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Freundschaftsband flechten oder knüpfen Zur biblischen Geschichte von Jesus und dem Zöllner Zachäus

Geeignet für: Kinder ab vier Jahren
Zeitdauer: je nach Schwierigkeitsgrad 5 bis 15 min
Aufwand: unterschiedlich
Geflochtenes Freundschaftsband hängt an Forsythienzweig
Material:
Bunte Wollfäden
Heftnadel
So geht's:
Gelber, grüner, roter Faden, mit Sicherheitsnadel an einem Stück Stoff befestigt
  • Freundschaftsband flechten (Fotos): Anleitung unter myboshi.net
  • Einfaches Freundschaftsband knüpfen: Anleitung unter familienleben.ch
  • Freundschaftsband mit Pfeilmuster: Anleitung unter geo.de

Jesus trifft den Zöllner Zachäus

Nach Lk 19,1-10
und einer Idee von Susanne Brandt und Klaus-Uwe Nommensen: Mini-Bilderbuch "Zachäus auf dem Baum" (Don Bosco Verlag)

Wir wollen heute eine Reise in das Heimatland Jesu machen, nach Israel. Wir besuchen eine Stadt in der Wüste. Sie heißt Jericho. Hier werden wir einen Mann treffen, sein Name ist Zachäus.

Jericho liegt in einer Oase, in der Trinkwasser für Menschen und Tiere in tiefen, mit großen Steinen geschützten Brunnen gespeichert wird. Diese Oase ist so fruchtbar, dass man es sogar riechen kann: es wachsen dort herrlich duftende Balsamsträucher und mächtige Palmen, die Schatten spenden.

Jericho ist eine große, lebhafte Stadt mit vielen Häusern. Viele Menschen leben dort. Sie handeln mit kostbaren Ölen, leckeren Datteln und Tieren aus dem Umland. Den ganzen Tag wird getauscht, gehandelt und gekauft.
Jericho ist im Besitz der Römer. Deshalb sind dort auch viele Soldaten, die durch die Stadt marschieren.

In einem der vielen Häuser lebt Zachäus. Zachäus ist ein reicher Mann. Er besitzt ein großes Haus. Zachäus ist Zöllner von Beruf. Ein Zöllner sitzt am Stadttor und kontrolliert die Reisenden, die in die Stadt wollen. Jeder, der in die Stadt hinein möchte, muss bei ihm Zoll zahlen. Dabei verlangt Zachäus mehr Geld, als eigentlich vorgeschrieben ist. So etwas spricht sich schnell herum. Deshalb ist Zachäus bei den Leuten so unbeliebt.

Und auch so etwas kommt vor: Ein Mann, der außerhalb der Stadt lebt, muss mit seiner Frau zum Arzt. Ihr geht es seit ein paar Tagen schlecht. Als sie zum Stadttor kommen, hören sie schon den Zöllner: „Halt! Wer in die Stadt hinein will, muss zuerst den Zoll bezahlen!“ Der Mann muss zugeben, dass er nur das Geld für den dringenden Arztbesuch besitzt Und wenn er jetzt den Zoll zahlt, bleibt ihm zu wenig dafür. Dem Zöllner ist das egal. Er verlangt das Geld wie bei jedem anderen auch. Weigern kann man sich da nicht. Sofort sind sonst römische Soldaten zur Stelle: Wer nicht zahlt, geht ins Gefängnis! 

Eigentlich kann Zachäus sich mit all dem Geld das er besitzt alle Wünsche erfüllen. Aber so richtig glücklich ist er trotzdem nicht. Denn meistens ist Zachäus ganz allein. Die Leute in Jericho mögen ihn nicht. Oft tuscheln sie am Straßenrand, wenn er vorbeikommt: „Schau mal, da kommt Zachäus. Der wird uns noch das letzte Geld aus der Tasche ziehen. So ein Betrüger!“
Wenn man Zachäus sieht, kann man kaum glauben, dass er so gemein sein kann. Er ist kleiner als die anderen Erwachsenen in Jericho. Das ärgert ihn oft. Er hat das Gefühl, dass die Menschen ihn manchmal absichtlich übersehen oder ihn nicht ernst nehmen. Deshalb passt ihm der Beruf des Zöllners so gut: Da ist er wichtig und mächtig!

Auch heute sitzt Zachäus wie immer in seinem Zollhaus. Er wundert sich: Noch ist es früh am Morgen, aber die Straßen der Stadt sind bereits voller Menschen. Männer, Frauen und Kinder kommen aus ihren Häusern und drängen sich am Tor. „Gleich kommt er“, hört er ein Mädchen rufen. „Gleich wird Jesus hier sein.“

Zachäus will Jesus unbedingt sehen, von dem er schon so viel gehört hat! Aber in den Gassen stehen die Menschen dicht gedrängt und versperren ihm die Sicht.

Da entdeckt Zachäus direkt neben der Straße einen mächtigen Maulbeerfeigenbaum. Sofort weiß er, was er zu tun hat: Er klettert so schnell wie möglich auf diesen Baum. Er klettert von Ast zu Ast am Stamm hinauf und versteckt sich zwischen den Blättern in der Krone des Baumes.
Doch die Leute haben Zachäus schon entdeckt. Sie lachen: „Schaut nur, der Zöllner Zachäus klettert mit seinem feinen Gewand wie ein Affe in den Bäumen herum!“ Aber Zachäus achtet nicht auf das Gelächter der Leute. Er will Jesus sehen!

Endlich kommt Jesus. Und er kommt direkt auf Zachäus zu! Unter dem Baum bleibt Jesus stehen und schaut geradewegs in den Baum hinauf. Und nicht nur das! Jesus schaut Zachäus direkt in die Augen ruft: „Zachäus! Komm schnell runter! Ich will dich besuchen. Ich will heute Gast sein in deinem Haus. Ich will etwas essen und mich ausruhen.“          

Vor Schreck fällt Zachäus fast vom Baum: „Jesus sieht mich! Und er kennt meinen Namen! Ausgerechnet bei mir will er zu Gast sein?“     
   
Schnell klettert Zachäus am Stamm herunter und zeigt Jesus ganz verdutzt den Weg zu seinem Haus. 

Die Menschen von Jericho ärgern sich und schimpfen: „Ausgerechnet mit diesem Betrüger setzt sich Jesus an einen Tisch!“

Auch Jesus hört die wütenden Stimmen auf der Straße. Er schaut Zachäus freundlich an: „Mach dir keine Sorgen. Die Menschen werden bald merken, was sich hier in diesem Haus verändert hat. Ich bin gekommen, um dich zu suchen. Und ich habe dich gefunden!“          

Auch Zachäus ahnt, was ihm die Leute vorwerfen werden. Er sagt zu Jesus: „Ich habe die Menschen betrogen und ihnen das Leben schwer gemacht. Ich werde alles tun, um mein Unrecht wieder gut zu machen. Ich weiß jetzt, dass in mir nicht nur der Betrüger Zachäus steckt. Ich werde jedem das zurückgeben, was ich ihm zu viel abgenommen habe. Damit alle sehen, dass ich es wirklich ehrlich meine, werde ich noch mehr tun: Ich geben den Betrogenen mehr zurück, als ich einkassiert habe. Ich will, dass ihr Leben wieder leichter wird!“
Deutung

Jeder Mensch macht mal einen Fehler. Das geht gar nicht anders. Und es ist auch gar nicht so wichtig, dass man immer alles richtig macht. Viel wichtiger ist, was man tut, wenn ein Fehler passiert ist.
Zachäus merkt, dass auch er einiges falsch gemacht hat in seinem Leben. Aber er spürt auch, dass Jesus ihn trotzdem lieb hat! Da kann Zachäus nur staunen und sich freuen! Und weil er sich so freut, will er seine Fehler wieder gut machen. Er spürt, dass er mehr ist als der Zachäus, den die Leute nicht mögen. Er will sich bei den Menschen, denen er Unrecht getan hat, entschuldigen und sich mit ihnen versöhnen.


Texte: Kerstin Englmeier
Fotos: Monika Mehringer