Slowenische Katholische Gemeinde München

Jubiläum SLowenische Gemeinde Festgottesdient Generalvikar
80 Jahre Jubiläum Slowenischer Kath. Gemeinde in München
Die slowenische Pfarrei in München blickt auf eine 80-jährige Geschichte zurück, die von Beginn an durch ein ausgeprägt synodales Selbstverständnis geprägt war. Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstand unter ehemaligen KZ-Häftlingen und Flüchtlingen eine kirchliche Gemeinschaft, in der Priester und engagierte Laien eng zusammenarbeiteten.

Maßgeblich beteiligt war der Laie Prof. Vinko Lipovec, der gemeinsam mit slowenischen Seelsorgern die organisatorischen Grundlagen der Gemeinde schuf. Am 1. Januar 1946 wurde offiziell eine slowenische (damals „jugoslawische“) Pfarrei in München errichtet.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Pfarrei zu einem wichtigen geistlichen, sozialen und kulturellen Zentrum der slowenischen Migranten in Deutschland. Besonders prägend war die Zeit von Dr. Janez Zdešar und Dr. Branko Rozman, der – im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils – konsequent auf die aktive Mitwirkung der Laien setzte. Er gründete einen Pfarrgemeinderat, baute Caritasarbeit, Bildungsangebote, eine Samstagsschule, kulturelle Veranstaltungen sowie ein vielfältiges liturgisches Leben auf. Die Pfarrei wurde zu einem Ort gelebter Gemeinschaft, Integration und Identitätsbewahrung.

Mit dem Erwerb des Pfarrhauses in der Liebigstraße 10 erhielt die Gemeinde ein dauerhaftes Zentrum für Seelsorge, Bildung, Kultur und Begegnung. In den 1970er- und 1980er-Jahren war die slowenische Mission in München eines der wichtigsten Zentren des slowenischen kirchlichen und kulturellen Lebens im Ausland.

Nach dem strukturellen Wandel durch Rückkehr vieler Gastarbeiter in die Heimat schrumpfte die Gemeinde zahlenmäßig. Unter den Pfarrer Marjan Bečan und später den Delegat Msgr. Janez Pucelj lag der Schwerpunkt verstärkt auf der Begleitung älterer, kranker und sozial benachteiligter Gemeindemitglieder. Sein Einsatz wurde kirchlich anerkannt, war jedoch auch politischem Druck ausgesetzt.
Heute steht die Pfarrei unter der Leitung von Pfarrer Izidor Pečovnik, der zugleich für die slowenische Seelsorge in ganz Deutschland verantwortlich ist. Angesichts neuer Migrationsrealitäten – junge, hochqualifizierte Menschen aus einem säkularen Umfeld – wurde die Arbeit neu ausgerichtet. Der pastorale Schwerpunkt liegt auf persönlicher Begleitung, Dialog, Offenheit und enger Zusammenarbeit mit Laien, dem Pfarrgemeinderat und den Strukturen des Erzbistums.

Die Geschichte der slowenischen Pfarrei in München zeigt beispielhaft, wie synodales kirchliches Leben über Jahrzehnte hinweg konkret gelebt und weiterentwickelt wurde: durch gemeinsame Verantwortung von Klerikern und Laien, Offenheit für gesellschaftliche Veränderungen und eine lebendige, gemeinschaftsorientierte Seelsorge.


Verantwortlich für den Inhalt: Slowenische Kath. Gemeinde München, Pfr. Izidor Pečovnik
Stand: Februar 2026