Kerzenweihen und Lichterprozessionen zu Mariä Lichtmess

Kardinal Reinhard Marx feiert Festgottesdienst im Münchner Liebfrauendom
Eröffnung des Seligsprechungsverfahrens für den Jesuitenpater und Widerstandskämpfer Alfred Delp SJ
München, 26. Januar 2026. Das Fest Darstellung des Herrn, auch Mariä Lichtmess genannt, begehen Katholikinnen und Katholiken am Montag, 2. Februar, mit feierlichen Gottesdiensten, Kerzenweihen und Lichterprozessionen. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, feiert um 18 Uhr im Münchner Liebfrauendom einen Festgottesdienst, gestaltet von den Domsingknaben und der Mädchenkantorei unter der Leitung von Gabriele Steck und Benedikt Celler mit der Missa de Angelis und Gesängen zu Lichtmess. Im Rahmen des Gottesdienstes, zu dessen Beginn die Kerzen geweiht werden und eine Lichterprozession stattfinden wird, wird der Erzbischof auch das Seligsprechungsverfahren für den Jesuitenpater und Widerstandskämpfer Alfred Delp SJ eröffnen, der am 2. Februar 1945 von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde. Im Freisinger Mariendom steht Weihbischof Wolfgang Bischof der Eucharistiefeier zu Lichtmess vor, die um 18.30 Uhr beginnt.
 
Der Gottesdienst der Frauenseelsorge München im „Haus der Weltkirche“ des Missionswerks missio (München, Pettenkoferstraße 26-28) am Montag, 2. Februar, 17 Uhr, steht unter dem Titel „Licht, das uns lebendig macht“. Hier sind auch die Kerzensegnung und der Blasiussegen, der mit zwei gekreuzten, unter das Kinn gehaltenen Kerzen erteilt wird und vor „Halskrankheiten und allem Bösen“ bewahren soll, Teil der Feier. Der Legende nach war der Heilige Blasius als Arzt tätig, bevor er Bischof wurde, und rettete einen Jungen, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte.
 
Bereits am Sonntag, 1. Februar, treffen sich 150 Ministrantinnen und Ministranten aus dem ganzen Erzbistum zur jährlichen „Mini-Lichtmess“ der Katholischen Jungen Gemeinde München und Freising (kjg). Abschluss und Höhepunkt der Veranstaltung ist die Vesper mit Lichterprozession um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Benno (München-Maxvorstadt, Ferdinand-Miller-Platz 1).
 
In Deutscher Gebärdensprache (DGS) sowie Lautsprache wird der Lichtmess-Gottesdienst mit Blasiussegen in der Pfarrkirche St. Elisabeth (München-Haidhausen, Breisacher Straße 9a) am Sonntag, 8. Februar, 14 Uhr, gefeiert. Die Seelsorge für Hörgeschädigte lädt zudem zur anschließenden Begegnung im Pfarrsaal von St. Elisabeth ein.
 
Das Fest Darstellung des Herrn erinnert an die Darbringung Jesu im Tempel: Der jüdischen Tradition folgend bringen Maria und Josef ihren erstgeborenen Sohn 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel, um ihn Gott zu weihen. Durch ein Geldopfer lösen sie ihn wieder aus. Der greise Simeon erkennt Jesus als Sohn Gottes und nennt ihn „Messias des Herrn“ und „ein Licht, das die Heiden erleuchtet“. Die Tradition der Lichterprozessionen entstand bereits im ersten Jahrtausend nach Christus, vermutlich auch in Anlehnung an Prozessionen in vorchristlicher Zeit. Aus der Lichtsymbolik erwuchs der Brauch, an diesem Tag die für das kommende Jahr benötigten Kerzen zu weihen. Seit 1997 wird Darstellung des Herrn auch als „Tag des geweihten Lebens“ begangen. So spielen an diesem Tag das Gebet für Ordensfrauen und Ordensmänner und der Dank für ihren Dienst eine besondere Rolle.
 
Traditionell dauerte die liturgische Weihnachtszeit bis Mariä Lichtmess, erst die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils in den 1960er Jahren verschob ihr Ende auf das Fest Taufe des Herrn am Sonntag nach dem Dreikönigstag. In manchen Kirchen und Familien wird der Weihnachtsschmuck dennoch erst an Mariä Lichtmess abgenommen. Das Fest war lange Zeit auch im bäuerlichen Kalender ein wichtiger Termin, an dem die winterliche Arbeitspause endete. Knechte und Mägde bekamen ihren Lohn und konnten den Arbeitgeber wechseln. (glx)