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Tagebuch Kardinal Faulhabers aus dem Jahr 1945 online

Texte dokumentieren die letzten Kriegsmonate und die Situation der Bevölkerung nach der Kapitulation
München, 7. Februar 2019. Seit 2015 werden die Tagebücher von Kardinal Michael von Faulhaber, Erzbischof von München und Freising von 1917 bis 1952, online veröffentlicht – jetzt erscheinen die Einträge aus dem Jahr 1945. Das Tagebuch aus diesem Jahr wird ab 14. Februar vollständig auf der Internetseite des Faulhaber-Online-Editionsprojekts www.faulhaber-edition.de zugänglich sein.
 
An dem Projekt beteiligte Wissenschaftler stellen am Donnerstag, 14. Februar, um 19 Uhr in der Katholischen Akademie in München, Mandlstraße 23, ihre Arbeit und neue Erkenntnisse aus dem Tagebuch Faulhabers von 1945 vor. Der Jahrgang beschreibt die Geschehnisse der letzten Monate des Zweiten Weltkriegs und die Situation der Bevölkerung nach der Kapitulation im Mai. Bei den Einträgen in der zweiten Jahreshälfte stehen die Entnazifizierungsverfahren, Konflikte mit Besatzungsbehörden und der politische und gesellschaftliche Wiederaufbau im Vordergrund. Mitwirkende bei der Veranstaltung sind Franziska Nicolay-Fischbach und Moritz Fischer vom Institut für Zeitgeschichte München-Berlin sowie Philipp Gahn und Raphael Hülsbömer von der Universität Münster. Die Moderation übernehmen Andreas Wirsching, Direktor des Instituts für Zeitgeschichte und Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, und Hubert Wolf, Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Universität Münster.
 
Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten, zwölfjährigen Projekts „Kritische Online-Edition der Tagebücher von Michael Kardinal von Faulhaber (1911-1952)“ machen das Erzbischöfliche Archiv München, das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin und das Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte in Münster die Tagebücher in einer umfangreich kommentierten Leseversion im Internet zugänglich. In den Tagebüchern Faulhabers sind Einträge zu etwa 52.000 Besuchen und Gesprächen notiert; die Aufzeichnungen ermöglichen einen Einblick in große politische Zusammenhänge sowie in die Gedankenwelt Faulhabers. Verfasst wurden die Einträge zum größten Teil in der Kurzschrift „Gabelsberger“, die heutzutage nur noch wenige Experten entziffern können. Mit Mitteln, die der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, bereitgestellt hatte, konnten an der Ludwig-Maximilians-Universität München Kurse zur Erlernung dieser Stenographie-Form eingerichtet werden. Die Tagebücher fielen erst im Jahr 2010 an den Erzbischöflichen Stuhl zurück, seit April 2012 sind sie der Forschung zugänglich. (ct)