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„Wie der kleine Esel das Weihnachtswunder fand“ Religionspädagogischer Impuls für ein Krippenspiel im Advent

Ein Krippenspiel nach Merz, Christine / Zabini, Eleni (2007):
Wie der kleine Esel das Weihnachtswunder fand. KeRLE im Verlag Herder. Freiburg im Breisgau.

Rollen ohne Text: Maria und Josef; Hirten
Rollen mit Text: Erzähler, Esel, Ochse

Maria, Josef und der Esel kommen gelaufen.

Erzähler: Der kleine Esel ist froh, als Maria und Josef nach ihrer weiten Reise von Nazareth nach Bethlehem einen Stall gefunden haben, in dem sie übernachten dürfen. Viele Menschen sind in diesen Tagen zu einer Volkszählung unterwegs und es war schwierig, eine Bleibe zu finden. Für den kleinen Esel war die Reise sehr beschwerlich. Nun ist er müde und die Beine tun ihm weh. Er legt sich neben den Ochsen, der im Stall wohnt, und schläft sich aus. Danach frisst er sich satt. Der kleine Esel spürt, wie seine Kräfte zurückkehren, und er wartet darauf, dass etwas passiert. Wofür sind sie den weiten Weg hierher gekommen, wenn nicht irgendetwas geschehen wird? Der kleine Esel wartet und wartet, aber es geschieht nichts. Im Stall von Bethlehem ist es leise und ruhig. Maria und Josef ruhen sich aus. Dem kleinen Esel ist langweilig. Er stößt den Ochsen leicht in die Seite.

Esel: „Komm, Ochse, lass uns nach draußen gehen. Dort gibt es sicher etwas zu erleben.“

Ochse: „Man kann auch hier etwas erleben. Man muss nur warten können.“

Esel: „Ein Langweiler bist Du. Willst Du denn dein ganzes Leben im Stall herumliegen?“

Ochse: „Ich liege hier prima und ich bin, wie ich bin.“

Erzähler: Der kleine Esel ist enttäuscht. "Wie kann man nur so langweilig sein", murmelt er vor sich hin. Dann steht er auf.

Esel: „Wenn Du nicht willst, dann gehe ich eben alleine.“

Erzähler: Und er geht zur Stalltür, öffnet sie und streckt seinen Kopf in die kühle Abendluft. Ganz geheuer ist ihm nicht. Der kleine Esel macht sich selbst Mut.

Esel: „Ach was! Im Stall bin ich noch lange genug. Ich will etwas erleben.“

Erzähler: Und er läuft entschlossen den Bergweg hinauf. Unterwegs macht der kleine Esel immer wieder Halt. Schön, denkt er und sieht sich um. Die Bergspitze ragt fast bis in den Himmel. Dort oben ist es sicher noch viel schöner - und er springt und klettert weiter den Berg hinauf. Die ersten Sterne erscheinen am Himmel und es werden immer mehr. Jetzt habe ich es gleich geschafft, denkt der kleine Esel, bleibt stehen und sieht sich um. Da erschrickt er fürchterlich!

Esel: „Was ist das?“

Erzähler: Während er hinauf zur Bergspitze und zum Sternenhimmel gesehen hat, ist es sehr dunkel geworden. Der Stall ist in der Ferne nicht mehr zu erkennen. Ihn umgibt die pechschwarze Nacht. Der kleine Esel hat Angst. Das Herz klopft ihm bis zum Hals. Wie soll er sich in dieser Dunkelheit zurechtfinden? Das Gebirge ist groß und weit und es wird von Minute zu Minute finsterer. Der kleine Esel will zurück in den Stall. Ach, wie hell und gemütlich war es dort bei dem Ochsen. Vorsichtig macht er ein paar Schritte auf dem holprigen Pfad zurück. Er muss langsam gehen, damit er nicht stürzt.

Mit einem Mal fällt ein heller Lichtschein auf den Weg des kleinen Esels. Der kleine Esel hebt den Kopf.

Esel: „Woher kommt dieses Licht?“

Erzähler: Ein Stern mit einem hellen Schweif steht am Himmel. Sein Licht strahlt über das ganze Tal.
Figuren Heilige Familie vor diffusem Lichtermeer
(Foto: unsplash / Gareth Harper)

Maria holt das Jesus-Kind hervor.

Maria nimmt das Kind in den Arm.

Chor-Lied: Was soll das bedeuten (1.+2. Strophe)
(Während der 2. Strophe: Hirten treiben die Schafe zusammen und gehen in den Stall.)

1) Was soll das bedeuten? Es taget ja schon.
Ich weiß wohl, es geht erst um Mitternacht rum.
Schaut nur daher! Schaut nur daher!
Wie glänzen die Sternlein je länger je mehr.

2) Treibt z'sammen, treibt z'sammen die Schäflein fürbaß.
Treibt z'sammen, treibt z'sammen, dort zeig ich euch was.
Dort in dem Stall, dort in dem Stall,
Werd't Wunderding' sehen, treibt z'sammen einmal.
 
Esel: „Wer weiß, wann der Stern verschwindet und es wieder stockfinster wird. Ich muss mich beeilen.“

Erzähler: Und er läuft und springt, so schnell er kann, den holprigen Pfad hinunter. Atemlos erreicht er das Tal. Schon von Weitem sieht er, dass die Tür zum Stall weit offen steht. Der kleine Esel hört fremde Stimmen und sieht, dass im Stall viele Menschen sind. Das ärgert ihn. Was wollen die fremden Menschen in seinem Stall? Was suchen sie dort? Die Menschen drängen hinein und versperren ihm die Sicht. Sie treten auf seiner Streu herum und besetzen seinen Platz.

Esel: „Da will ich mal was erleben und schon nehmen mir andere den Platz weg.“

Erzähler: Aber es interessiert ihn, warum die Menschen alle in seinen Stall gekommen sind. Also drängelt und boxt er sich zwischen den Menschen durch. Als er es endlich geschafft hat und seinen Kopf zwischen zwei Hirten hindurchstreckt, sieht er, was alle sehen wollen:

Chor-Lied: Was soll das bedeuten (3.Strophe)
3) Ich hab nur ein wenig von weitem geguckt,
Da hat mir mein Herz schon vor Freuden gehupft:
Ein schönes Kind, ein schönes Kind
Liegt dort in der Krippe bei Esel und Rind.

Maria wiegt das Jesus-Kind in den Armen.

Erzähler: In den Armen von Maria liegt ein neugeborenes Kind. Da staunt der kleine Esel und es wird ganz still in ihm. All seine Angst und sein Ärger sind wie weggeblasen. Im Stall ist etwas passiert, das noch viel wunderbarer ist als der Sternenhimmel und das Licht über dem Tal.
Der kleine Esel drängt sich zwischen den Menschen hindurch zu seinem Platz neben dem Ochsen, der bereitwillig zur Seite rückt. Jetzt kann der kleine Esel das Kind noch besser sehen. Es sieht ihn mit großen wachen Augen an. Die Hirten packen selbstgebackenes Brot für Maria aus und ein Schaffell für das Kind. Dann fängt einer an zu singen und nach und nach singen und summen alle mit.

Lied / Gemeinde: Zu Bethlehem geboren
 
Erzähler: Der Ochse stößt den kleinen Esel sanft von der Seite an.

Ochse: „Na, du Rumtreiber, hast Du etwas erlebt?“

Esel: „Ja, es war schön draußen, aber hier im Stall … Wow!“

Ochse: „Ja, da staunst Du! Und der Ochse, der Langweiler, hat dir deinen Platz freigehalten!“

Erzähler: Wortlos nickt der kleine Esel. Er spürt den vertrauten Atem des Ochsen neben sich und er sieht das Kind in Marias Armen. Hier fühlt sich der kleine Esel warm und geborgen.

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