Deutsche Päpste

Am 19. April 2005 wurde Kurienkardinal Joseph Ratzinger, früherer Erzbischof von München und Freising (1977-82), in der Nachfolge der verstorbenen Papstes Johannes Pauls II. zum Papst gewählt. Mit Benedikt XVI. ist zum ersten Mal seit mehr als vier Jahrhunderten wieder ein Deutscher Papst. „Papst“ ist heute die übliche Bezeichnung für den Bischof von Rom als Inhaber des universalkirchlichen Petrusamtes und für das Haupt der katholischen Kirche.

Der erste deutsche Papst war Gregor V. (996-999). Im Jahr 996 kam er als 24-Jähriger mit Hilfe seines Cousins, König Otto III., in das Amt. Im 11. Jahrhundert gab es nacheinander eine ganze Reihe deutscher Päpste. Sie konnten allerdings nicht viel bewegen, da sie meist nur kurze Zeit regierten:

Clemens II. (1046-47), zuvor seit 1040 Bischof von Bamberg. Sein Grab im Bamberger Dom ist das einzige Papstgrab nördlich der Alpen.

Damasus II. (1048), zuvor seit 1039 Bischof von Brixen, aus bayerischem Adel stammend. Er starb nach 23 Tagen als Papst in der italienischen Stadt Palestrina, nahe Roms.

Leo IX. (1049-54) war der bedeutendste der drei deutschen Päpste des 11. Jahrhunderts. In seiner fünfjährigen Regierungszeit war er oft auf Reisen und versammelte häufig Synoden. Er gründete das beratende Kardinalskollegium.

Viktor II. (1055-57), schwäbischer Herkunft, zuvor seit 1042 Bischof von Eichstätt. Er beerdigte Kaiser Heinrich III. in Speyer.

Stephan IX. (1057-58), Benediktiner aus Lothringen.

Hadrian VI. (1522-23) stammte aus Utrecht, so dass er nach damaliger Auffassung als „deutscher“ Papst galt. Er wurde 1522 gewählt, starb aber schon ein Jahr später. In den Kampf gegen die Reformation, die sich in Deutschland gerade Bahn brach, konnte er nicht wesentlich einwirken. 1523 sprach er Bischof Benno von Meißen heilig, den späteren bayerischen Landes- und Münchner Stadtpatron.