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Rückkehr ins Erzbistum

Dienstag, 23. November 2010
Bitte um Beistand des Heiligen Korbinian
Kardinal Marx kehrte am 23. November zurück nach München. Am Flughafen wurde er von einer Delegation der bayerischen Staatsregierung, angeführt von Kultusminister Ludwig Spaenle, empfangen. Anschließend fuhr der Erzbischof auf den Freisinger Domberg, wo er mit vollem Glockengeläut willkommen geheißen wurde. Im Domhof empfingen ihn die Freisinger Stadtkapelle und Hunderte Gläubige, am Domportal erwarteten ihn der Landrat des Landkreises Freising, Michael Schwaiger, und Freisings Oberbürgermeister Dieter Thalhammer. In einer kurzen Ansprache vor dem Dom erinnerte Marx an die Kontinuität im Zeichen des Hl. Korbinian: So erfolgte die Kardinalsernennung am 20. November, am Fest des Diözesanpatrons, durch einen von Marx’ Vorgängern auf dem Stuhl des Hl. Korbinian, den ehemaligen Erzbischof Joseph Ratzinger und heutigen Papst Benedikt XVI. Und auch seine Titelkirche, San Corbiniano, werde dem Heiligen geweiht. In einem Gebet am Schrein des Hl. Korbinian im Freisinger Dom bittet Kardinal Marx schließlich um den Beistand des Heiligen: „Hilf mir auch ganz persönlich in meinem Dienst als Erzbischof dieses Erzbistums, in dem ich nun zuhause bin, in dem ich bleiben will, dem ich mich neu widmen will, mit ganzem Herzen.“ Wie der Hl. Korbinian sei auch er nach Rom gereist und wieder nach Freising zurückgekehrt, um „das Evangelium hier in Altbayern in überzeugender Weise“ zu verkünden, betet Kardinal Marx: „Ich bitte Dich, hilf uns heute, mit Deiner Fürbitte (…) Christen zu sein, nicht nur im Wort, sondern auch in der Tat.“ Nach seinem Gebet in der Krypta bekräftigte Marx, er wolle seinen Beitrag dazu leisten, „damit Bayern den Glauben nie vergisst“. Anschließend spendete er im Freisinger Dom seinen ersten Segen als Kardinal in seiner Heimatdiözese.

Gebet am Schrein des Heiligen Korbinian:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Heiliger Korbinian,
Du bist nach Rom gereist und wieder zurückgekehrt nach Freising, und so habe ich es heute getan. Etwas bequemer, aber doch mit der Intention, mit dem Willen, der auch Dich bewegt hat, an die Gräber der Apostel zu pilgern: Da, wo Petrus und Paulus gewirkt haben, wo sie gestorben sind für Christus, neu den Auftrag anzunehmen zur Verkündigung des Evangeliums, gestärkt durch den Nachfolger des Heiligen Petrus, der auch einmal Dein Nachfolger hier in Freising gewesen ist.

Wir gehen in Deinen Spuren, Heiliger Korbinian. Du hast das Evangelium hier in Alt­bayern in überzeugender Weise verkündet. Die Menschen sind hierher gekommen auf den Berg, um von Dir zu lernen, was es heißt, ein Christ zu sein.

Ich bitte Dich im Namen des ganzen Volkes Gottes im Erzbistum München und Freising:
Hilf uns heute mit Deiner Fürbitte zu lernen, was es heißt, den Namen Jesu Christi zu tragen, Christen zu sein, nicht nur im Wort, sondern auch in der Tat.

Am Fest des Heiligen Korbinian hat der Heilige Vater mich aufgenommen in den Klerus der Stadt Rom. Auch Du warst immer wieder verbunden mit der römischen Kirche, denn von Rom aus ist das Evangelium in die ganze Welt gegangen, zunächst in Jerusalem verkündet, aber mit dem Gang des Petrus nach Rom hat das Evangelium den Durchbruch in eine universale Botschaft gewonnen.

Hilf uns durch Deine Fürsprache, die Einheit der Kirche zu wahren und die Gemeinschaft mit dem Nachfolger des Petrus, mit allen Bischöfen: dass wir gemeinsam Zeugnis geben in dieser unübersichtlichen Welt, die vielen Angst macht, die viele in Verwirrung führt. Du hilfst uns, das Evangelium neu zu entdecken. Neu zu entdecken, wie groß der Schatz unseres Glaubens ist, der uns Orientierung gibt, Lebensweisung, Licht, Stärkung, Ermutigung.

Hilf mir auch ganz persönlich in meinem Dienst als Erzbischof dieses Erzbistums, in dem ich nun zuhause bin, in dem ich bleiben will, dem ich mich neu ganz widmen will, mit ganzem Herzen, mit meiner ganzen Liebe, mit allen Fähigkeiten, die mir der Herr geschenkt hat.

Hilf mir dabei, sei mein und unser Wegbegleiter durch die Geschichte und die herausfordernden Jahre, die auf uns zukommen.
Hilf uns, dass wir keine Angst haben, denn wir Christen dürfen voll Vertrauen jeden Tag annehmen als Gabe und Aufgabe.

Heiliger Korbinian, bitte für uns und steh’ uns bei mit Deinem Weggeleit.

Amen.


Wieder ein Kardinal auf der Kathedra
Ansprache bei der Vesper am 23.11.2010 im Münchner Dom
Am späten Nachmittag des 23. November traf Kardinal Marx am Münchner Liebfrauendom ein, wo ihn die Dombläser und Oberbürgermeister Christian Ude „im Namen des gesamten Münchner Stadtrats und der gesamten Münchner Bürgerschaft“ empfingen. Marx wertete die breite öffentliche Wahrnehmung der Ereignisse in Rom als „großartiges Zeichen dafür, dass das vielfältige Wirken der Kirche sehr geschätzt wird“.

In der Liebfrauenkirche begrüßte Weihbischof und Dompropst Engelbert Siebler den neuen Kardinal im Namen des Metropolitankapitels: „Die Erzdiözese München und Freising freut sich, dass die Kathedra in München wieder von einem Kardinal besetzt ist.“

Bei der anschließenden Vesper im voll besetzten Münchner Liebfrauendom versicherte Marx den Gläubigen, er sei froh, wieder zuhause zu sein. „Ich möchte Ihnen dienen als Ihr Erzbischof und meine Kraft der Aufgabe widmen, das Evangelium zu verkünden.“ Marx betonte, der Glanz der Feierlichkeiten der vergangenen Tage dürfe „nicht blenden“, sondern müsse „wie ein Licht in der Dunkelheit“ deutlich machen, um was es gehe: um den „Dienst der Einheit“ und den „Dienst für die Menschen“. Mit Blick auf den Kardinalspurpur, den er nun trägt, sagte Marx: „Ich bin kein anderer Mensch geworden. Kleider machen Leute, sagt man. Aber das stimmt nicht. Ich bin derselbe geblieben, aber mit einem neuen Auftrag.“
Predigt bei der Vesper im Liebfrauendom