Anregungen, Termine und Tipps für die Fastenzeit

Die Fastenzeit ist mehr als eine Zeit des Verzichts, sondern kann auch eine Phase der Selbstbesinnung und Achtsamkeit sein. Welche Möglichkeiten die sieben Wochen vor Ostern beinhalten, zeigen unsere hier zusammengestellten Termine, Beiträge und Interviews.
 
Kerze, Tasse, Bücher und Brille neben Decke
Plakat mit der Ankündigung der Aktion "Aschenkreuz to go" am 18. Februar 2026 am Moosacher Bahnhof
18. Februar in Moosach: Aschenkreuz to go
Mit einer besonderen Aktion bringt das Dekanat München Nordwest in diesem Jahr den Aschermittwoch zu den Menschen: „Aschenkreuz to go“ – ein Moment der Besinnung für alle, die in der Hektik des Alltags keine Zeit für den traditionellen Gottesdienst finden. Direkt vor der Meile Moosach, inmitten von Stadtlärm und Alltagshektik, bieten Seelsorgerinnen und Seelsorger, sowie Ehrenamtliche von 14 bis 16 Uhr den Raum für ein Aschenkreuz, das nicht nur die Stirn, sondern auch die Seele berühren soll.

Impulskarte innehalten
Fastenbegleiter durch die Osterzeit
Wie gewohnt hat die Stadtpastoral im Online-Begleiter durch die Fastenzeit und für die Kar- und Ostertage Gottesdienste, Konzerte, besondere Veranstaltungen und weiterführende Informationen rund um die Fastenzeit in München von Aschermittwoch (18. Februar) bis zum Weißen Sonntag (12. April) zusammengestellt. Hier finden Sie alle Termine und Veranstaltungen.

Im Münchner Liebfrauendom hängt hinter dem Kreuz die Installation von Lisa Granada „Cartografía inconclusa/ Unfinished <br/>Cartography“ aus zusammen gefügten Teebeuteln
Gottesdienst zum Aschermittwoch der Künstler am 18. Februar im Münchner Liebfrauendom
Der Gottesdienst mit Kardinal Reinhard Marx beginnt um 18 Uhr. Die musikalische Gestaltung erfolgt durch Solistinnen und Solisten der Capella Cathedralis, Instrumentalistinnen und Instrumentalisten und Domorganist Prof. Ruben Sturm unter Leitung von Domkapellmeisterin Lucia Hilz unter anderem mit einer Auftragskomposition von Mathias Rehfeldt zu Psalm 90 und Musik von Hildegard von Bingen. Den Livestream zur Mitfeier des Gottesdienstes zum Aschermittwoch, der um 18:00 Uhr beginnt, finden Sie unter www.erzbistum-muenchen.de/stream.

Anschließend sind Sie zu einer Begegnung in der benachbarten Karmeliterkirche eingeladen, die wie der Liebfrauendom mit einem Impuls der Künstlerin Lisa Granada gestaltet ist. Sie sind eingeladen, einen von Ihnen genutzten, getrockneten Teebeutel mit in die Karmeliterkirche zu bringen und in ein vorbereitetes Gefäß zu legen und so künftig Teil des fortlaufenden Projektes „Cartografía inconclusa“ zu werden.

Bunte Sternennebel im Universum
„Archiving the Universe“ vom 18. Februar bis 4. April in St. Paul in München
Mit dem Kunstprojekt „Archiving the Universe“ von Stefan Klein wird in der Fastenzeit das Element Staub in seiner vielschichtigen Dimension als Grundbestandteil des Lebens und in dessen universalen Zusammenhängen künstlerisch in den Blick genommen. Staub ist überall und spiegelt im Mikrokosmos die Vielschichtigkeit des Makrokosmos. In der Kirche St. Paul spannt sich ein vergrößertes Staub-Fotogramm aus dem „fortlaufenden Archiv“ des Künstlers über den Altar und erinnert auch an die Tradition des Fastentuchs. Vom Künstler diskret in verschiedenen Bibeln platzierte Kopien von Fotogrammen verweisen zudem auf eine Passage im Buch der Weisheit mit Gedanken zur Vergänglichkeit und liegen auch zur Mitnahme bereit. Damit streuen sich die Bilder, so wie Staub omnipräsent ist, über viele Orte hinein ins Private.

Die Klanginstallation „Recordings on Dust“ von Ben Glas und Stefan Klein ist fortwährend über die gesamte Dauer der Ausstellung hörbar, ausgenommen während der Gottesdienste. Die spirituelle Dimension der Installation steht in Verbindung mit dem liturgischen Geschehen am Aschermittwoch: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist“ und in der Fastenzeit – im Kirchenraum von St. Paul – erlebbar mit verhüllten Bildern und geschlossenen Seitenaltären.

Ein Gemälde aus der LEMA-Reihe in St. Korbinian in München aufgehängt.
Ausstellungsprojekt "LEMA" in St. Korbinian in München
In der Kirche hängen 14 Bilder aus der Serie LEMA von Lilian Moreno Sánchez. Der Titel bezieht sich auf die letzten Worte Jesu am Kreuz, als er aufschreit: „Eli, Eli, lema sabachthani.” Jesus greift damit Worte aus den Psalmen auf: „Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen / bist fern meinem Schreien, den Worten meiner Klage.” Im Text des Evangeliums heißt es weiter: „Das Land war in Finsternis getaucht.”

In Finsternis getaucht waren auch die Witwen und Frauen aus Chile, die in der Zeit der Militärdiktatur ihre Söhne, Ehemänner und Väter verloren haben, die verhaftet, gefoltert wurden oder einfach verschwunden sind. 14 Bilder sind unschwer auf den Passionsweg Jesu bezogen und wie in den Evangelien oder den später entstandenen Legenden erhalten die Materialien eine Bedeutung, denn der Bildgrund besteht aus zusammengenähten Stoffen: Es sind Betttücher der Verhafteten und Gefolterten aus dem Dorf Paine in Chile, wo eine Straße als die „Gasse der Witwen” (El Callejón de las Viudas) bezeichnet wird. Dort wurden am 24. April 1973 alle Männer über 15 Jahren aus ihren Häusern gerissen und kehrten nie zurück. Diese Betttücher sind vernäht mit Laken aus einem deutschen Krankenhaus.

Plakatmotiv aus der Reihe vom Jugendkreuzweg 2026, das einen Jungen in seinem dunklen Zimmer zeigt, der auf sein erleuchtetes Handy schaut.
Ökumenischer Jugendkreuzweg
Der Ökumenische Jugendkreuzweg "dahinter. Tiefer sehen, weiter gehen"  der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) und des Bundesvorstandes des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) sowie der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend in Deutschland möchte die Perspektive wechseln: Nicht an der Oberfläche stehen bleiben, sondern tiefer sehen und dahinter blicken. Wir zoomen uns heran an Menschen und versuchen, hinter Masken zu schauen. Tiefer sehen bedeutet, nicht bei den ersten Eindrücken stehen zu bleiben. Es heißt, genau hinzuschauen und uns zu fragen: Was steckt wirklich dahinter? Und dann geht’s weiter: Weitergehen heißt nicht, einfach abzuhaken und wegzuschauen. Es heißt, innezuhalten, sich berühren und verändern zu lassen. Wir gehen nicht allein weiter, sondern in der Gewissheit, dass Jesus uns begleitet und trägt.

Chorraum von St. Michael in München
Besondere Angebote zur Fastenzeit in St. Michael:
Mit besonderen Angeboten bereitet sich die Münchner Jesuitenkirche St. Michael in der 40-tägigen Fastenzeit auf das Geheimnis von Ostern vor. Die Fastenpredigten unter dem Titel „Einmal wird Ostern sein…“ in der Jesuitenkirche St. Michael stehen im Mittelpunkt einer Andacht (keine Eucharistiefeier) an den fünf Fastensonntagen jeweils um 18:00 Uhr.

Zudem lädt St. Michael jeden Freitag um 18:00 Uhr zu Ökumenischen Choral Evensongs ein. Wir haben uns vor Jahren entschlossen, hier einer Liturgieform eine Heimat zu geben, die vom Grundgedanken her ökumenisch geprägt ist. Wie in den Vorjahren freuen wir uns auf einen Predigtimpuls von Vertreterinnen und Vertreter aus unseren Schwesterkirchen. Musikalisch werden die Evensongs gestaltet vom Kammerchor und Collegium Monacense St. Michael mit Andreas Behrendt, Filip Šmerda sowie Aaron Voderholzer an der Orgel unter der Leitung von Matthias Egger und Aaron Voderholzer. 

Bewusst zum Beginn der Fastenzeit will der Bußgottesdienst in St. Michael am Montag, 23. Februar um 18:00 Uhr eine Hilfe zur persönlichen Einkehr und zum Umgang mit der eigenen Schuld sein. Parallel besteht die erweiterte Möglichkeit zu Beichte und Gespräch.

Die Fastenzeit ist eine Zeit des intensiven Gebetes. Deswegen pflegen auch wir regelmäßig die eucharistische Anbetung – jeweils Samstagabends vor den Fastensonntagen nach der Vorabendmesse ab 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr.

Weitere Informationen: www.st-michael-muenchen.de.

schreibende Hand
Homo Pauper - Schreibwerkstatt mit Barbara Lehnerer am 28. Februar im Diözesanmuseum Freising
„Homo Pauper ist vielleicht die Grundbedingung, in der der Mensch in dieser Welt tatsächlich lebt. Denn sowohl im Ganzen gesehen als auch individuell, im eigenen Leben, sind wir letztlich doch radikal machtlos.“ („Homo Pauper. Gespräch zwischen Thomas Lehnerer und Johannes Stückelberger“. Aus der Publikation zur Ausstellung „Thomas Lehnerer. Homo pauper“ im Museum für Gegenwartskunst Basel 1993.) In dieser Machtlosigkeit eine Qualität zu erkennen, aus der innere Freiheit entstehen kann, betrachtete der Künstler und Theologe Thomas Lehnerer als notwendigen Gegenentwurf zu Leistungsdenken, Effizienzstrategien und Demonstrationen expansiver Machbarkeit.

Wir laden Sie zu einer Schreibwerkstatt ein, in der diese These kritisch reflektiert werden soll, aber auch zur poetischen Praxis wird: Schreiben als Loslassen und Konzentration auf das Wesentliche. Für alle, die dem eigenen Blick auf die Welt nachspüren möchten.

Kreuz, Pfarrkirche St. Martin, Babensham
"Ars moriendi. Die Kunst des Sterbens" - Führung am 1. März im Diözesanmuseum Freising
Die Kunst des Sterbens und das Sterben in der Kunst: In kaum einer Zeit sind diese schwermütigen, aber auch unabdingbar mit dem Leben verbundenen Themen so präsent, wie in der Passionszeit. Erleben Sie die Werke des DIMU rund um das Thema Sterben und Tod in einer Führung von 14:00 bis 15:00 Uhr, mit der wir die Passionszeit einläuten und zugleich die freudige Erwartung auf das lebensbejahende Osterfest einfließen lassen.

Anmeldung erbeten an: kunstvermittlung@dimu-freising.de

Fastenzeittagebuch

Tagebuch für die Fastenzeit

Mit dem Fastenzeittagebuch können Sie festhalten, was Sie sich vorgenommen haben, und im sogenannten Habit-Tracker verfolgen, wie gut Ihnen Ihre Vorhaben gelingen.

Graphik 40 Acts of Kindness

40 Acts of Kindness

Freundlich zu sein, ist keine Frage der Höflichkeit. Freundlichkeit ist tätige Nächstenliebe. Was hier vielleicht ein wenig „heilig“ klingt, braucht oft nur Kleinigkeiten. Deshalb haben wir für unsere Challenge 40 freundliche Gesten für die Fastenzeit zusammengestellt, mit denen Sie die Welt um Sie herum mit etwas mehr Nächstenliebe füllen können.

Entspannung in der Fastenzeit

Mit Achtsamkeit durch die Fastenzeit

Auf das Fest der Auferstehung können wir uns auch anders vorbereiten: Mit etwas Aufmerksamkeit für uns selbst, weiß Theologin und Achtsamkeitslehrerin Susanne Kienast im Interview.

Kreuz über Taufbecken

Geistliche Impulse für mehr Achtsamkeit

In der Fastenzeit laden wir ein, dem eigenen Leben mit mehr Achtsamkeit zu begegnen - ganz ohne Verzicht, sondern mit mehr Zuwendung zu sich selbst.

Frau und Mann wenden sich einander liebevoll zu

Tipps für Paare in der Fastenzeit

Die Dunkelheit des Winters weicht zunehmend dem Licht des Frühlings. So wie sich die meisten Menschen auf den Frühling freuen, ist in dieser Zeit auch die Seele bereit, neue Wege zu gehen. Wie Sie die Beziehung zu sich selbst und dem Partner neu beleben können, verraten wir mit einigen Tipps.

Frau mit Mundnasenschutz

Fasten während der Corona-Zeit

Welche Bedeutung das Fasten gerade während der Corona-Zeit haben kann und wie sich verordneter und selbst auferlegter Verzicht voneinander unterscheiden, darüber spricht die Leiterin der Münchner Insel Sybille Loew.