Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unseres Angebots erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.
OK
Mehr Infos

„Völlig unnötiger Krach um gesetzlichen Sonntagsschutz“

Landeskomitee-Vorsitzender Unterländer kritisiert Vorstoß für mehr verkaufsoffene Sonntage
Landeskomitee der Katholiken in Bayern
München, 16. Juli 2019. Scharfe Kritik übt der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Joachim Unterländer, an der Forderung nach mehr verkaufsoffenen Sonntagen. Der von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger unternommene Vorstoß, wonach in bayerischen Kommunen künftig an vier Sonntagen im Jahr ohne konkreten Anlass Geschäftsöffnungen möglich sein sollten, habe „völlig unnötig einen neuerlichen Krach um den gesetzlichen Sonntagsschutz entfacht“, so der Landeskomitee-Vorsitzende in einer aktuellen Stellungnahme.
 
Es bestehe kein zu definierendes Recht auf Geschäftsbetrieb und Ladenöffnung an Sonntagen und staatlich anerkannten Feiertagen, vielmehr seien diese Tage „aus guten Gründen als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erholung geschützt“, stellt Unterländer klar: „Ein Korridor von jährlich vier ohne Begründung freizugebenden Sonntagsöffnungen widerspricht diesem Ansinnen schon in seinem Grundansatz“.
 
Es bestehe bereits jetzt die Möglichkeit, an sechs Tagen und an mehr als 80 Stunden pro Woche Geschäfte und Läden zu öffnen: „Niemand hat einen Euro mehr verfügbar, nur weil sonntags die Läden offen sind. Die Umsätze im stationären Handel würden nicht steigen. Und zu meinen, dass durch Sonntagseinkäufe die Konkurrenz aus dem Online-Handel bekämpft werden könnte, ist ebenso blauäugig wie zynisch“, schreibt der Landeskomitee-Vorsitzende in seiner Stellungnahme.
 
Vor allem das Verkaufspersonal würde unter Sonntagsöffnungen leiden, warnt Unterländer: „Es wäre permanent eingeschränkt in der Planung von gemeinsamen Zeiten mit Familie und Freunden; Rufbereitschaften würden ebenso zunehmen wie geringfügige Beschäftigungsverhältnisse.“ Eine Gesellschaft ohne umfassenden Schutz von Sonn- und Feiertagen ist nach Ansicht von Unterländer „eine Gesellschaft, die auch die Mehrheit unserer Bevölkerung nicht will, weil sie wegen des wirtschaftlichen Wachstums in den vergangenen Jahren bereits etliche Zugeständnisse gemacht hat. Und das wäre eine Gesellschaft, die nicht mehr auf dem Boden des biblisch-christlichen Menschenbildes steht.“ (ck)