Im Erwachsenenalter bewusst „Ja“ zum Glauben sagen Der Vorbereitungskurs des Ordinariats bereitet Erwachsene darauf vor, das Sakrament der Firmung gespendet zu bekommen

Carolin Döpfer ist evangelisch getauft und in einer evangelischen Kirchengemeinde aufgewachsen. Bei den Katholiken hat sie Liebe und Zuneigung gefunden, die ihr zuvor gefehlt haben. Nun konvertiert die 37-Jährige in die katholische Kirche und hat sich firmen lassen. Als Vorbereitung besuchte sie über mehrere Wochen einen Firmkurs.  
 
Kardinal Reinhard Marx spendet am 3. Dezember 2022 die Firmungssegen an Carolin Döpfer
Kardinal Reinhard Marx spendet am 3. Dezember 2022 den Firmungssegen an Carolin Döpfer
Am Firmvorbereitungskurs des Ordinariats im Bereich Glaubensorientierung nehmen Menschen aus unterschiedlichen Gründen teil. Eines jedoch verbindet sie alle: Sie sind erwachsen und haben das Firmsakrament, das in der katholischen Kirche in der Regel Jugendlichen zwischen zwölf und 16 Jahren gespendet wird, noch nicht erhalten.

Mehr als 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählte der Herbst-Kurs, der von Oktober bis Dezember in wöchentlichen Sitzungen auf die Firmung vorbereiten soll. Das Sakrament der Firmung gehört mit der Taufe und der Eucharistie zur christlichen Initiation, also der Aufnahme in die Gemeinschaft aller Gläubigen.

Die Teilnehmenden des Kurses möchten dies nachholen – aus ebenso unterschiedlichen Gründen, wie sie es bisher versäumt haben. Manche haben sich als Jugendliche gegen die Firmung entschieden und holen sie nun bewusst nach. Andere treten wieder in die Kirche ein, oder möchten kirchlich heiraten. Und manche der Firmlinge möchten zum katholischen Glauben konvertieren, so wie Carolin Döpfer.
 
Kardinal Reinhard Marx wendet sich an die Firmanwärterinnen und -anwärter während der Messe am 3. Dezember 2022
Kardinal Reinhard Marx bei der Ansprache an die Firmanwärterinnen und -anwärter mit Carolin Döpfer während der Messe am 3. Dezember 2022
Geborgenheit im Kreise der Katholiken

Die getaufte Protestantin hat sich der Liebe wegen dem katholischen Glauben zugewandt. Mit ihrem Freund, der Kroate und streng gläubig ist, besucht sie bereits regelmäßig die Sonntagsmesse. Auch der starke Glaube ihrer besten Freundin beeindruckte Döpfer und motivierte sie zu dem Schritt, in die katholische Kirche einzutreten. Konvertieren möchte die 37-Jährige aber nicht für andere: „In der katholischen Gemeinde fühle ich mich willkommen. Egal, wer man ist, man findet dort einen Ort der Ruhe.“

Ruhe, das betonte Carolin Döpfer auch im Firmkurs, als sie sich mit anderen Firmlingen über das Sitzungsthema „Beten“ austauschte, ist ihr im Glauben sehr wichtig. Ebenso Dankbarkeit und Wertschätzung. Das Handy stellte sie während der Treffen mit den anderen Firmlingen stets auf Flugmodus.
 
Das Gebet lädt Carolin Döpfers täglichen Akku

Im Alltag trägt die Architektin und Interiordesignerin Verantwortung für Angestellte, ist häufig im Zeitstress. Am Ende des Tages, erzählt sie, gestatte sie sich immer ein paar bewusste Minuten der Ruhe. Beim Abschminken im Bad zündet sie eine Kerze an, betet, redet sich Sorgen von der Seele, ist dankbar und besinnt sich auf Wichtiges. Wie ein Reinigungsritual, damit sie den nächsten Tag neu beginnen kann.

Carolin Döpfer wurde evangelisch getauft, erlebte die evangelische Gemeinschaft jedoch als zu wertend, die protestantischen Lehren als wenig realistisch und empfand Gespräche als nicht tiefgründig: „Ich bin von den katholischen Werten überzeugt. Ich schätze beispielsweise, dass es keine Scheidung in der katholischen Kirche gibt – das gibt mir Sicherheit.“ Die Werte der katholischen Kirche seien für sie eine wichtige Säule für ihre zukünftige Familie. Wichtig sei ihr außerdem, dass sie und ihr Partner grundsätzliche Werte und Ansichten teilen.
 
Carolin Döpfer und ihre Firmpatin Sandra Schäffler
Carolin Döpfer (l.) und ihre Firmpatin Sandra Schäffler
Den Glauben vertiefen

Carolin Döpfer freut sich darauf, nach der Firmung ein vollwertiges Teil der katholischen Gemeinschaft zu sein und auch die Beziehung zu ihrem Partner und ihrer besten Freundin durch den gemeinsamen Glauben zu vertiefen. Mit der Wahl zur Firmpatin hat Döpfer ihrer besten Freundin eine wichtige Rolle zugedacht. „Das hat für mich einen großen Stellenwert und ist eine Entscheidung für mein ganzes Leben“, sagt die Konvertitin über ihre Wahl. Aber bereits vor der Firmung veränderte sich ihr Leben durch die bewusste Entscheidung für die katholische Kirche und den regelmäßigen Gottesdienstbesuchen. Döpfer erhofft sich von der Firmung, Glaubensinhalte im bewussten Umgang mit ihren Mitmenschen und später eventuell in der Erziehung ihrer Kinder integrieren zu können.

Am 3. Dezember spendete Erzbischof Kardinal Reinhard Marx den Firmwerbern in St. Michael das Sakrament der Firmung. Auch Carolin Döpfer. Mit dabei waren enge Freunde und Familie. Wieder ist ihr die Ruhe wichtig: Keine Termine vorher, kein Stress. „Ich werde mich schön anziehen und danach gehen wir mit der ganzen Familie essen.“

Text: Michelle Mink, Volontärin beim Sankt Michaelsbund, November 2022
 

Impressionen von der Erwachsenenfirmung am 3. Dezember 2022 in der Münchner Frauenkirche


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Firmung: Das Sakrament der Stärkung durch den Heiligen Geist

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Jugendliche auf dem Weg zur Firmung begleiten

Wie können Eltern ihre Kinder bei der Vorbereitung auf das Sakrament begleiten? Was bedeutet das Patenamt? Anregungen und Informationen für Eltern und Paten finden Sie auf unserer ausführlichen Themenseite.