Bad Tölzer „Stiegenkirche“ mit rund 100 Objekten restauriert

Feierlicher Gottesdienst zum Abschluss der Sanierungsarbeiten mit Kardinal Marx
München, 13. Februar 2026. Kardinal Reinhard Marx feiert am Sonntag, 22. Februar, einen festlichen Gottesdienst zur Wiedereröffnung der Kirche Heilige Stiege auf dem Kalvarienberg in Bad Tölz (Aufgang zum Kalvarienberg 20). Das Pontifikalamt beschließt die im Jahr 2023 begonnenen umfassenden Sanierungsarbeiten im Inneren der Doppelkirche Heilig Kreuz und Heilige Stiege. Sie ist als Prunkstück des Ensembles auf dem Kalvarienberg Teil einer der größten und bedeutendsten Anlagen dieser Art im süddeutschen Raum. Journalistinnen und Journalisten sind eingeladen zum 
 
Pressegespräch
am Freitag, 20. Februar, 13 Uhr,
in der Kirche Heilige Stiege.
 
Über die Restaurierungsarbeiten und die Historie der Kirche informieren Hans Rohrmann von der Hauptabteilung Kunst im Erzbischöflichen Ordinariat, Pfarrer Peter Demmelmaier, Leiter des Pfarrverbandes Bad Tölz, Kirchenverwaltungsmitglied Claus Janßen, Kirchenpfleger Markus Huber sowie der Mesner der Kirche, Heinz Bader, der mit dem Aufstellen der wechselnden Szenen im Kirchenraum betraut ist. Journalistinnen und Journalisten erhalten Einblick in die sonst verschlossene Preziosen- und Schatzkammer der sogenannten Stiegenkirche mit ihren zahlreichen Kunstschätzen und die Gelegenheit, Fragen zum lebendigen Brauchtum und der Geschichte dieses besonderen Ortes zu stellen.
 
Zur Anlage auf dem Kalvarienberg, die einen ganzen Bergrücken oberhalb der Stadt Bad Tölz einnimmt, gehören neben einem Ölberg, einem Kreuzweg sowie einer szenischen Kreuzannagelungskapelle, die in dieser Form eine Rarität darstellt, auch drei Kirchen: die kleinere Leonhardikapelle und die von 1711 bis 1735 errichtete Doppelkirche, bestehend aus der Heilig-Kreuz-Kirche und der Stiegenkirche, die eine Nachbildung der Heiligen Treppe (Scala Santa) bei der Lateransbasilika in Rom beherbergt. In den Jahren 2003 bis 2005 gab es bereits Arbeiten an Statik, Dach und Außenfassade der Kirche. Der Innenraum, die Stiege und die reiche Ausstattung der Kirche wurden während der vergangenen drei Jahre durch zahlreiche hochspezialisierte und teils ortsansässige Handwerksbetriebe, angeleitet durch das Ressort Bauwesen und Kunst im Erzbischöflichen Ordinariat München, restauriert. Dazu gehört auch eine Sammlung von rund hundert Figuren, Gemälden, Krippenkästen, Eingerichten – dabei handelt es sich um Miniaturszenen, die sich im Inneren von Schreinen befinden – und Votiven, die im Zuge der Arbeiten wieder nutzbar gemacht und an ihren ursprünglichen Ort zurückversetzt wurden. Finanziert wurden die Restaurierungsarbeiten in Höhe von voraussichtlich 2,5 Millionen Euro durch das Erzbischöfliche Ordinariat München und die Kirchenstiftung Heilig Kreuz anteilig. Die Kirchenstiftung hat außerdem aus eigenen Mitteln mit einem Zuschuss der Erzdiözese im östlichen Teil der Kirche einen neuen Kerzenandachtsraum einrichten lassen.
 
Die Sammlung auf dem Kalvarienberg geht größtenteils auf die Stiftung Friedrich Nockhers (1669-1754) zurück, der auch die dortige Heilige Stiege anfertigen ließ und aus derselben Handels- und Patrizierfamilie aus Matrei in Tirol stammt, wie der Münchner Teil der Familie, nach deren Stammsitz der Nockherberg benannt ist. Sie hatte sich nicht nur dem Sammeln von Kunstschätzen, sondern auch der Wohltätigkeit verschrieben. Noch heute wird mit Objekten dieser Sammlung dem liturgischen Kalender folgend immer neu eine Art sakrales Theater im Kirchenraum der Stiegenkirche arrangiert, um die Besucherinnen und Besucher zur Andacht einzuladen – eine Tradition, die durch die Wiederherstellung des Innenraumes und der zahlreichen Kunstgegenstände fortgeführt werden kann. (fho)
 
Hinweis: Journalistinnen und Journalisten, die am Pressegespräch am 20. Februar teilnehmen möchten, werden gebeten, sich per E-Mail an pressestelle@erzbistum-muenchen.de oder unter Telefon 089/2137-1263 anzumelden.