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Kita-Abschluss: Spirituelle Impulse für das Kita-Personal

Wieder neigt sich ein Kita-Jahr dem Ende zu. Vieles hat sich ereignet – es gab fröhliche und traurige Augenblicke, beredte und stille Momente. In den Kitas sind junge und alte Menschen ein- und ausgegangen und haben mit ihren Lebensgeschichten die Häuser belebt.
 
Für das Kita-Personal hat die Abteilung Pädagogik der Frühen Kindheit mit den Fachstellen Religionspädagogik im Elementarbereich und Spirituelle Begleitung für pädagogisches Personal Impulse zusammengestellt, um im Team den Abschluss des Kita-Jahrs zu begehen.

Wordcloud behütet sein
Wortwolke zum Thema "Behütet sein" (Bild: Abteilung Pädagogik der frühen Kindheit)

Impuls I

Zum Nachdenken:

  • Im Wort „behüten“ ist der Begriff des Hutes beinhaltet. Einen Hut aufsetzen bedeutet, geschützt zu sein vor Sonne und Regen, vor Hagel und Schnee, vor vielerlei Gefahren. Viele Kopfbedeckungen sind zu diesem Zweck erfunden: der Regenhut und das Sonnenkäppi, der Fahrradhelm und die Schulanfängermütze, der Feuerwehrhelm und die Reitkappe.

  • Im Duden findet sich eine große Zahl von Synonymen, die dem Wort „behüten“ entsprechen:
    Beaufsichtigen, bewachen, zudecken, im Auge behalten, in seine Obhut nehmen, sich jemandes annehmen, nicht aus den Augen lassen, beschützen, Schutz gewähren, verteidigen, beschirmen, unter seine Fittiche nehmen, absichern, vor einer Gefahr bewahren, auf jemanden Acht geben, aufpassen, etwas oder jemanden sichern und vor Schaden schützen, jemanden betreuen und vor Unannehmlichkeiten bewahren.

  • In Sprachbildern und Sprichwörtern wird ebenfalls vom Schutz gesprochen: Sie ist behütet aufgewachsen. Gott behüte! - Nein! Ihre Freundin behütete sie vor einem großen Fehler. Sei auf der Hut! Er ist ein überbehüteter Nesthocker. Behüte dich Gott! Pfiad di God! Kannst du ein Geheimnis hüten? Gott behüte! Hüte dich vor dem Wolf! Da geht mir der Hut hoch! Hier habe ich den Hut auf! Der Wächter behütet den Schatz.

  • In der Bibel gibt es über 90 Stellen, in denen vom Behüten die Rede ist. Christen und Juden glauben an einen wohlwollenden Gott, der die Menschen behüten und schützen will.

  • Im Team können Sie selbst nach Begriffen zum Thema „Behüten“ suchen und sie zum Einstieg in eine Teamsitzung zur „Wortwolke“ (siebe Bild oben). Lesen Sie sich die Begriffe anschließend vor.

  • Ein Gespräch mit einigen Impulsen schließt sich an:
    Was heißt „behütet aufwachsen“ in unserer Kita?
    Gibt es Kinder, die wir besonders schützen müssen?
    Gibt es so etwas wie überbehütet sein?
    Überlasse ich manchmal Menschen der Obhut Gottes?

Impuls II

Ein Foto mit vielen Hüten wird in die Mitte gelegt oder gut sichtbar platziert.
Sommerhüte an Straßenstand
Welchen Hut haben Sie an der Garderobe Ihres Lebens? (Foto: pixabay / Karl Egger)
  • Die Teammitglieder äußern ihre spontanen Eindrücke in drei Schritten:
    Ich sehe…
    Ich denke…
    Ich empfinde…
    Die Äußerungen werden nicht kommentiert oder gedeutet.

  • Der folgende Text wird vorgelesen:
    An der Garderobe des Lebens

    Vor kurzem bin ich in meinem Leben an einen Punkt gekommen, wo mir mal wieder in vollem Umfang bewusst wurde, wie viele Rollen ich in meinem Leben zu spielen habe.
    Da ist die Rolle der guten Mutter, der liebenden Ehefrau, der fürsorglichen Tochter, der verständnisvollen Schwester, der tüchtigen Hausfrau, der organisierten Berufsfrau, der netten Freundin, der hilfsbereiten Nachbarin – um nur ein paar der momentan aktuellen Rollen aus meinem Leben zu nennen. Jede dieser Rollen verlangt mir einiges ab, und in der Summe scheint mich die Fülle der damit verbundenen Aufgaben schlichtweg zu überfordern.

    An manchen Tagen scheint es, als hätte ich eine große Garderobe, an der vielerlei Hüte hängen und je nachdem welche Rollen heute gespielt werden sollen, gilt es, die passenden Hüte für den Tag vom Haken zu nehmen. Und dann startet der Tag, als wäre man auf dem Faschingsball in einen Hut-Tanz geraten: Schnell wechseln die Hüte, schnell wechseln die Rollen. Nur die Musik im Hintergrund fehlt. Aber was sollte auch gespielt werden? Beethovens Neunte? Als ich gerade so mittendrin bin, die Hüte aus der Garderobe meines Lebens Tag für Tag zu jonglieren, und ich mich atemlos zur nicht vorhandenen Musik bewege, gerate ich ins Stocken.

    Ich bleibe bewusst stehen und schaue mich um. Und was ich sehe, macht mich noch trauriger als mein eigenes bizarres Hut-Tanz-Schicksal: Um mich herum sehe ich viele meiner Freundinnen und Weggefährten beim gleichen Versuch, mit den Hüten aus der Garderobe ihres Lebens passgenau für all ihre Lebensrollen zu jonglieren. Und als ich heute mit einer meiner besten Freundinnen telefoniere, sagt diese zu mir, wie schön es doch wäre, wenn wir einfach nur unser Leben leben könnten!

    Ist es wirklich das, was ich will? Was all die anderen, denen es genauso geht wie mir, wollen? Eine leere Garderobe ohne einen einzigen Hut, ohne eine einzige Lebensrolle?

    Ich bin ihr wirklich dankbar für den finalen Schlag der großen Nachdenklichkeit. Denn mir wird augenblicklich klar, dass ich viele dieser Lebensrollen sehr gern spiele, dass ich manche auch sehr gut spiele und dass all das mein Leben ist! Jeder einzelne Hut gehört zu mir. Es ist die Garderobe meines Lebens!

    Und plötzlich sehe ich da einen Hut, den ich in den Turbulenzen der letzten Zeit fast vergessen habe, den ich viel zu selten getragen habe, obwohl er unheimlich gut passt: den Hut der glaubenden, vertrauenden Frau! Erstaunlicherweise muss ich ihn gar nicht abnehmen, um all die anderen Hüte aufzusetzen, um all die anderen Rollen zu spielen. Er passt überall perfekt dazu!

    Dieser Hut des Glaubens und Vertrauens ist einer der wertvollsten Hüte in der Garderobe meines Lebens. Er wurde mir vor langer Zeit geschenkt. Er behütet mich im wahrsten Sinne des Wortes davor, dass mein Leben zu einem bizarren Hut-Tanz zur Musik von Beethovens Neunter wird. Dieser Hut schenkt mir die Kraft, die Rollen meines Lebens – mögen es manchmal auch sehr viele sein – mit Überzeugung zu spielen. Behütet und ausgestattet mit Glauben und Vertrauen!

    Schauen Sie mal nach: Haben Sie diesen Hut auch in Ihrer Garderobe des Lebens?

    Text von Anna Rieß-Gschlößl

Impuls III

  • Jedes Teammitglied bringt einen Hut oder eine entsprechende Kopfbedeckung mit, passend zur jeweiligen Person. Vor dem Teamtreffen werden alle Hüte  verborgen in einem Korb oder einer Kiste gesammelt.

  • Nach und nach zieht jede/r einen Hut und alle raten, zu wem er passt und begründen dies. Lustig ist es, wenn mehrere Namen genannt werden.

  • Anschließend legt jede/r den eigenen Hut vor sich auf den Tisch oder im Kreis auf eine Mitteldecke auf dem Boden.

  • In einer Phase der Entspannung kehrt Ruhe ein. Der folgende Text wird langsam und mit Pausen vorgelesen:
    Wer mag, schließt die Augen.
    Ich achte auf meinen Atem, atme ruhig und gleichmäßig.
    Mit jedem Ausatmen gebe ich ein wenig Spannung ab –
    aus meinem Gesicht und meinem Kopf
    aus meinem Nacken und aus meinen Schultern
    aus meinen Armen und Händen
    aus meinem Brustkorb und aus meinem Rücken
    aus meinem Becken und aus meinem Bauch
    aus meinen Beinen und Füßen.
    - Pause -
    Ich atme ruhig und entspannt.
    Ich bin ruhig und entspannt.
    - Pause -
    Ich sehe in meiner Vorstellung unsere verschiedenen Hüte, Kappen, Mützen in der Mitte.
    Ich betrachte meinen Hut, meine Kopfbedeckung.
    Wann trage ich diesen Hut, diese Kappe oder Mütze?
    Habe ich ihn geschenkt bekommen oder selbst gekauft?
    Warum habe ich ihn ausgesucht?
    Warum habe ich ihn mitgebracht?
    - Pause -
    Von welchem Hut träume ich jetzt gerade?
    Welchen Hut würde ich heute gerne aufsetzen:
    Einen stolzen Reiterhut
    einen großen Schlapphut
    einen sommerlichen Sonnenhut
    einen stabilen Radlerhelm
    eine schützende Regenkapuze
    ein sportliches Käppi
    einen Schutzhelm von der Baustelle
    einen gemütlichen Wanderhut
    oder einen ganz anderen…?

  • Nach kurzer Stille öffnen alle die Augen wieder. Wer möchte, kann von seinem Hut erzählen oder seine Bilder aus der Imaginationsübung mit den anderen teilen.

Impuls IV

  • Evtl. bei der letzten Teamsitzung vor den Ferien liegt das Titelbild der Grußkarte in der Mitte. Eine Kerze kann dazu gestellt werden.

  • Die TN halten einen kurzen Moment inne, genießen die (im Kita-Alltag eher seltene) gemeinsame Ruhe.

  • L: Wir denken zurück an das vergangene Kita-Jahr. Schöne und traurige Momente sind uns begegnet. Kinder und Eltern haben wir begleitet. Sie sind mit uns gegangen, haben uns herausgefordert und manchmal glückliche Augenblicke beschert. Mit unseren Gedanken können wir jetzt bei ihnen sein, vielleicht dankbar sein.

  • Teelichter werden angezündet und in die Mitte gestellt. Dabei kann von den TN ein Dank oder eine Bitte formuliert werden.

  • L: Wir danken für das vergangene Jahr. Wir bedanken uns bei den Kolleginnen und Kollegen. Wir haben eine Dankkarte aus der Hauptabteilung Kitas im Erzbischöflichen Ordinariat bekommen, die ich gerne weitergeben und vorlesen möchte.

  • Mit einem kurzen Segensgebet kann die Teamsitzung und das Kita-Jahr abgeschlossen werden.
    Der Herr segne uns und behüte uns.
    Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
    Der Herr hebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden.

Fachstelle Spirituelle Begleitung für pädagogisches Personal
Kapellenstr. 4
80333 München
Telefon: 089 2137-1433
Fax: 089 2137-1352
MEder(at)eomuc.de
http://www.kita-spiritualitaet.de
Ansprechpartnerin:
Margot Eder, Gemeindereferentin

Luitgard Mittermaier, Sachreferentin
Fachstelle Religionspädagogik im Elementarbereich
Kapellenstr. 4
80333 München
Telefon: 089 2137-1660
Fax: 089 2137-1352
kita-religion(at)eomuc.de
http://www.erzbistum-muenchen.de/kita-religionspaedagogik
Ansprechpartnerinnen:
Barbara Jaud, Sachreferentin
Tel. 089 2137-1640
BJaud(at)eomuc.de

Anna Rieß-Gschlößl, Sachreferentin
Tel. 089 2137-2545
ARiess-Gschloessl(at)eomuc.de

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