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Kreativ-Tipp: Maria zum Ausmalen Passend zur Lebensgeschichte der Heiligen Maria

Geeignet für: Kinder aller Altersgruppen
Zeitdauer: ca. 20 min
Aufwand: einfach
Ausmalbild Maria mit Kind
Ausmalbild Maria mit Kind
Material:
Malvorlage (PDF unten zum Download)
Buntstifte
Schere

So geht's:

1.       Bild nach Wunsch ausmalen
2.       ausschneiden
3.       Fußleiste nach hinten knicken und Figur an die Wand oder an einen geeigneten Gegenstand anlehnen und aufstellen

Meine Geschichte – Maria erzählt aus ihrem Leben

Die schönen Blumen! Der Wind wiegt ihre bunten Köpfe sanft hin und her. Jetzt kann ich nicht mehr an den Blüten riechen, jetzt kann ich keine Blumen mehr pflücken. Ich kann sie nur noch von meinem Bett aus durch das Fenster anschauen.
 
Als ich ein kleines Mädchen war, da haben ich und die anderen Kinder uns aus den Blumen Kränze geflochten. Wir haben gespielt, dass wir Könige und Königinnen sind und sind mit unseren Blumenkronen über die Wiese gelaufen. Dabei bin ich nun wirklich keine Königin. In meinem Heimatdorf Nazareth gab es nur Bauern und einfache Handwerker – nichts Besonderes. Nie hätte ich gedacht, dass mir einmal etwas so Ungewöhnliches passieren würde….

Der Engel sagte: "Gott hat dich ausgewählt"
 
Als es begann, war ich schon eine junge Frau und in den schönsten Mann von ganz Nazareth verliebt: in meinen Josef. Wir beide wollten bald heiraten. Doch eines Tages bekam ich ganz außergewöhnlichen Besuch. Ich war gerade im Haus, da wurde es plötzlich ganz hell im Raum. Ich bin furchtbar erschrocken und dann habe ich eine Gestalt gesehen. „Fürchte dich nicht! Ich bin ein Engel Gottes“, sagte diese Gestalt zu mir und noch mehr: „Gott hat dich ausgewählt. Du wirst ein Kind bekommen, dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird Gottes Sohn sein!“ Mir war nicht klar, wie das gehen sollte, doch wenn Gott mich brauchte, dann wollte ich ja sagen. Der Engel verschwand wieder und ich dachte schon, ich hätte alles geträumt, aber bald war klar, dass ich wirklich ein Kind bekommen würde. Auch Josef bemerkte, dass ich schwanger war – und trotzdem ist er bei mir geblieben. Ihm zu erklären, dass dieses Kind Gottes Sohn ist und wir seine Eltern sein sollten, war ein schweres Stück Arbeit. Aber dann haben wir uns beide auf das Baby gefreut. Josef hat ein Bettchen gebaut, ich habe Windeln zurechtgeschnitten. Alles war vorbereitet!
 
Und dann kam ein Bote aus Rom in unser Dorf. Er verkündete: jeder Bewohner sollte in den Ort gehen, aus dem er stammte, um sich in eine Steuerliste eintragen zu lassen. Unsere ganzen Vorbereitungen waren umsonst gewesen. Josef und ich mussten nach Bethlehem gehen und mir war klar, dass mein Kind bald zur Welt kommen würde. Bethlehem war zu diesem Zeitpunkt völlig überlaufen, keine Herberge hatte noch Platz für uns. Zum Glück fanden Josef und ich einen Unterstand für die Tiere auf einem Feld und hier brachte ich mein Kind zur Welt: meinen Jesus! Ich hielt ihn im Arm und war einfach nur überglücklich – und dann kamen seltsame Leute zu diesem Unterstand. Hirten von den Feldern. Sie wollten das Kind sehen, sagten sie und da wusste ich zum ersten Mal, dass dieses Kind nicht nur unser Kind war, dass es allen Menschen gehören würde.
 
Jesus verkündet die frohe Botschaft

Noch deutlicher wurde mir das einige Tage später bewusst: Da waren Josef und ich auf dem Weg von Bethlehem nach Jerusalem. Wir wollten Gott im großen Tempel danken für unseren Sohn. Da kamen im Tempel zwei alte, völlig fremde Leute zu uns und der alte Mann sagte, dass mein Jesus das Licht für alle Völker werden wird und dass mir viel Kummer bevorsteht. Na habe ich gedacht, so schlimm wird es wohl nicht werden...
 
Einmal ist Jesus uns davongelaufen, aber sonst war er ein braver und kluger Junge, nur irgendwie unruhig und unzufrieden. Es fand sich kein rechter Beruf für ihn und die Nachbarinnen fragten mich boshaft: „Na, hat dein Jesus noch keine Frau gefunden, wird er denn nicht heiraten?“ Ich wusste selbst nicht so recht, was aus ihm einmal werden würde. – Bis Jesus am Jordan Johannes traf. Johannes predigte den Menschen ihr Leben zu ändern und den Weg mit Gott einzuschlagen. Er tauchte die Menschen in das Jordanwasser und taufte sie. Auch Jesus ging zu ihm und ließ sich taufen. Als Jesus zu mir zurückkam war er verändert. Er war ganz ruhig, seine Augen glänzten und er sagte zu mir: „Jetzt weiß ich, was meine Aufgabe ist: Ich will zu allen Menschen gehen und ihnen die frohe Botschaft Gottes verkünden! Aber dafür muss ich von hier weggehen…“ – „Ich weiß, mein Kind, ich weiß es schon lange, dass du nicht nur mir gehörst“, habe ich geantwortet und ihn gesegnet.

Mein Sohn ist tot!

Dann ist Jesus aufgebrochen. Eine Zeit lang hörte ich nichts mehr von ihm. Jeden Wanderer und jeden Händler, der durch unser Dorf kam, fragte ich nach Jesus. Anfangs kannte ihn niemand, doch immer wieder wussten Fremde von ihm zu erzählen: dass Jesus Freunde gefunden hatte, dass er von Gott erzählte und tausende Menschen ihm zuhörten, dass er Kranke heilen konnte. Ich war stolz auf meinen Jesus! Doch man berichtete mir auch, dass gerade die Mächtigen im Land seine Reden nicht gerne hörten, weil er Gottes Gesetze anders verstand als sie und weil in Gottes Reich die Mächtigen keine Macht mehr hätten. Immer wieder fragte ich Durchreisende nach Jesus, bis schließlich einer von ihnen berichtete, dass die Mächtigen in Jerusalem ihn verurteilt und getötet hätten. Man erzählte mir, dass mein Sohn tot war – und seltsame Dinge berichtete man mir dazu: Einige seiner Freunde hatten ihn angeblich auch nach seinem Tod am Kreuz noch gesehen. Was sollte das bedeuten?
 
Mich hielt nichts mehr im Dorf, so schnell ich konnte ging ich nach Jerusalem, um selbst zu hören, was davon wahr war. Es war schwierig, die Freunde meines Sohnes zu finden. Sie hatten sich versteckt aus Angst, auch gefangen genommen und getötet zu werden. Als ich sie gefunden hatte, bestätigten sie mir, dass Jesus tot war – nun verstand ich den alten Mann aus dem Tempel, denn mein Kummer war übergroß. Doch sie erzählten mir auch, dass einige Jesus gesehen hätten! „Gott hat mich auferweckt! Nun gehe ich ganz zu Gott. Bleibt in Jerusalem – ich sende euch den Heiligen Geist!“, hatte Jesus ihnen gesagt. Das alles war so schwer zu begreifen. Da verstand ich die Freunde gut, dass sie schon weggehen und aufgeben wollten. Aber ich sagte zu ihnen: „Nichts da, wenn Jesus das so zu euch gesagt hat, dann ist das auch so, vertraut ihm, wir warten gemeinsam hier und wir beten gemeinsam!“

Und am Pfingsttag, da haben wir es gespürt. Etwas hat sich verändert. Die Freunde von meinem Sohn wollten sich nicht mehr verstecken. Sie haben die Tür geöffnet und sind hinausgegangen auf die Straßen und haben angefangen, überall von ihm und von Gott zu erzählen. Gottes Geist war wirklich da und hatte ihnen Mut und Stärke gegeben! Jeder wollte losgehen und predigen so wie Jesus es getan hatte. Ich blieb alleine in Jerusalem und kehrte dann in mein Dorf zurück. Ich habe immer wieder von Petrus und Thomas und Johannes und Jakobus und den anderen gehört, was sie alles im Namen Gottes und erzählen und bewirken konnten. So sind die Tage hier vergangen und ich bin alt geworden. Wie gerne hätte ich die Freunde von Jesus noch einmal gesehen und mir erzählen lassen von ihren Reisen! Wie gerne hätte ich sie noch einmal gesehen und mit ihnen gebetet so wie damals…

"Auf deinem Grab werden Blumen wachsen"

Plötzlich klopfte es. Die alte Frau wurde aus ihren Gedanken gerissen. Sie setzte sich in ihrem Bett auf. Die Türe öffnete sich langsam. So sehr hatte sie an die Freunde ihres Sohnes gedacht, dass sie fast meinte, Petrus, Johannes und die anderen würden vor ihrer Türe stehen – doch es war nur eine junge Nachbarin, die hereinkam. „Grüß dich, Maria!“, sagte sie. „Ich will nur schnell bei dir nach dem Rechten sehen und alles in Ordnung bringen, wo es dir doch gerade nicht gut geht. Schau, ich habe dir frisches Brot mitgebracht und ein paar Blumen, die magst du doch so gerne.“ Sie stellte einen Strauß Wiesenblumen neben Marias Bett.
 
Maria bedankte sich herzlich bei der jungen Frau, die schon das Herdfeuer wieder entfachte und anfing, mit dem Besen den Boden zu fegen. Maria betrachtete die Blumen und strich mit der zitternden Hand darüber. „Vielen Dank für die Blumen. Wie schön sie sind!“ – „Jaja“, antwortete die Nachbarin in Gedanken. „Ob auf meinem Grab, wohl auch einmal Blumen wachsen werden?“, fragte Maria. „Ach Maria, nun erschreck mich doch nicht mit sowas! Du bist bald wieder auf den Beinen, auch wenn du dich gerade nicht wohl fühlst. Und was soll die Frage? Die Blumen wachsen wie Unkraut doch überall….“ Maria schwieg nachdenklich. Die junge Nachbarin merkte, dass ihre Antwort wohl nicht ganz die Richtige gewesen war. Sie legte den Besen beiseite und setzte sich zu Maria ans Bett. Sie drückte die faltige Hand und sagte: „Maria, natürlich werden auf deinem Grab Blumen wachsen. Warum sollte Gott für dich keine wachsen lassen? Wo du doch so viel Gutes unter uns allen hast wachsen lassen: Mut und Gottvertrauen und Liebe und Freude! Und das wirst du doch auch weiterhin unter uns wachsen lassen, Maria, oder?“
 

Text: Veronika Bürker, Gemeindereferentin im Pfarrverband Oberhaching
Bild/PDF: EOM/Stabsstelle Kommunikation