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„Ortsbestimmung für jedes Amt ist dort, wo die Menschen sind“

Kardinal Marx weiht in Münchner Liebfrauendom fünf Männer zu Ständigen Diakonen
Diakonenweihe 2019
Kardinal Reinhard Marx mit den neu geweihten Diakonen. © Kiderle
München, 28. September 2019. Kardinal Reinhard Marx hat eine Orientierung aller kirchlichen Ämter am Menschen gefordert: „Die Ortsbestimmung für alle Ämter in der Kirche ist dort, wo die Menschen sind, besonders die bedürftigen.“ Für jeden Getauften wie auch jeden, der ein kirchliches Amt begleite, gelte es in erster Linie dort zu sein, wo Jesus ist, erklärte der Erzbischof von München und Freising beim Weihegottesdienst für fünf Ständige Diakone am Samstag, 28. September, im Münchner Liebfrauendom: „Und wir finden Jesus in den Sakramenten, im Gebet und in jedem Menschen, besonders in den Armen, Kranken, Schwachen“. 
   
In seiner Predigt bezog sich der Kardinal auf den Leitsatz der Weihekandidaten, die ein Wort Jesu aus dem Johannesevangelium ausgewählt hatten: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. „Ich bin der Weg – da wird etwas deutlich, was wir als Kirche auch heute erfahren: Wir sind nicht statisch und wir sind noch nicht am Ziel, wir sind unterwegs, dürfen nicht stehen bleiben, es gibt eine Dynamik nach vorne, wir verändern uns auf ein größeres Ziel hin“, so Marx. Indem sich Jesus als die Wahrheit bezeichnet, macht er laut Kardinal Marx deutlich, dass die „Wahrheit eine Person ist, der wir begegnen, keine kalte Doktrin, die wir anderen überstülpen, und kein Text, der, zwischen Buchdeckel gepackt, einfach weitergegeben wird“. Und schließlich sei es „die ganze Fülle des Lebens“, die etwas von Jesus zeige. Wer auf das vielfältige Leben der Menschen mit allen ihren Sehnsüchten schaue, der „entdeckt im Leben selbst die Gegenwart Jesu“, erklärte der Erzbischof. 
   
Es sei entscheidend, diese drei Aspekte immer zusammen zu betrachten, betonte Marx: „Jesus ist der Weg, er ist die Wahrheit, er begegnet uns im Leben selbst“. Zugleich warnte er: „Wenn wir nicht das Leben in allen seinen Dimensionen in unsere Begegnung mit Jesus und den Menschen hineinnehmen, dann fehlt etwas Wesentliches.“ Entsprechend ermutigte er die künftigen Ständigen Diakone, „auf das wirkliche Leben“ zu schauen und „nicht auf das, was wir uns wünschen“.
 
Zum Ständigen Diakon geweiht wurden: Stephan Kauschinger (37), verheiratet und Vater von zwei Kindern, lebt in Dachau und ist von Beruf Finanzwirt. Er ist als nebenberuflicher Diakon im Pfarrverband Dachau – Heilig Kreuz und St. Peter vorgesehen. Christoph Laumann (49) lebt in Landsberied, Landkreis Fürstenfeldbruck. Der IT-Projektleiter ist verheiratet und hat drei Kinder. Er wird als Diakon mit Zivilberuf im Pfarrverband Grafrath-Schöngeising arbeiten. Zoran Mandic (50), verheiratet und Vater von drei Kindern, lebt in München und ist Pastoralreferent. Er wird als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Vaterstetten eingesetzt werden. Clemens Rude (51) lebt in Oberbergkirchen, Landkreis Mühldorf. Der Betriebswirt ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist als nebenberuflicher Diakon in den Pfarrverbänden Neumarkt-St. Veit und Schönberg vorgesehen. Robert Scheingraber (52) lebt in Bergkirchen, Landkreis Dachau. Der verheiratete Vater von drei Kindern ist Kirchenmusiker und wird als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Eichenau-Alling tätig sein.
 
Im Erzbistum München und Freising sind mit den fünf aktuell geweihten Männern insgesamt 291 Ständige Diakone tätig. 126 von ihnen wirken als hauptberufliche Diakone, 51 als Diakone mit Zivilberuf, 114 sind bereits im Ruhestand. 39 weitere Männer befinden sich derzeit in Ausbildung. Das Zweite Vatikanische Konzil hatte die Diakonenweihe in den 1960er Jahren als eigene Stufe des Weihesakramentes neben der Priester- und der Bischofsweihe erneuert. 1970 hatte Kardinal Julius Döpfner die ersten vier Männer für die Erzdiözese München und Freising geweiht. „Diakon“ ist das griechische Wort für „Diener“. Diakone widmen sich insbesondere dem Dienst am Menschen und der Sorge für in Not geratene, kranke und alte Menschen. (ck/ct)


Im Bild:
Kardinal Marx mit den fünf Ständigen Diakonen (v.l.): Clemens, Rude, Zoran Mandic, Robert Scheingraber, Stephan Kauschinger und Christoph Laumann. (Foto: Kiderle)