„Christ sein ist anspruchsvoll“

Kardinal Marx feiert Gottesdienst mit Taufanwärterinnen und -anwärtern im Münchner Dom
Mehr als doppelt so viele Männer und Frauen als im Vorjahr
München, 22. Februar 2026. Christ oder Christin zu sein, das sei „nicht anstrengend – aber anspruchsvoll“, sagte Kardinal Reinhard Marx am Sonntag, 22. Februar, im Münchner Liebfrauendom gegenüber Erwachsenen, die sich auf die Taufe vorbereiten. „Wir versuchen eine neue Lebensweise: fröhlich, zuversichtlich, anspruchsvoll“, so der Erzbischof von München und Freising in dem Gottesdienst, in dem er mit mehr als 60 Frauen und Männern deren Zulassung zu den Sakramenten der Taufe, der Firmung und der Eucharistie feierte: „Was wäre das für ein Leben, das wir einfach dahinleben, ohne dass wir Ansprüche an uns stellen, dass wir ein Niveau haben wollen, dass wir mit großer Freude intensiv leben wollen?“ Es gehe darum, dem Leben ein „Siegel“ aufzuprägen, „das Siegel der Liebe und der Hoffnung, der Zuversicht, der Freude“. Das sei ein Lernweg, der das ganze Leben dauere, betonte Kardinal Marx: „So ist das nun einmal, wir sind Menschen, mit unseren Grenzen. Aber wenn wir uns auf diesen Weg begeben, dann spüren wir, dass es ein Weg in die größere Freiheit ist, ein Weg in den großen Horizont der anspruchsvollen, verantwortlichen Freiheit.“
 
Die „Ortsbestimmung“ von Christinnen und Christen sei an der Seite von Jesus von Nazareth, erklärte der Erzbischof: „Wir glauben daran, dass Gott, dieses absolute Geheimnis, uns Zugänge eröffnet hat in der Person Jesu.“ Berufung werde konkret mit der Entscheidung: „Ich gehöre an seine Seite. Wir gehören an die Seite Jesu, so wie Gott entschieden hat, an unsere Seite zu treten und in diesem Jesus von Nazareth der Bruder aller Menschen zu werden, besonders der Schwachen, der Unterdrückten, der Vergewaltigten, der Kriegsopfer, der Armen, der Hungrigen, der ungerecht Verfolgten. An diese Seite wollen wir treten.“ Hinter diesem Anspruch blieben Menschen immer wieder zurück, sagte Kardinal Marx, „aber wir haben ja die Hoffnung, dass Jesus Christus mit uns geht, ganz egal, was passiert. Wir treten immer wieder an seine Seite und gehen hinter ihm her, manchmal stolpernd, manchmal suchend und fragend, aber immer wissend, er ist da.“
 
Rund 40 der Taufanwärterinnen und Taufanwärter bereiteten sich in den vergangenen Monaten in der Glaubensorientierung der Erzdiözese München und Freising in St. Michael auf die Zulassung zu den Sakramenten an Ostern vor – 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Er freue sich sehr darüber, dass „mehr Menschen als sonst nachfragen, katholisch zu werden, Christ zu werden, getauft zu werden“, sagte der Erzbischof: „Wie schön ist das, ein Zeichen der Hoffnung, aber auch ein Zeichen dafür, dass sich Menschen orientieren wollen, dass sie einen Grund in ihrem Leben finden wollen, ein Fundament, auf dem man stehen kann, eine Gemeinschaft, die verlässlich ist.“ Die übrigen Erwachsenen wurden in Pfarreien oder in den muttersprachlichen Gemeinden vorbereitet. Während des Gottesdienstes wurden die Taufbewerber mit Namen aufgerufen und vom Erzbischof von München und Freising durch Handauflegung gesegnet.
 
Aufgrund der hohen Zahl wird nur einem Teil der Anwärterinnen und Anwärter aus der Glaubensorientierung die Taufe im Liebfrauendom in der Osternacht am Samstag, 4. April, um 21 Uhr gespendet. Die übrigen werden in der Osternacht um 21 Uhr in St. Michael (Neuhauser Straße 6), am Ostersonntag, 5. April, um 10 Uhr in St. Bonifaz (Karlstraße 34) sowie an weiteren Orten der Erzdiözese getauft, gefirmt und zur Kommunion eingeladen. (bs)   
  
Hinweis:
Die Pressestelle stellt für die Berichterstattung nach der Zulassungsfeier und mit Blick auf die Taufe in der Osternacht gerne den Kontakt zu einzelnen Taufanwärterinnen und -anwärtern sowie zu Pastoralreferent Thomas Hürten aus der Glaubensorientierung her.