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Echte Herzensangelegenheit Kardinal Marx weiht am Samstag, 30. Juni, im Freisinger Dom drei Männer zu Priestern

Weihekandidaten 2018
Der Weihjahrgang 2018 (von links): Thomas Belitzer, Markus Nappert und Ferdinand Bergrab im Münchner Priesterseminar (Bild: Florian Ertl / MK)
Den Dienst am Altar kennen die drei diesjährigen Weihekandidaten von Kindesbeinen an, denn alle waren seit der dritten Klasse in ihrer Heimatpfarrei eifrige Ministranten. Markus Nappert (26) prägte in dieser Zeit der damalige Kaplan und spätere Pfarrer sehr: Es war Wolfgang Lehner, der heutige Regens des Münchner Priesterseminars. „Wir haben bis heute ein sehr freundschaftliches Verhältnis“, freut sich der zukünftige Neupriester. Aus diesem Grund wird Regens Lehner auch bei Napperts Primiz predigen. Der schulische Weg führte den jungen Markus ab der fünften Klasse in das Erzbischöfliche Studienseminar St. Michael in Traunstein: „Ich stamme von einem abgelegenen Bauernhof in der Nähe von Moosach bei Grafing und der tägliche Weg zu einer weiterführenden Schule wäre einfach zu lang gewesen“, erzählt er. Ein Jahr später sang er im Hauschor mit, als der damalige Kurienkardinal Joseph Ratzinger ins Studienseminar (das er einst selbst besuchte) kam, um dort den neuen Altar der Hauskapelle zu weihen. Nach dem Abitur war für Nappert klar, nach München ins Priesterseminar zu gehen. Seine Eltern hatten angesichts dieses einschneidenden Entschlusses anfangs durchaus gemischte Gefühle. Heute aber sagen sie zu ihm: „Du hast das Richtige gemacht.“ Auch seine vier Geschwister und Freunde bestätigen ihm: „Des passt zu dir.“ Als Priester möchte Nappert die Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen begleiten: „Ich will für sie da sein, auch durch die Spendung der Sakramente in besonderen Lebensabschnitten. Im Idealfall teilen wir in der Pfarrei miteinander das Leben und sind gemeinsam im Glauben unterwegs.“

Bereits als Kind gab Thomas Belitzer (32) aus Tacherting bei Traunstein gern den Priester: „Ich hatte zum Spielen wirklich einen eigenen kleinen Hausaltar, meine Oma nähte mir sogar Messgewänder“, lacht er. Vom Balkon des Elternhauses herab hat er, fast wie der Heilige Vater von der Loggia des Petersdoms, auch andächtig den Segen gespendet oder ganze Predigten gehalten. Nach einer Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann für Lebensmittel und der Mittleren Reife verbrachte er ein Jahr in England an einer Privatschule, wo er als Erzieher arbeitete. Zurück in der Heimat legte Belitzer an der beruflichen Oberschule von Traunstein das Abitur ab und ging zum theologischen Propädeutikum (eine verpflichtende Vorbereitung für Studenten der katholischen Theologie, die das Priesteramt anstreben) und zum anschließende Theologiestudium ins nahe Salzburg. Im zweiten Jahr wechselte er dann aber doch zum Studium in die bayerische Landeshauptstadt und ins Priesterseminar der Erzdiözese. „Meine Oma hat zuerst etwas geschimpft aus Sorge, was ich mir mit diesem Schritt für ein schweres Leben aufbürden würde“, erinnert sich Belitzer. Ansonsten waren die Reaktionen aus seinem Umfeld durchwegs positiv: „Viele Menschen finden diesen Beruf an sich toll, am Zölibat jedoch stoßen sich die meisten, das ist ein Reizthema.“ Als Priester will er nicht einfach „ein besserer Sozialarbeiter“ sein: „Der Priester bringt, vor allem durch die Sakramente, Christus selbst in die Häuser der Menschen. Diese Art von Beistand vermitteln zu dürfen, bereitet mit Gänsehaut. Es geht hier um nichts weniger als um Ewigkeit.“

Der Miesbacher Ferdinand Bergrab (27) stammt aus einem „sehr sozial eingestellten Elternhaus“: Seine schon verstorbene Mutter war Altenpflegerin, der Vater ist Berufsbetreuer, sein Bruder ist Bürgermeister in Lisberg im Landkreis Bamberg, der ursprünglichen fränkischen Heimat der Eltern. Geprägt hat ihn ehedem der langjährige Miesbacher Pfarrer Axel Meulemann: „Er hatte einen Kreis junger Männer um sich geschart, die Interesse am religiösen Leben hatten.“ Bergrab gehörte auch dazu. Nach dem Abitur geht zum Propädeutikum nach Passau und tritt im Münchner Priesterseminar ein, später verbringt er ein Jahr zu theologischen Studien in Jerusalem. „Für mich ist mein Entschluss, Priester zu werden, bis heute eine ganz organische Sache.“ Bergrab verweist auf seinen Primizspruch: „Christus in den Herzen“ (Eph 3,17). „Das ist das Ziel eines jeden christlichen Lebens. Ich sehe es als Priester als meine Aufgabe an, hier auch durch die Spendung der Sakramente beizutragen. Dafür muss Christus aber auch in meinem Herzen sein.“ Insofern sei für ihn das Priestertum eine „echte Herzensangelegenheit“.


Text: Florian Ertl, der Autor ist stellv. MK-Chefredakteur.