Marx weist Instrumentalisierung des Christentums zurück

Caritas-Sonntag: Verbindende Kräfte stärken, um Zukunftsperspektiven zu verbessern
München, 27. Februar 2026. Kardinal Reinhard Marx wendet sich mit deutlichen Worten gegen die Vereinnahmung des Christentums durch extremistische und polarisierende gesellschaftliche und politische Kräfte. „Wer laut tönt, rechtgläubig die christlichen Werte hochzuhalten, gleichzeitig aber gegen Menschen vorgeht, die nicht dem eigenen Idealbild entsprechen, pervertiert den Glauben und missbraucht den Namen Gottes für zerstörerische und ausschließende Zwecke“, so der Erzbischof von München und Freising laut Manuskript in einer Katholischen Morgenfeier zum Caritas-Sonntag und zur Caritas-Frühjahrssammlung. Der Gottesdienst wird am Sonntag, 1. März, um 10.30 Uhr im Radiosender Bayern 1 des Bayerischen Rundfunks gesendet.
 
Die Jahreskampagne der Caritas steht unter dem Motto „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“. Damit richte die Caritas einen Blick darauf, dass sich die Zukunftsperspektiven für alle verbessern könnten, „indem wir die verbindenden Kräfte unter uns Menschen verstärken“, so Marx. Das sei eine Haltung, die Hoffnung geben könne in einer Zeit, in der es politische und gesellschaftliche Kräfte gebe, „die spalten wollen, die Menschen gegeneinander aufbringen wollen“ und „Hass und Zwietracht säen“. Ihnen gehe es darum, „die eigene Macht zu verstärken, die eigene Bedeutsamkeit zu erhöhen, Unfrieden zu schüren“, kritisiert der Erzbischof von München und Freising. Es werde immer deutlicher, dass diese Agitatoren auch nicht davor zurückschreckten, sich an Werten und Motiven des christlichen Glaubens zu bedienen. Wenn wir aber genau hinsehen, stellen wir fest, dass dies in aller Regel nur oberflächliche Dekoration ist, die in keiner Weise mit dem christlichen Glauben vereinbar ist“, erklärt der Kardinal. Marx empfiehlt, die Parolen extremistischer Kräfte daraufhin zu prüfen, ob sie die Einheit der Menschheitsfamilie und die Würde jedes Menschen förderten oder diese zerstörten.
 
Die verbandlich organisierte Caritas leiste seit mehr als 100 Jahren „hoch engagierte und professionelle Arbeit“ in den verschiedensten Bereichen und durch unterschiedliche Fachverbände, Einrichtungen und Dienste, würdigt der Kardinal das Angebot, das sich an alle Generationen, an Menschen mit Behinderungen und Erkrankte richte , ob es sich nun um allgemeine Angebote in den Feldern Migration und Integration, Gesundheit und Suchtprävention handle, oder um individuelle Unterstützung in persönlichen Notlagen durch Beratung, Lebensmittelausgaben, Schuldner- und Insolvenzberatung, Wohnungslosenhilfe oder Gebrauchtwarenmärkte. „Die Angebote der Caritas richten sich nach dem, was die Menschen vor Ort brauchen“, hebt Kardinal Marx hervor, „unabhängig von Herkunft, Religion, Alter oder Geschlecht“ und würdigt, die Caritas verleihe als Anwältin auf gesellschaftlicher und politischer Ebene denen Stimme und Ansehen, die sonst überhört würden. (glx)