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Kardinal Marx: „Aus der Selbstverkrümmung herauskommen“

Erzbischof ruft auf, aus der aktuellen Krise für das künftige gesellschaftliche Miteinander zu lernen
München, 29. März 2020. Kardinal Reinhard Marx hat dazu aufgerufen, aus der aktuellen Krisensituation für das künftige gesellschaftliche Miteinander zu lernen. „Wie können wir die Macht der Verzweiflung, des Egoismus, das Kreisen um sich selbst durchbrechen, wie schaffen wir das in unserer Gesellschaft?“, fragte der Erzbischof von München und Freising bei einem nicht-öffentlichen Gottesdienst in der Sakramentskapelle des Münchner Liebfrauendoms am fünften Fastensonntag, 29. März, der live im Bayerischen Fernsehen und im Internet übertragen wurde. Der Kardinal mahnte: „Kommt ihr heraus aus der Hoffnungslosigkeit, aus der Angst, der Selbstverkrümmung? Denn das ist die Sünde, sich in sich selbst zu verkrampfen.“ Auch, wenn es derzeit buchstäblich um Leben und Tod gehe, wie die Politiker zu Recht betonten, „spüren wir, dass es um mehr geht als dieses irdische Leben, als um Leiden und Sterben: Es geht darum, wie wir leben wollen, was dies für unser Zusammenwirken bedeutet, welche Lehren wir für die Zukunft aus dieser furchtbaren Krise ziehen“.
 
Kardinal Marx ermutigte, dazu in „das Land der Hoffnung zu treten, der Zuversicht, des Miteinanders“, und zu prüfen, „wie wir die Kräfte der Hoffnung angesichts des Todes stärken können“. Die vom Evangelisten Johannes geschilderte Auferweckung des Lazarus von den Toten, so der Erzbischof, das Tages-Evangelium des fünften Fastensonntags, richte den Blick nicht nur auf das Sterben, auf den eigenen Tod, „wir müssen jetzt deutlich machen, dass wir eine Hoffnung haben, angesichts der Dunkelheit, angesichts der Krise, eine Hoffnung, die unser Engagement füreinander prägt, weil jedes menschliche Leben ein Geschenk Gottes ist“. Marx erinnerte an Jesu Worte aus dem Johannes-Evangelium: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Wer Christus gefunden habe, ergänzte der Kardinal, habe eine Hoffnung, „die stärker ist als der Tod, eine Hoffnung, die der Verzweiflung standhält – das kann inspirierend sein für unsere Gesellschaft, das sollten wir Christen einbringen in die Gesellschaft“.
 
Der Erzbischof lud dazu ein, gemeinsam dafür zu beten, dass diese Krise überwunden werden könne. Gleichzeitig dankte er den vielen, „die sich jetzt dafür einsetzen, dass Leben geschützt und Tod verhindert wird – in großer Anstrengung“.
 
Aktuell wird täglich ein Gottesdienst aus der Sakramentskapelle des Münchner Liebfrauendoms live im Internet und im Radio übertragen, jeweils sonntags um 10 Uhr sowie montags bis samstags um 17.30 Uhr. Die Live-Übertragung kann unter www.erzbistum-muenchen.de/stream abgerufen werden. Eine reine Tonübertragung ist zudem im Münchner Kirchenradio über das Digitalradio DAB+ oder unter www.muenchner-kirchenradio.de zu hören. Weitere Informationen im Zusammenhang mit der Coronakrise sind abrufbar unter www.erzbistum-muenchen.de/coronavirus sowie auf den Social-Media-Kanälen Facebook und Instagram. (kbr)