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Heiraten in der Krise Wegen Corona müssen viele Paare ihre Hochzeitspläne ändern

Alles war vorbereitet. Doch dann kam Corona. Viele Brautpaare müssen in diesen Wochen ihre Hochzeit verschieben oder wissen noch nicht, ob das Fest am geplanten Termin stattfinden kann. Während die Krise Paare vor teils große Probleme stellt, können einige von ihnen der Situation auch etwas Positives abgewinnen.
Hände von Hochzeitspaar in Hochzeitskleidung mit Brautstrauß
So hatten sich viele Paare ihren großen Tag erträumt. Jetzt ist die Frage: Kann die Hochzeit überhaupt stattfinden? (Foto: Pixabay License)
Aline hat ihre Maihochzeit schon auf nächstes Jahr verschoben. Caro hofft noch, dass sie in weniger als 30 Tagen ihrem Verlobten das Eheversprechen geben kann. Jessica wird langsam nervös, ob sie ihre Traumhochzeit Ende Juni doch noch absagen muss und Julia will die Planungszeit jetzt erst recht genießen.

Wie in jedem Frühling fiebern Brautpaare ihrer Hochzeit entgegen. Dieses Jahr aber anders als sonst. Die größten Sorgen einer Braut 2019? Das Hochzeitsbudget ist zu gering für die Traumhochzeit. Es regnet. Die Gastgeschenke können nicht rechtzeitig aus New York geliefert werden. Das Puderrosa der Pfingstrosen entspricht nicht dem erträumten Farbton. Die Hochzeitsfotografin lehnt den Auftrag ab, weil das Hochzeitskonzept nicht in ihr Portfolio passt.

Krisenmanagement statt Probeessen


Darum schert sich dieses Jahr kaum jemand. Im Frühling 2020 sorgen sich Brautpaare vor allem um eines: Corona. In den vergangenen Wochen mussten kirchliche Trauungen aufgrund des allgemeinen Versammlungsverbotes abgesagt werden. In welcher Form sie im Mai werden stattfinden können, ist bisher ungewiss. Noch weniger absehbar ist, ob die anschließende Feier mit Familie und Freunden stattfinden kann. Denn selbst wenn Hochzeiten nicht unter das Verbot von Großveranstaltungen fallen sollten, gibt es bisher keinen Hinweis darauf, wann die angemieteten Hochzeitslocations wieder öffnen dürfen. Für Brautpaare und Hochzeitsgäste ist diese Unsicherheit teilweise schwer erträglich. Statt Probeessen oder Honeymoonplanung ist derzeit Krisenmanagement angesagt. Denn eine Hochzeit zu verschieben, ist alles andere als leicht: Das alle Planungen von vorne beginnen, vom Pfarrer bis zur Location, ist das kleinste Problem. Finanziell ist es für einige Brautpaare ein Desaster. Denn für seit langem gebuchte Fotografen oder andere Dienstleistungen müssen bei einer kurzfristigen Absage teilweise hohe Stornokosten bezahlt werden. 

Und dennoch können manche Bräute dieser Situation etwas Positives abgewinnen: Sie bringt Brautpaare dazu, sich auf wieder auf das Wesentliche zu besinnen. Nämlich die Tatsache, dass man überhaupt Ja sagt zu dem einen Menschen, mit dem man sein Leben teilen will. Die große Liebe, die gerade jetzt, in diese Zeit voller Sorgen nebenan auf dem Sofa sitzt.

Die Liebe über alles stellen

In seinem apostolischen Schreiben „Amoris Laetitia“ ermutigte Papst Franziskus Brautpaare schon vor einigen Jahren, sich nicht von Konsum und Schein verschlingen zu lassen. Stattdessen sollten sie sich für ein kleines Fest entscheiden und damit die Liebe über alles stellen. Die Wirklichkeit der Corona-Krise gibt seinen Worten eine ganz neue Aktualität. Jetzt wird vielen Brautpaaren klar, dass es nicht darauf  kommt, wie man heiratet, welches Designerkleid die Braut trägt oder wieviele Gäste es bewundern, sondern wen sie heiraten. Auch Aline, Caro, Jessica und Julia. Sie haben sich mit vier weiteren Bräuten zusammen getan. Jede hat sich fotografiert, zusammen sagt ihr Bild: „Ruhig bleiben, denn wir werden heiraten!“ früher oder später.

Text: Nicola Neubauer, freie Mitarbeiterin