Schöpfungsprojekte im Religionsunterricht Mit Kreativität das Thema Nachhaltigkeit begreifbar machen

Nicht nur über die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz in den Schulen sprechen, sondern mit konkreten Projekten ins Handeln kommen! Dies haben Religionslehrkräfte im Kirchendienst der Erzdiözese München und Freising mit ihren Klassen umgesetzt. Viele interessante Projekte sind dabei entstanden, wie die folgende Übersicht zeigt.
Sonnenlicht strahlt durch Baumkronen
 

Inspiriert von Kinder- und Jugendbüchern

Angeregt von Kinder- und Jugendbüchern, haben Religionslehrkräfte an öffentlichen Schulen mit ihren Klassen kreative Projekte zum Thema Nachhaltigkeit umgesetzt:
 

Müllkreationen auf dem Laufsteg in Nussdorf am Inn

Schüler Andreas Loidl im Müllgewande auf dem Laufsteg der Müllmodenschau in der Grundschule Nußdorf
An der staatlichen Grundschule in Nußdorf am Inn bastelte Stefanie Litzlfelder mit ihren Schülerinnen und Schülern Kostüme aus recycelten Materialien. Dafür wählte sie ein passendes Buch aus und entwickelte daraus mit ihrer Klasse die Projektidee mit der Modenschau aus Recycling-Materialien. Beim Schulfest präsentierten die Kinder stolz ihre Müll-Kreationen auf dem Laufsteg, effektvoll mit Trockennebel und Scheinwerfern in Szene gesetzt. Dafür gab es langen Applaus von den Eltern sowie den Mitschülerinnen und Mitschülern. 
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Die Angstscheuche

Drittklässler der Quirin-Regler-Grundschule in Holzkirchen mit der gebastelten Menschenscheuche
Die Angstscheuche
In der Quirin-Regler-Grundschule in Holzkirchen haben Religionslehrerin Katharina Hirtreiter und die Kinder aus der Klasse 3a sich von dem Bilderbuch „Die Menschenscheuche“ von Stella Dreis und Michael Stavaric anregen lassen. Im Unterricht überlegten sie sich, was sie gerne aus ihrem Leben verscheuchen würden: Krieg, Klimawandel und Streit etwa. Symbolisch dafür haben sie eine „Angst-Scheuche“ gebaut, bei der Umsetzung hat auch ein Schülervater tatkräftig mitgeholfen. Das Foto zeigt die jungen Künstlerinnen und Künstler vor ihrem Werk: Bunt und witzig ist sie geworden, die Scheuche, um jede Angst zu verjagen.

Die wunderbare Welt der Eiche

Hand mit Eicheln
Im April 2022 starteten die 4. Klassen der Grundschule Kirchanschöring mit ihrer Religionslehrerin, Frau Michaela Riedl, mit ihrem Projekt. Als Anregung diente eine Broschüre, die vom Michaelsbund, der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugend-Literatur und dem Fachmagazin "Eselsohr" herausgegeben und von den Religionslehrkräften im Erzbischöflichen Ordinariat empfohlen worden war. Den Kindern wurde zuerst eine Auswahl der vorgeschlagenen Illustrationen vorgestellt, aus denen sie wählen durften, mit welcher sie sich beschäftigen wollen. Nach reiflichen Überlegungen und angeregten Diskussionen entschieden die Schülerinnen und Schüler sich für das Buch "Die wunderbare Welt der Eiche" von Thomas Müller.

Gemeinsam wurde überlegt, wie ein Eichen-Projekt aussehen könnte, welche Bedeutung Bäume in unserem Schöpfungsraum einnehmen und welche Auswirkungen der Klimawandel auf unsere Wälder hat. Begonnen wurde mit einem Unterrichtsgang zu einer nahe gelegenen Eiche, die etwas mehr als 200 Jahre zählt. Dort konnten die Kinder deren Größe bestaunen, die Rinde befühlen, Eicheln und Blätter sammeln sowie beim stillen Liegen unter der beeindruckenden Krone Stare mit ihrer Brut beobachten. In der folgenden Unterrichtsstunde entwickelte sich die Idee, einen Baum nachzugestalten, aber auf künstlerisch individuelle Art: Die Blätter sollten aus Baumscheiben zusammengefügt werden, diese mussten aber erst einmal gesägt und angeordnet werden. Die Gestaltung des Stammes ist noch in Arbeit und nicht entschieden, wie das fertige Objekt werden soll. Also für alle noch etwas spannend und ergebnisoffen.

Frieden und Schöpfung

Frieden und Schöpfung
Die Kunstpädagogin Barbara Gerbl arbeitete in einer Doppelstunde mit einer Gruppe in der Grundschule Schliersee-Neuhaus zum Thema "Friede/Schöpfung" und erstellte dabei großformatige Bilder. Diese konnten im Gemeindebereich aufgehängt werden. Dieses überkonfessionelle Projekt griff die aktuellen Themen Frieden und Umwelt auf. Die Kinder arbeiteten zu je viert oder fünft an einem Bild, das heißt in der Gestaltung war Teamarbeit gefordert. Da nicht nur die Kreativen, sondern auch die „Himmelsmaler“ ihre Aufgaben hatten, konnte sich auch jedes Kind darin einbringen. Mit der Ausstellung wurde das Interesse an diesen Themen nach außen getragen und verdeutlichte die Brisanz für die zukünftigen Generationen.

Weitere "Laudato Si"-Projekte

"Die Welt ist ein Geschenk Gottes - gehen wir gut damit um"

Religionslehrer Schmölz mit seinen Schüler:innen auf dem Schöpfungsweg
Vor einem Jahr hatte Religionslehrer Martin Schmölz die Idee, in der Grund- und Mittelschule in Ostermünchen einen Schöpfungsweg von der Schule zur nahe gelegenen Kirche anzulegen. Die sieben mobilen Stationen sollten von allen Schülerinnen und Schülern entwickelt, gestaltet und am Ende auch zurückgelegt werden. Der Impuls für das Projekt kam aus der Abteilung Religionsunterricht im Bildungsressort des Ordinariats. Diese hatte die Religionslehrkräfte in der Erzdiözese dazu angeregt, an ihren Schulen das immer noch eher abstrakte Thema „Schöpfungsverantwortung“ durch praxisnahe, nachhaltige Projekte mit Leben zu füllen. Als Motto für die Projektreihe wurde in Anlehnung an die gleichnamige Enzyklika von Papst Franziskus der Titel „Laudato Si“ gewählt. 
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