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Den Blick besonders auf die Armen richten

Festgottesdienst mit Kardinal Reinhard Marx am neuen „Welttag der Armen“ im Freisinger Mariendom
Freising, 19. November 2017. Am erstmals begangenen „Welttag der Armen“ hat Kardinal Reinhard Marx betont, die Kirche müsse „den Blick immer wieder besonders auf die Armen richten“, wie es Papst Franziskus mit der Ausrufung des neuen Welttages beabsichtigt habe. „Die Wirklichkeit Gottes, die uns in Jesus Christus begegnet, können wir nicht entdecken, wenn wir uns von den Armen, den Schwachen, den Kranken abwenden – das hat uns Jesus deutlich gesagt“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Sonntag, 19. November, bei einem Festgottesdienst im Freisinger Mariendom zur Eröffnung der Korbinianswoche. Gleiches gelte für das Totengedenken, so Kardinal Marx mit Blick auf den Volkstrauertag: „Eine Christenheit, die die Opfer der Geschichte vergessen würde und für sie keine Hoffnung hätte, wäre nicht Zeugin des Reiches Gottes.“
 
Orte wie der Freisinger Domberg, an dem der Heilige Korbinian wirkte und an dem seine Reliquien verehrt werden, müssten Ausgangspunkte für das geistliche Leben der Kirche bleiben, sagte der Erzbischof. Das gelinge aber nur dann, „wenn wir in jeder Stunde unseres Lebens, in jeder geschichtlichen Zeitstunde das Evangelium neu entdecken. Es ist nicht einfach ein Buch, das man weitergibt, ein Katechismus, den man nachbetet.“ Vielmehr sei das Christentum „die Entdeckung einer neuen Lebensweise. Das muss in jeder Biografie neu gefunden werden für diese konkrete Lebensgeschichte, für diesen konkreten Menschen.“ Um das Evangelium „in rechter Weise leben und erkennen zu können“, sei immer eine persönliche Begegnung mit Jesus Christus nötig: „Er ist das lebendige Evangelium, auf ihn kommt es an!“ Dazu gehöre der Blick auf die jeweilige Zeit: „Die Zeichen der Zeit zu verstehen im Licht des Evangeliums, auch das gehört dazu, wenn wir verstehen wollen, was heute die Stimme des Evangeliums, die stimme Christi selbst, uns sagen will“, betonte Kardinal Marx.
 
Eine Woche lang feiert das Erzbistum München und Freising seinen Patron, den Heiligen Korbinian. Höhepunkte der Festwoche sind am Freitag, 24. November, um 18.30 Uhr die Lichterprozession mit dem Korbiniansschrein zum Freisinger Mariendom mit anschließendem ökumenischem Vespergottesdienst sowie am Samstag, 25. November, um 10 Uhr der Festgottesdienst im Dom mit dem Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, und um 15 Uhr die Korbiniansvesper mit Reliquienprozession und Kindersegnung. Bereits am Samstag, 18. November, trafen sich zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene zur Jugendkorbinianswallfahrt, die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feierte. Am Dienstag, 21. November, kommen die Mitarbeiter des Erzbischöflichen Ordinariats in Freising zusammen, am Mittwoch, 22. November, die Lehrer der diözesanen Schulen. Die geistlichen Gemeinschaften treffen sich am Donnerstag, 23. November, um 18.30 Uhr zum Gottesdienst.
 
Der Heilige Korbinian verkündete im achten Jahrhundert als Wanderbischof den christlichen Glauben in Altbayern. Ab etwa 724 wirkte er als erster Bischof in Freising am Hof von Herzog Grimoald. Um 730 starb Korbinian in Freising und wurde nach seinem Wunsch in Mais in Südtirol bestattet. Seine Reliquien wurden auf Veranlassung von Bischof Arbeo im Jahr 768 am 20. November nach Freising gebracht. Korbinian gilt als geistlicher Vater und erster Bischof des alten Bistums Freising und der nach der Säkularisation 1821 daraus hervorgegangenen Erzdiözese München und Freising. Seit mehr als 1000 Jahren wird mit dem Korbiniansfest die Übertragung seiner Gebeine nach Freising gefeiert. (gob)