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„Christus zu repräsentieren ist kein Ehrenamt auf goldenen Sesseln“

Kardinal Marx weiht vier junge Priesteramtskandidaten im Münchner Dom zu Diakonen
Diakonenweihe 2017
Kardinal Marx mit (v.l.) Frater R. Chambannukaran, F. Bergrab, T. Belitzer, M. Nappert. © Kiderle
München, 3. Juni 2017. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hat am Samstag, 3. Juni, vier Priesteramtskandidaten zu Diakonen geweiht. „Diakone, Priester und Bischöfe sind nicht für sich selber da, sondern für das Volk Gottes“, erklärte Marx in seiner Predigt im Münchner Liebfrauendom: „Christus zu repräsentieren ist kein Ehrenamt auf goldenen Sesseln.“
 
Zum unveränderbaren Wesen des dreifachen Amtes von Diakon, Priester und Bischof in der katholischen Kirche zähle die Berufung des Amtes von Christus her: „Er gibt die Grundgestalt des Amtes vor“, so Kardinal Marx. Niemand könne Amtsträger in der Kirche werden, der nicht Christus nachfolgt. „Wie Jesus gelebt hat, so wollen auch wir versuchen zu leben“, sagte Marx. Dies beinhalte vor allem Gehorsam und die Bereitschaft, immer wieder neu aufzubrechen, „Neues zu wagen, an neue Orte zu ziehen, neuen Menschen zu begegnen und neue Sprachen zu lernen“. Es handle sich um „eine nomadische Existenz“, erläuterte der Kardinal.
 
Gerade zum Amt des Diakons gehöre auch die „Hinwendung zu den Kranken, Armen, Ausgestoßenen, Schwachen“, betonte Marx. Es gebe keine Nachfolge Christi und keine Gemeinschaft der Kirche „ohne Blick auf die Armen, ohne Blick auf die Peripherie“. Niemand könne „wirklich fruchtbar, segensreich Amtsträger der Kirche sein, der nicht liebt“.
 
Auch wenn das kirchliche Amt sich entwickle und weiter entfalte, so bleiben laut Kardinal Marx seine Ausrichtung auf das Volk Gottes und die Tatsache, dass es seine Gestalt von Christus her bekomme, unveränderliche Eckpunkte des kirchlichen Amtsverständnisses.
 
Zu Diakonen wurden geweiht: Thomas Belitzer (31) aus der Pfarrei Unsere Liebe Frau in Tacherting (Landkreis Traunstein), Pastoralkurs im Pfarrverband Ampfing (Landkreis Mühldorf am Inn); Ferdinand Bergrab (26) aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Miesbach (Landkreis Miesbach), Pastoralkurs im Pfarrverband Partenkirchen-Farchant-Oberau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen); Markus Nappert (25) aus der Pfarrei St. Bartholomäus in Moosach (Landkreis Ebersberg), Pastoralkurs im Pfarrverband Röhrmoos-Hebertshausen (Landkreis Dachau); Frater Robin Chambannukaran (32) aus der Diözese Kerala (Indien), Mitglied im Säkularinstitut der Schönstatt-Patres.
 
Die Weihekandidaten haben Theologie studiert und bereiten sich derzeit im Rahmen des zweijährigen Pastoralkurses in der praktischen Ausbildung in einem Pfarrverband auf ihre Arbeit als Priester vor. Während des Weihegottesdienstes knien die Weihekandidaten nicht nur vor dem Altar nieder, sondern legen sich auch mit dem ganzen Körper auf den Boden, um ihre Hingabe an Gott zu zeigen. Anschließend vollzieht der Bischof durch Handauflegung und Gebet die Weihe. Danach werden den Neugeweihten, in der Regel durch die Pfarrer ihrer Heimatgemeinden, die liturgischen Gewänder angelegt. Außerdem erhalten sie ein Evangelienbuch als Symbol für ihre Aufgabe, die Frohe Botschaft zu verkündigen. Mit der Diakonenweihe ist auch die Verpflichtung zu einem dem Evangelium gemäßen Leben der Ehelosigkeit „um des Himmelreiches willen“, dem Zölibat, verbunden. Die Priesterweihe folgt in der Regel ein Jahr nach der Diakonenweihe. (ck/ct)