Marx: „Es geht um die Kostbarkeit jedes einzelnen Lebens“

Erzbischof ruft in Fastenhirtenwort zum Einsatz gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit auf
München, 20. Februar 2026. Kardinal Reinhard Marx fordert in seinem Fastenhirtenwort zu Beginn der österlichen Bußzeit Christinnen und Christen dazu auf, sich für ein Leben in Würde für alle Menschen einzusetzen, „auf Weltebene, in Europa, in unserem Land, unseren Kommunen und Gemeinden. Katholisch sein und völkisch-nationalistisch sein, rassistisch oder gar antisemitisch sein kann deshalb nicht zusammengehen“, erklärt der Erzbischof von München und Freising im Hirtenwort. Die Würde und der Wert eines jeden Menschen müssten im Vordergrund aller politischer Überlegungen stehen. „Darum geht es auch, wenn wir über den Schutz des menschlichen Lebens sprechen, vom ersten Augenblick des Daseins bis zum Augenblick des Todes.“
 
Für Kardinal Marx stellen die Schöpfungsberichte zu Beginn des ersten Buchs Mose eindeutig klar, „wie großartig die Berufung des Menschen ist. Wie einzigartig jedes menschliche Leben ist und wie sehr Gott treu bleibt – durch alle Katastrophen und Herausforderungen hindurch.“ Diese durch Gott verliehene Würde und der Wert jedes einzelnen Menschen gelte, das betont der Erzbischof in seinem Hirtenwort, für alle Menschen. „Alle Menschen sind Bild Gottes. Alle. Mit dieser Grundbotschaft kann man keinen völkischen Nationalismus oder Rassismus begründen.“ Christinnen und Christen müssten deshalb für ihre Mitmenschen und den Zusammenhalt der Gesellschaft einstehen: „Wir lassen uns nicht auseinander treiben, und wir werden immer Wege zueinander suchen“, schreibt Marx. Eine christliche Haltung, die in allen Menschen Brüder und Schwestern sehe, müsse sich dem Schutz und der Würde jedes menschlichen Lebens verschreiben, auch in der Stunde des Sterbens.
 
Der Erzbischof möchte deshalb die Menschen dazu „ermutigen, in den Pfarreien, aber auch in den Familien, über Sterben zu sprechen, auch, wenn das nicht einfach ist“. Seelsorgerinnen und Seelsorger regt er dazu an, Sorge dafür zu tragen, dass „die Sterbenden auf ihrem letzten Weg, wenn möglich, die Heilige Kommunion empfangen können“. Er erinnert außerdem daran, wie wichtig es sei, die Tradition der Krankensalbung und der Requien zu pflegen, „denn das ist ein Zeichen der Gemeinschaft mit Gott und untereinander: Niemand ist allein! So ist unsere Hoffnung auch ein Zeugnis für die kommenden Generationen.“ Der Erzbischof empfiehlt den Pfarrgemeinden, auch dann, wenn Angehörige nicht nach Requien fragen, eine Eucharistiefeier im Monat für die Verstorbenen der Pfarrgemeinde zu feiern, „ihre Namen zu nennen, eine Kerze zu entzünden und die Angehörigen dazu einzuladen“. Es sei die Aufgabe der Kirche, „in einer säkularen Gesellschaft kraftvoll in unserer Verkündigung, in unseren Zeichen und in den Sakramenten zu feiern“, um den Menschen einen Ort der Hoffnung zu bieten, an dem sie andere finden, die an ihrer Seite „mit Zuversicht durch die Höhen und Tiefen des Lebens gehen“. (fho)
 
 
Hinweis:
Unter www.erzbistum-muenchen.de sowie auf den Social-Media-Kanälen der Erzdiözese findet sich auch ein Video mit Kardinal Marx zu dem Thema.