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Heilig Kreuz Giesing feiert neue Kirchenfenster

Festmesse und Künstlergespräch / Hunderte Lungenflügel korrespondieren mit Engelsflügeln
Heilig Kreuz Giesing
Die neuen Kirchenfenster der Pfarrkirche Heilig Kreuz in München-Giesing. (Foto: Wolfgang Pulfer)
München, 17. Oktober 2019. Auf Basis von mehr als 1.000 Röntgen-Thoraxaufnahmen hat der Künstler Christoph Brech fünf Chor- und zwei Oratorienfenster für die Heilig-Kreuz-Kirche im Münchner Stadtteil Giesing geschaffen. Anlässlich der Fertigstellung der neuen Fenster findet am Sonntag, 20. Oktober, um 9.30 Uhr in Heilig Kreuz ein Festgottesdienst statt. Rainer Hepler, Pfarrer für Kunstpastoral im Erzbischöflichen Ordinariat, predigt. Anschließend gibt es einen Stehempfang. Um 15 Uhr tauscht sich Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, bei einem Künstlergespräch mit Brech über die neuen Kirchenfenster aus.
 
Brech hat die Fenster mit hunderten Paaren von Lungenflügeln gestaltet. Viele Gemeindemitglieder haben dafür eigene Röntgenaufnahmen gestiftet. Die Lungenflügel korrespondieren mit den Engelsflügeln im Hochaltar. Die mit blauer Farbe auf hellblau gefärbtes Glas gedruckten und gebrannten Thoraxaufnahmen wirken schwebend, leicht und durchlässig. „Der Mensch beginnt sein Leben mit dem ersten Atemzug und beendet es mit dem letzten“, erläutert Brech sein künstlerisches Konzept. „Gott haucht ihm den Atem ein – und alles, was Odem hat, lobe den Herrn.“ Doch auch das Kreuzmotiv ist vertreten: „Ebenso kann man im Anblick der Fenster sagen, jeder nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach – das Schlüsselbein bildet mit dem Rückgrat das Kreuz.“
 
Norbert Jocher, Leiter der Hauptabteilung Kunst im Erzbischöflichen Ordinariat München, sieht in Brechs Kunst „Metaphern des Lebens überhaupt, eines Lebens, das mit dem irdischen Tod nicht endet, wie auch die Verbindung zum Hochaltar mit der Kreuzigungsgruppe in der Mitte sichtbar macht“. In den transparent schimmernden Fenstern „mit ihrer im Ganzen fast heiteren Ornamentalität wird das erlöste Leben gefeiert, das uns Menschen in der Erlösungstat Christi hoffend verheißen ist“.  Formale Bezüge – wie zum Beispiel der zum markant formal ausgeprägten Brustkorb Christi am Hochaltar – „verstärken und verdichten die verschränkenden Bezüge“, so Jocher.
 
Der Pfarrer von Heilig Kreuz, Monsignore Engelbert Dirnberger, verweist auf einen weiteren, geschichtlichen Zusammenhang: „Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte die nach ihm benannten Strahlen 1895, neun Jahre nach der Weihe der Heilig-Kreuz-Kirche, womit auch historisch gesehen diese Motivquellen perfekt zur Kirche passen.“ (uq)
 
 
Hinweis:
Materialien und Pressebilder stehen unter www.erzbistum-muenchen.de/heiligkreuz zum Download bereit.