Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unseres Angebots erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.
OK
Mehr Infos

„Gemeinsam über die Zukunft nachdenken“

Kardinal Marx predigt bei „Gottesdienst der Nationen“ im Münchner Liebfrauendom
Gottesdienst der Nationen 2019
Kardinal feierte den Gottesdienst der Nationen im Liebfrauendom. (Foto: Kiderle)
München, 22. September 2019. Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, sieht Christen in der Pflicht, sich für die Einheit der Menschen einzusetzen und an der Lösung der gegenwärtigen Probleme in der Welt mitzuwirken. „In einer Welt, die auseinanderbricht und zerreißt, die sich eigentlich danach sehnt, dass das eine Haus dieser Erde und dieser Schöpfung als eine Menschheitsfamilie gesehen wird“, müssten die Christen den Geist des Miteinanders in die Welt tragen, sagte Marx am 22. September im Münchner Liebfrauendom beim „Gottesdienst der Nationen“. Die „Kräfte der einen Menschheitsfamilie“ müssten gestärkt werden und nicht die Kräfte der „Spaltung und Zerrissenheit, der Kriege, des Misstrauens, der Angst und der Aggression“. Christen aller Kulturen, Länder und Sprachen seien aufgerufen, das „Werkzeug zu sein, um die Menschen zueinander zu führen“.
 
Gerade in diesen Tagen, in denen unter anderem die Diskussion um die Zukunft der Schöpfung sehr präsent sei, sei das Engagement der Christen wichtig, erklärte der Kardinal. Viele Menschen warteten darauf, dass „wir gemeinsam über die Zukunft nachdenken, den Weg der Menschheit miteinander gehen, nicht gegeneinander“. „Da sollten wir Christen vorne mitmarschieren, vorne dabei sein“, so Marx. Die Botschaft des Evangeliums sei auch eine soziale Botschaft, eine „Botschaft der Gerechtigkeit für alle, eine Botschaft, die Leib und Seele in den Blick nimmt“. Es sei auch die Botschaft, dass „der Mensch eine Zukunft hat, einen Horizont, der über das irdische Leben hinausgeht“.
 
Der Erzbischof betonte, der Glaube an Gott dürfe nicht benutzt werden, um sich selber, die eigene Nation oder die eigene Kultur zu erhöhen. Dies würde zu Abgrenzung, Hass und einem Gegeneinander der Menschen führen. Was zähle, sei das Bewusstsein, dass „jeder Mensch, egal welche Hautfarbe, welche Religion oder welches Geschlecht er hat, Kind Gottes ist“.
 
Die Messe fand anlässlich der Interkulturellen Woche statt und stand wie diese heuer unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“. Es nahmen auch viele Gläubige aus den muttersprachigen Gemeinden des Erzbistums teil, die Gottesdienste, Seelsorge und Gemeindeaktivitäten in 20 Sprachen von Kroatisch und Polnisch über Italienisch und Französisch bis zu Arabisch und Vietnamesisch anbieten. Der Pfarrchor der ukrainischen griechisch-katholischen Pfarrei in München gestaltete die Messe musikalisch. Lesungen und Fürbitten wurden in verschiedenen Sprachen vorgetragen.
 
Die Interkulturelle Woche der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie wurde am 22. September in Halle (Saale) eröffnet. Sie wurde 1975 von den großen christlichen Kirchen in Deutschland ins Leben gerufen, damals noch unter dem Namen „Tag des ausländischen Mitbürgers“. Deutschlandweit beteiligen sich Kommunen, Kirchengemeinden und viele weitere Gruppen mit Veranstaltungen. Das diesjährige Motto soll ermutigen, sich gemeinsam für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft einzusetzen. Am Freitag, 27. September, findet der „Tag des Flüchtlings“ statt, der Bestandteil der Interkulturellen Woche ist. (ct)