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Ein Küken häkeln Kreativ-Idee zur Geschichte von einer Großmutter, ihrem Enkel und dem Huhn Natascha

Geeignet für: Kinder von fünf bis zehn Jahren
Zeitdauer: 60 min
Aufwand: schwer
Gehäkeltes Küken aus gelber Wolle
Material:
gelbe Wolle
Häkelnadel oder Strickliesel
Stopfnadel
roten Filz oder Tonpapier
Schere
Klebestift
schwarzer Filz oder Tonpapier
ggf. Locher
brauner Filz oder Tonpapier oder Feder z.B. aus einem Federkissen
So geht's:
1.       Mit Luftmaschen eine ca. 50 cm lange Schnur häkeln. Oder eine Schnur mit der Strickliesel herstellen, dann genügen 40 cm.
2.       Fädeln Sie den Faden an einem Ende ein und legen eine enge Runde um das Ende, in dem die Nadel steckt. Am besten befestigen Sie die einzelnen Runden schon während des Legens, indem Sie mit der Nadel durchstechen und den Faden durchziehen.
3.       Auf diese Weise etwa zwei Drittel der „Schlange“ aufwickeln.
4.       Dann beginnen Sie auf der anderen Seite der Schnur mit dem Wickeln und nähen so lange, bis beide Seiten eingedreht sind. Jetzt ist die Form fertig!
5.       Wenn noch Faden übrig ist, einfach nochmal ein paar Mal durch die Spirale hindurchnähen, damit sie fester zusammenhält.
6.       Aus Filz oder Tonpapier einen Schnabel und zwei Augen ausschneiden und an den Körper kleben.
7.       Die Federn ankleben.
8.       Den Faden zum Aufhängen bestigen Sie am besten an Körper und Kopf, damit das Küken stabil hängt. 

Die Babuschka und das Ei

Geschichte nach dem Bilderbuch "Die Babuschka, Sascha und das Huhn Natascha" von Rolf Krenzer und Jutta Mirtschin (Verlag Ernst Kaufmann 1996)


Ich weiß nicht, ob die Geschichte heute noch so geschehen könnte, jedenfalls laufen bei uns die Hühner nicht einfach so herum. Also beginne ich:

Es war einmal in Russland: eine Großmutter, Babuschka, und ihr Enkel, er hieß Sascha. Sie wohnten in einer armen Hütte. Saschas Eltern lebten nicht mehr. Die alte Babuschka sorgte für Sascha so gut sie konnte. Ein leichtes Leben hatten sie nicht. Es war nicht einfach für sie, das tägliche Essen zu bekommen und an manchen Tagen gingen sie hungrig ins Bett.
Im Sommer fanden die beiden Beeren und Pilze im Wald. Im Winter, wenn der Schnee kam, dann war es schwer. Der Wind pfiff durch die Ritzen der Hütte und sie hatten wenig zu essen.

Eines Abends hörten sie ein Scharren und Kratzen an ihrer Tür. Als sie die Tür vorsichtig öffneten, flog ihnen ein ziemlich zerzaustes Huhn entgegen. Es gackerte laut, lief einmal im Kreis und suchte sich dann den Platz hinter dem Kamin, dort, wo es am wärmsten war. Babuschka und Sascha schauten das Huhn an und fragten sich: Wo kommt das Huhn her? Bestimmt ist es aus einem Stall geflogen und der Besitzer sucht es!
Am nächsten Morgen setzte Sascha das Huhn in einen Korb und sie trugen es zum Nachbarn, der einen ganzen Stall mit Hennen hatte. Aber er vermisste keines seiner Hühner. Sie hörten auch sonst von niemand, der ein Huhn vermisste.
Babuschka und Sascha nahmen es also wieder mit in ihre Hütte und behielten das Huhn. Sie gaben ihm den Namen Natascha.

Von nun an teilten sie ihr Brot mit Natascha. Dafür legte Natascha jeden Tag ein Ei. Das kochte Babuschka dann. Die eine Hälfte aß Sascha, die andere Hälfte Babuschka. Vielleicht teilten sie auch manchmal anders, wer weiß? Und vielleicht gab es mal Rührei und mal Spiegelei oder auch einen Pfannkuchen.
So kam der Frühling und die Menschen bereiteten sich auf das große Osterfest vor.
Zwei Wochen vor Ostern sagte Babuschka: Die nächsten Tage heben wir die Eier auf für das Osterfest! Und sie sammelte die Eier in einem Korb.
Am Karsamstag kochte Babuschka eine rote Rübe. Die hatte sie extra über den Winter aufgehoben. In den Saft legte sie die Eier und kochte sie darin. So bekam sie viele rote Eier.

Ganz früh am morgen, als es draußen noch dunkel war, weckte Babuschka ihren Enkel Sascha, zog ihn an und nahm ihn mit zum Gottesdienst. In ihrer Hand trug sie den Korb mit den roten Eiern und eine schöne Kerze.
Viele Leute gingen schweigend zur kleinen Dorfkirche. Dort sang der Pfarrer ein schönes Lied und von der Osterkerze aus wurde das Licht auf viele, viele andere Kerzen weitergegeben. Als die Kirche hell erleuchtet war sangen die Menschen laut und froh: Halleluja, Jesus ist auferstanden! Halleluja!
Als der Gottesdienst zu Ende war, ging die Sonne auf und die Menschen blieben noch etwas stehen und wünschten sich frohe Ostern!
Auf dem Heimweg machte Babuschka einen Umweg. Sie ging zu den armen Siedlungen, wo die Menschen noch weniger hatten als sie. Babuschka schenkte jedem , der ihr begegnete, ein rotes Ei: Kindern, Müttern, alten Frauen und Männern. Und jedem wünschte sie: Jesus ist auferstanden! Halleluja! Und die Menschen freuten sich.

Schließlich war der Korb leer. Sascha und Babuschka gingen nach Hause.
Dort saß Natascha auf ihrem Strohbett und begrüßte sie mit einem leisen Tuk-tuk.
Die Großmutter blies das Feuer an und stellte Teewasser auf. Auf einem Teller richtete sie ein schönes Stück Brot her. Und dann griff sie ganz tief in den Korb und holte ein Ei heraus – ein rotes Osterei für Sascha! „Für dich Sascha, frohe Ostern!“ sagte sie und gab ihm das letzte Ei. „Und du?“ fragte Sascha. Da begann Natascha laut zu gackern und flog von ihrem Nest auf. Und dort lag ein funkelnagelneues Ei!

Texte und Foto: Monika Mehringer