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Kardinal Marx: „Der Freiheit wirklich trauen“

Hörfunkimpuls und Gottesdienst im Gedenken an NS-Widerstandskämpfer Pater Alfred Delp
München, 31. Januar 2020. „Der Freiheit immer wieder wirklich zu trauen“, dazu ermutigt laut Kardinal Reinhard Marx das Beispiel des NS-Widerstandskämpfers Pater Alfred Delp SJ, der am 2. Februar 1945 in der Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee gehängt wurde. „Denn die Freiheit ist es ja gerade, die den Menschen zum Ebenbild Gottes macht“, so der Erzbischof von München und Freising in einem Radiobeitrag für die Reihe „Zum Sonntag“ des Bayerischen Rundfunks, der am Samstag, 1. Februar, gesendet wird. Diese Freiheit anzunehmen, die das eigene Leben verantwortlich gestalte, „und eine solche Freiheit in gleichem Maße für alle anderen Menschen zu wollen und auch dafür mit klarer Stimme einzutreten, das ist die größte Gabe und Aufgabe unseres Lebens“.
 
In dem Radiobeitrag zitiert Kardinal Marx aus einem Text von Jesuitenpater Delp, den dieser am 6. Januar 1945 im Gefängnis mit gefesselten Händen geschrieben habe: „Wer nicht in einer Atmosphäre der Freiheit zu Hause ist, die unantastbar und unberührbar bleibt, allen äußeren Mächten und Zuständen zum Trotz, der ist verloren. ... Dieser Freiheit wird der Mensch nur teilhaft, wenn er seine eigenen Grenzen überschreitet. … Die Geburtsstunde der menschlichen Freiheit ist die Stunde der Begegnung mit Gott.“ Diese Worte zeugten davon, ergänzt Marx, dass Delp nicht nur als Mensch „gefestigt, verwurzelt, sondern wirklich von einem tiefen Glauben und Vertrauen in Gott getragen gewesen“ sei. Viele Menschen seien beeindruckt von Delps Klarheit, geistiger Tiefe und seinem Mut, „mit dem er in Reden und Predigten, in Texten und Gesprächen immer wieder deutlich gesagt hat, dass die Ideologie des Nationalsozialismus dem christlichen Glauben fundamental entgegensteht“.
 
Am Samstag, 8. Februar, feiert Kardinal Marx um 18.30 Uhr in der Pfarrkirche Heilig Blut in München-Bogenhausen (Scheinerstraße 12) einen Gottesdienst zum Gedenken an den 75. Jahrestag der Hinrichtung Delps. Als Konzelebranten wirken bei der Eucharistiefeier unter anderem auch Pater Johannes Siebner, Provinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten, und Dekan Engelbert von der Lippe, Leiter des Pfarrverbands St. Gabriel-Heilig Blut, mit.
 
Delp, geboren am 15. Dezember 1907 und als Gymnasiast zum katholischen Glauben konvertiert, trat 1926 in den Jesuitenorden ein. 1939 wurde er Redakteur bei den „Stimmen der Zeit“, der Monatszeitschrift der Jesuiten in München. Im Frühjahr 1942 nahm er Kontakt auf zum „Kreisauer Kreis“ um Helmuth James Graf von Moltke. Anfang Juni 1944 hatte Delp noch Claus Graf von Stauffenberg in Bamberg besucht. Von dessen Verhaftung am 21. Juli, dem Tag nach dem Hitler-Attentat in der Wolfschanze, war er völlig überrascht. Sieben Tage später wurde Delp, der nach dem Verbot der „Stimmen der Zeit“ Kirchenrektor der kleinen Kirche St. Georg in München-Bogenhausen geworden war, verhaftet und des Hochverrats angeklagt. Seine Letzten Gelübde legte er, trotz Drohungen der Gestapo, am 8. Dezember 1944 im Gefängnis ab. (kbr)
 
Hinweis:
Der Radio-Beitrag von Kardinal Marx wird am Samstag, 1. Februar, um 17.55 Uhr im zweiten Hörfunkprogramm des Bayerischen Rundfunks gesendet.
Medienvertreter, die zur Berichterstattung an dem Gedenkgottesdienst am 8. Februar teilnehmen wollen, werden um Anmeldung in der Pressestelle unter Telefon 089/2137-1263 oder per E-Mail an pressestelle@erzbistum-muenchen.de gebeten.