osterbotschaft: Hoffnung. Mit Blick auf das Kar- und Ostergeschehen ermutigte der Erzbischof von München und Freising damals: „Da war kein Stillstand – da war Dynamik, da kam etwas in Bewegung. Durch den Tod und die Auferstehung Jesu ist eine neue Bewegung in Gang gekommen. Und deswegen können wir gerade von Ostern her lernen, was es auch in dieser Krisensituation zu tun gilt und was unser Auftrag ist, unsere Sendung. Es ist deutlich, dass wir gesandt sind, eine Botschaft der Hoffnung zu geben, eine Botschaft, die wirklich gegen alle Resignation, gegen alle Verzweiflung gerichtet ist.“

Hoffnung und Zuversicht, damit wollen wir Sie auch in dieser Fastenzeit auf Ostern hin begleiten. „Was gibt mir Zuversicht – was schenkt mir Hoffnung?“ – das haben wir sieben Menschen aus dem Erzbistum gefragt. Ihre Antworten, ihre Impulse stellen wir an dieser Stelle jede Woche vor. Wir würden uns freuen, wenn sie Sie ermuntern und Ihnen Zuversicht schenken.

Impuls zum 2. Fastensonntag von Pastoralreferentin Heidi Hürten

"Meine Tätigkeit für an Covid-19-Erkrankte gibt mir Zuversicht" 

Ermutigend empfinde ich das nachbarschaftliche Füreinander-Da-Sein für Menschen, die zu einer der Risikogruppen gehören oder an Covid-19 erkrankt sind und in Quarantäne leben müssen. Auch die Kreativität und der Ideenreichtum vieler Pfarrgemeinden, damit kirchliches Leben und christliches Miteinander in der aktuellen Situation präsent und lebendig bleiben, geben mir Zuversicht.

Ermutigendes erfahre ich in besonderer Weise auch in meiner Tätigkeit für die Einsatzgruppe Seelsorge, die von der Erzdiözese für an Covid-19 Erkrankte und deren Angehörige eingerichtet wurde. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger der Gruppe besuchen Erkrankte zu Hause sowie in Alten- oder Pflegeeinrichtungen, stehen ihnen in spirituell existentieller Not bei und begleiten Sterbende.
Pasroralreferentin Heidi Hürten
Pastoralreferentin Heidi Hürten
Ich habe die Frauen und Männer der Einsatzgruppe auf ihren Einsatz vorbereitet und im Anlegen und Ablegen der persönlichen Schutzausrüstung geschult. Zudem gehöre ich zu jenen, die in Form einer Rufbereitschaft 24 Stunden sieben Tage die Woche über die Hotline 0151/42402512 Anrufe entgegennehmen. Oft beraten wir Angehörige von an Covid-19 Erkrankten oder Mitarbeitende in Alten- und Pflegeheimen schon am Telefon, ermutigen sie und spenden ihnen Trost.
 
Diese Arbeit schenkt mir viel Zuversicht, da ich aufgrund der Anrufe von Mitarbeitenden von Alten- und Pflegeeinrichtungen erleben darf, wie sie ihre Mitbewohnerinnen und Mitbewohner in ihrer persönlichen Religiosität und ihrer spirituellen Verankerung respektieren und ernstnehmen. Hoffnung schenken und Zuversicht geben kann ich, wenn ich Angehörigen zuhöre und ihnen die Gelegenheit gebe, von ihren Ängsten, ihrer Verzweiflung, ihrem Schmerz zu erzählen, von ihrem Gefühl des Ausgegrenztseins und der großen Einsamkeit aufgrund der verordneten Quarantäne.

Der auferstandene Christus hat uns zugesagt: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Aus dieser Zusage schöpfe ich selbst immer wieder neu meine eigene Zuversicht und Hoffnung.

Pastoralreferentin Heidi Hürten, Seelsorgerin am Klinikum Großhadern München und Mitglied der Einsatzgruppe Seelsorge für Menschen mit COVID-19

Impuls zum ersten Fastensonntag von Prof. Hans Tremmel

Was gibt mir Zuversicht, was schenkt mir Hoffnung?
 
Hoffnung auf langersehnte menschliche Kontakte machen mir in dieser verrückten Pandemiezeit die verschiedenen Vakzine, die Erfolge der Medizin, die lobenswerte Selbstdisziplin und die Solidarität von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Zuversichtlich sehe ich der eigenen Impfung entgegen, die mir privat, beruflich und auch ehrenamtlich manches wieder möglich macht, was aktuell fehlt oder nur unter erschwerten Bedingungen realisierbar ist. Es war durchaus heilsam, dass einige Selbstverständlichkeiten weggebrochen sind, weil ich sie jetzt umso mehr zu schätzen weiß. Die schmerzlich vermisste Gemeinschaft im Glauben lässt sich nur sehr bedingt durch virtuelle Formate ersetzen. Besonders freue ich mich auf spontane und unbeschwerte Begegnungen im Familien- und Freundeskreis.
Portrait Prof. Hans Tremmel
Prof. Hans Tremmel
Ich bin dankbar, dass ich im Hinblick auf mein Ehrenamt hier nicht nach Befürchtungen und Sorgen gefragt wurde, denn Grund zum Jammern und Lamentieren gäbe es wahrlich genug. Hoffnungsvoll stimmen mich dagegen die offenen und konstruktiven Auftaktveranstaltungen des Synodalen Weges und die Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit der Synodalen tatsächlich verstanden hat, dass nach den Verbrechen an Kindern und Jugendlichen es in der Kirche Jesu Christi kein „Weiter so“ geben darf. Zuversichtlich arbeite ich außerdem mit am innerdiözesanen Gesamtstrategieprozess. Beide Projekte sind sehr mühsam, aber die angestrebten Ziele sind der Mühe wert. In der Hoffnung, dass der Auferstandene uns begleitet, können wir als Kirche voll Zuversicht gemeinsam weitergehen.
 
Professor Hans Tremmel, Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese München und Freising

40 Acts of Kindness

Wer Zuversicht schenken will, ist herzlich eingeladen, an unserer "40 Acts of Kindness-Challenge" teilzunehmen. 40 kleine Gesten der Nächstenliebe.

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