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„Kirchen sollen Orte der Hoffnung für alle Menschen sein“

Predigt von Kardinal Reinhard Marx bei der Weihe der neuen Kirche St. Jakobus in München-Neuperlach
Kardinal Marx weiht den Altar der neuen Kirche St. Jakobus Neuperlach
Kardinal Marx weiht den Altar der neuen Kirche St. Jakobus, © Klaus Chwalzcyk
München, 9. Februar 2019. Kirchen sollen „Orte der Hoffnung“ für alle Menschen sein. Das betonte Kardinal Reinhard Marx in seiner Predigt beim Festgottesdienst mit Weihe der neuen Kirche St. Jakobus in München-Neuperlach am Samstag, 9. Februar. „Nur dann haben wir die Berechtigung, eine Kirche zu bauen, wenn sie ein Signal, ein Zeichen, für den ganzen Stadtteil ist“, erklärte der Erzbischof von München und Freising. Die neue Kirche „gehört allen, sie ist für alle da“ und sei für „alle, die hier wohnen, für Gläubige und Ungläubige, Suchende, Verzweifelte ein Ort der Hoffnung“.
 
Diese Aufgabe könnten Kirchen allerdings nur erfüllen durch die Menschen, die in ihnen wirken, erklärte der Kardinal: Die Kirche „lebt erst dann, wenn wir da sind“. Die Menschen seien „Werkzeuge der Aufmerksamkeit, der Liebe, des Wachrüttelns, der Ermutigung, des Trostes, der Hoffnung.“ Nicht das Gebäude sei entscheidend, sondern das, was die Menschen daraus machten. So würden der Altar und die Kirche mit Chrisam gesalbt als „Zeichen dafür, dass dieses Gebäude, aus Steinen gebaut, ein Zeichen ist für die größere Wirklichkeit des Gesalbten, für Christus“. Die Salbung sei „keine Magie“, erklärte Marx, „sondern eine Indienstnahme der Kirche, damit wir als lebendiger Tempel in der Welt wirken.“ Kirchen seien eine Einladung im doppelten Sinne: eine „Einladung Gottes an die Menschen, bei ihm zu sein“ und zugleich „unsere Einladung an ihn“.
 
Unter Bezug auf den Jakobsweg, den Pilgerweg nach Santiago de Compostela zum Heiligen Jakobus, dem Patron der neuen Perlacher Kirche, sagte Marx, Kirchen seien auch „wie Raststätten auf dem Weg“. „Die Pilgerfahrt, das Nomade-Sein“, gehöre zu den „Kennzeichen des heutigen Menschen.“ Christen wüssten, dass sie „nicht irgendwohin gehen, sondern dass wir einen Weg gehen, der einen Namen hat: Jesus Christus“. Die Kirche sei „noch nicht das Ziel“, aber ein „Versammlungsraum, der uns daran erinnert, dass wir auf dem Weg sind, nicht orientierungslos durch die Welt laufen, ohne Sinn und Verstand, nur unseren Zielen, unseren materiellen Bedürfnissen folgend, sondern dass da ein Ziel ist, das in uns grundgelegt ist, das heißt Jesus Christus“. (ct)