Bußsakrament

Jeder Mensch macht Fehler. Manchmal sind es kleine Fehler, die sich schnell korrigieren lassen. Es gibt aber auch falsche Entscheidungen, die nachwirken. Zum Beispiel, weil man jemandem Schaden zugefügt hat. Dann stellt sich die Frage, wie zwischen den betroffenen Menschen wieder Versöhnung hergestellt werden und wie man Vergebung bei Gott finden kann.
Priester und Junge beim Beichtgespräch
(Bild: Helmut Heiss)
Um diese Versöhnung geht es auch immer wieder in der Heiligen Schrift: Sie wird von Gott geschenkt, auch wenn der Einzelne sich falsch entschieden, gesündigt hat. Denn Gott ist wie der barmherzige Vater im Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11 ff). Immer wieder vergibt er. 

Jesus selbst weicht Sündern nicht aus, sondern er sucht ihre Nähe. Er zeigt ihnen, dass sie ihm wichtig sind. 

Kinder sind i.d.R. vor der Erstkommunion eingeladen, die Freude über Versöhnung und Vergebung zu erfahren. Meist geschieht dies durch ein Beichtgespräch, seltener im Beichtstuhl der Kirche.

Beide Formen der sakramentalen Beichte stehen grundsätzlich auch Erwachsenen zur Auswahl.
Das Bußsakrament möchte Menschen in schwierigen Situationen helfen, indem es einlädt
  • das Gewissen und die Urteilsfähigkeit zu sensibilisieren
  • die Fähigkeit zur Selbstkritik, zu Trauer und Reue nicht zu verlieren
  • einen Raum des Aussprechens und des Erzählens zu haben
  • Worte der Lossprechung, der Verzeihung und der Versöhnung zu hören
  • kleine Schritte der Veränderung zu versuchen.
So sind die Wirkungen der Beichte vielfältig: Sie versöhnt den Menschen mit Gott und mit den Mitmenschen. Sie eröffnet einen Neubeginn und bewahrt vor der dauernden Belastung vergangener Schuld. Sie beruhigt das eigene Herz, schenkt Trost und Frieden und setzt neue Kräfte frei für den Kampf für das Gute.
 
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Helmut Heiss, Pastoralreferent