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Diözesanrat fordert Auseinandersetzung mit Klimawandel

Vorsitzender Tremmel mahnt katholische Akteure: „Wir müssen noch besser werden“
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München, 27. November 2019. Der Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising ruft alle Pfarrgemeinderäte, katholischen Verbände und Initiativen dazu auf, sich mit den Forderungen auseinanderzusetzen, die der Klima- und Umweltschutz an die Menschheit stelle. „Notwendig ist nichts Geringeres als ein umfassender Kulturwandel, eine grundlegende Änderung der heute vorherrschenden Art und Weise, wie produziert und konsumiert wird“, betont Diözesanratsvorsitzender Hans Tremmel in Anlehnung an Worte aus der Enzyklika „Laudato si‘“ von Papst Franziskus. „Wir bitten daher alle kirchlichen Organisationen, ihr Engagement für Klimagerechtigkeit sowohl im persönlichen als auch im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben deutlich zu verstärken und zu ,Churches for Future‘ zu werden“, ergänzt Tremmel. „Churches for Future“ ist eine Initiative des Ökumenischen Netzwerks Klimagerechtigkeit in Anlehnung an die „Fridays for Future“-Bewegung. Auch jenseits dieser Initiative setzten sich viele Jugend- und Erwachsenenverbände, Orden, Pfarreien und kirchliche Gruppen bereits heute – und teilweise schon seit Jahrzehnten – für die Bewahrung der Schöpfung ein, erinnert der Vorsitzende, „wir müssen aber noch besser werden“.
 
Bei der Bekämpfung des Klimawandels handle es sich um eine große Herausforderung, die „zentrale Gerechtigkeitsaspekte“ berühre, wie etwa die weltweite und intergenerationelle Gerechtigkeit. „Als Christen stehen wir an der Seite der Armen, Schwachen und Benachteiligten. Wir sind solidarisch mit denen, die gegenwärtig und in Zukunft am meisten vom Klimawandel betroffen sind und sein werden“, stellt Tremmel klar. Gleichzeitig gehe es um ökologische Gerechtigkeit: „Als Christen glauben wir, dass Gott die Welt geschaffen und den Menschen anvertraut hat.“ Daraus erwachse der Auftrag, die Schöpfung zu bewahren. In diesem Zusammenhang spricht der Diözesanratsvorsitzende auch die „Fridays for Future“-Bewegung an: „Wir sind den Jugendlichen und Kindern dankbar, dass sie unermüdlich auf die Dringlichkeit der Klimafrage aufmerksam machen.“ Auch über die hier engagierten jungen Menschen hinaus könne jede und jeder entscheiden, ob sie oder er an einer der nächsten großen Demonstrationen teilnehme, die am Freitag, 29. November, im Erzbistum und darüber hinaus an vielen Orten stattfinden.
 
Josef Fuchs, Vorsitzender des Sachbereichsgremiums Ökologie und Globale Verantwortung des Diözesanrats, führt aus, dass die „Fridays for Future“-Bewegung einfordere, wozu sich mehr als 190 Staaten der Erde 2015 in dem Übereinkommen von Paris zum Klimaschutz (COP21) verpflichtet hätten: die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken. „Wir sollten als Christen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln dazu beitragen, dass dies gelingt“, sagt Fuchs. „Die Zeit rinnt dahin, aber noch haben wir die Kraft und die Chance, das Ruder herumzureißen. Die politisch Verantwortlichen sind gefordert, wirksame gesetzliche Regelungen, spürbare Verpflichtungen und ordnungspolitische Maßnahmen in die Wege zu leiten“, so Fuchs weiter. Ehrgeizige Klimaziele seien „ein Gebot der Gerechtigkeit“ und die Grundlage für die Bewahrung der Schöpfung: „Den Einsatz für Klimagerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung auf später zu verschieben, geht nicht mehr.“ (kbr)