Kardinal Reinhard Marx sieht die christliche Botschaft in ihrem Kern als „Freiheitsbotschaft“.
München, 10. Januar 2026. Kardinal Reinhard Marx sieht die christliche Botschaft in ihrem Kern als „Freiheitsbotschaft“. Christliche Freiheit sei allerdings eine anspruchsvolle Freiheit, erläuterte der Erzbischof von München und Freising am Samstagvormittag in der Münchner Jesuitenkirche St. Michael beim Festgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der Vereinigung der Geistlichen Schwestern in der Erzdiözese. Freiheit sei nicht der letzte Punkt menschlicher Entwicklung. „Was tue ich mit dieser Freiheit?“, fragte der Erzbischof und hob hervor: „Das wahre Glück, die Vollendung der Freiheit, die kann nur in der Liebe geschehen.“ Der Weg der christlichen Freiheit führe nicht in die Ungebundenheit, nicht in die Bequemlichkeit, sondern in die größte Liebe, ist Marx überzeugt. Dies solle auch das Ideal des Ordenslebens sein.
Marx erinnerte daran, dass die Gründung der Vereinigung der Geistlichen Schwestern nur zehn Jahre nach Ende des 2. Vatikanische Konzils (1962-1965) erfolgte, in einer Zeit des Wandels und der Aufbruchstimmung. Er würdigte die Zusammenarbeit der Gemeinschaften und mahnte, es dürfe nie dazu kommen, „dass wir uns versammeln und die Vergangenheit betrauern“. Aufgabe der Vereinigung der Geistlichen Schwestern sei nicht nur ein gutes Miteinander, Schwesternliebe, sondern auch, „ein Weiterdenken“ und das gehe „über unsere Lebenszeit hinaus“. Er habe erlebt, dass die Schwesterngemeinschaften „auf dem Weg voranschreiten“, dass sie trösteten, ermutigten, sich freuten, an Festen teilnähmen, sich geistlich rüsteten, aber auch den Blick werfen auf die kommende Generation. Er betonte, dass es gelte, „Zeugen dieser Hoffnung“ zu sein, dass das geistliche Leben weitergehe. „Wie kraftvoll dieses Evangelium ist, ist so stark“, ermutigte der Kardinal und betete zum Schluss seiner Predigt: „Komm, Heiliger Geist, öffne die Herzen dieser Schwestern und schenke ihnen den Mut und die Hoffnung dieses Weitergehens.“ (glx)